Freitag, 31. Dezember 2010

RE

Nach einer, für meinen Geschmack etwas zu langen, Zwangspause, bin ich nun wieder da. Mein Läptop hatte Anfang Dezember seinen Geist aufgegeben und es dauerte bis letzte Woche, einen würdigen Nachfolger für ebenjenen zu finden. An dieser Stelle herzlichen Dank an meine lieben Freunde (allen voran Christina H. aus D.) die mir webtechnisch Asyl gewährten, sprich: es mir ermöglichten, meine Facebook-Sucht in diesen harten Tagen zumindest rudimentär zu stillen.
Die nächsten Tage werde ich nun so verbringen, wie schon die letzten: Läppi wieder einrichten und vor allem meinen Feedreader leeren. Muss noch gefühlte 4000 Artikel lesen (sind aber in Wirklichkeit nur 2618...).
Ansonsten starte ich mit juristischem Content wieder im neuen Jahr durch.
Dann natürlich
[guter-Vorstatz-Modus on]
mit mehr und besseren Posts
[guter-Vorsatz-Modus off].
 

Dienstag, 7. Dezember 2010

Du studierst doch Jura...

...ich hätte da mal ne Frage...

So oder so ähnlich hat diesen Satz jeder (angehende) Jurist sicher schon mal gehört. Mir begegnete er in den letzten Tagen ungewöhnlich oft, vielleicht streiten die Leute vor Weihnachten besonders gerne, ich weiß es nicht.

Es wird dann erwartet, dass man die richtigen Antworten und Ratschläge sofort parat hat, man sei ja schließlich schon im siebten Semester.

Freilich versucht man dann, so gut es geht eine Einschätzung der Lage zu geben. Was ich aber nicht nur bei mir, sondern auch bei fast allen Kommilitonen beobachtet habe: die meisten Worte verwendet man darauf, dem Fragenden klar zu machen, dass man sich absolut nicht sicher ist, dass man sich (noch) zu wenig auskennt, dass es in Deutschland ein Rechtsberatungsmonopol gibt und man doch zum Anwalt gehen soll, wenn man eine verlässliche Beratung will.
Die Antwort ist dann regelmäßig: "Aber der kostet doch so viel!"
Ja, das hat einen Grund. Er hat eine jahrelange, anstrengende und kostspielige Ausbildung inklusive zwei Examina hinter sich, die ich noch nicht habe.

Ein Prof. brachte es einmal auf den Punkt: Man solle die Leute doch mal fragen, ob sie sich von einem Medizinstudenten im sechsten Semester behandeln lassen würden.

Dienstag, 30. November 2010

Netzreaktionen auf den JMStV

Am 1.1.2011 soll der "Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien" die deutschen Jugendlichen und Kinder in ihrer Entwicklung und Erziehung schützen.

Die Reaktionen in der deutschen Blogosphäre sind, vorsichtig formuliert, kritisch bis ablehnend. In der Twitterszene hört sich das ungfähr so an:

"Bundes-Trojaner. Killerspiele. Stoppschilder. Streetview. #JMStV. Deutschland. Wir können alles. Außer Internet."
schrieb @stefanlesser

"Nach den öffnungszeiten im Internet: Wann kommen Hausverbot und die Flurwoche?"
von @Fizz_SO

"German government proudly enters medieval age (#Zensursula, #JMStV) and the fatuous people raise their pitchforks in applaud (#StreetView)"
von @way2hot

.de schafft sich ab #jmstv
von @friedlandreas

Einige Blogs kündigen ob diesen Vertrages, der faktisch Gesetzeskraft besitzt, ihr Ende an. Eine Zusammenstellung dazu findet sich bei YuccaTreePost.

Der Bearbeiter hingegen warnt vor Panikmache, da das Gesetz "Kleinblogs" nicht betreffe nur bei kommerzieller Betätigung betreffe und diese dann auch nur wenig zu befürchten hätten.
Ganz kalt sollte uns (Kleinblogger) das Gesetz aber dann doch nicht lassen, was nicht zuletzt aus den Antworten zu "17 Fragen zum neuen JMStV", denen sich t3n widmet, hervorgeht.

Unter anderem erfährt man, dass es wohl eher nicht auf die kommerzielle Ausrichtung des Blogs ankommt, sondern auf den tatsächlichen Inhalt.Da sich im Dunstkreis des Gesetzes noch viele viele weitere Fragen und Rechtsunsicherheiten auftun (Für wen gilt es tatsächlich? Wie sieht die Kennzeichnung aus? Was fällt unter die Kennzeichnungspflicht? Was ist mit user generated content? Hat das Internet am Sonntag auf?), nehme ich an, dass da sicherlich noch vom Gesetzgeber nachgebessert wird.

Hoffentlich ist diese Voraussage nicht meinem jugendlichen Idealismus, der den letzten Glauben an die Vernunft der Politik am Leben hält, geschuldet.

Aber auch t3n empfiehlt im oben erwähnten Post: erst mal abwarten.

Montag, 29. November 2010

"Schneechaos"

Das kam jetzt aber plötzlich. In Regensburg herrscht Chaos. Sind ja auch mindestens 10cm Neusschnee in der Nacht gefallen. Auf dem Weg ins Repetitorium kam ich an drei liegen gebliebenen Bussen vorbei.
Das Rep selbst fiel dann aus (nicht wegen Wetter, sondern Krankheit). Auf dem Heimweg, respektive auf dem Weg in die Bib, standen die Busse immer noch da.

Als ob das ganze ein unerwarteter Wintereinbruch wäre. Wir befinden uns geografisch doch noch in einem Gebiet, in dem zu beginn der kalten Jahreszeit durchaus mit Schnee zu rechnen ist.

Es bleibt mir auch ein Rätsel, wieso der Busfahrer die Galgenberger Brücke mit 60 Sachen runterheizte. Ich hätte ihm auch vorher sagen können, dass es dann mit dem Bremsen VOR der roten Ampel etwas kompliziert wird. Noch schlechter als Bremsen, können unsere hiesigen Busfahrer glaub ich nur Gas geben. Die scheinen nämlich nur Vollgas zu kennen. Bei diesen Wetterverhältnissen nicht das Beste Mittel.

Es gibt übrigens auch schöne Seiten:


Freitag, 26. November 2010

Men at work

Da schleppt man sich mitten in der Nacht um 10 (Nichtstudenten sagen: Vormittags) in die Bib, um sich in Ruhe den Freuden des Immobiliarsachenrechts zu widmen und dann sowas:


Die beiden Herren waren fleißigst am werkeln. Bohrmaschine war auch am Start.

Als wäre das nicht genug, tauschten sich die Bibliothekare ausgiebig über die Vorzüge verschiedenster Plätzchenrezepte aus.

Aber wehe unsereins schnäuzt sich mal oder wagt es gar, zu laut umzublättern...

Donnerstag, 25. November 2010

Man muss die Regeln kennen, um sie nutzen zu können...

Normalerweise stelle ich in unterschiedlichen Abständen einfache fußballerische Sachverhalte in epischer breite und viel Liebe zu Detail dar.
Das hätte ich in diesem Fall auch machen können. Es geht um die Spieler Ramos und Alonso von Real Madrid und deren Trainer Jose Mourinho. Die beiden Ersteren nutzten eine Regellücke, um einer Spielsperre zu entgehen.

Aber an dieser Stelle darf ich an Herrn Nebgen verweisen, der die Begebenheit schon sehr schön dargestellt hat.

Montag, 22. November 2010

Ehrlich währt am längsten

Schon seit längerem bin ich im Facebook Fan von Paul Kalkbrenner. Vor einiger Zeit fiel mir diese Anfrage eines Fans auf:


Vielleicht hätte er dem guten Paul wenigstens noch eine Brotzeit, 'ne kleine Cola oder einen Schlafplatz auf der Couch anbieten sollen.

Donnerstag, 18. November 2010

Verloren im Weltweitnetz XVII - Best of Google Streetview

Während bei uns Google Streetview langsam anläuft, kann man hier schon mal die schönsten Schnappschüsse aus dem Rest der Welt bestaunen:



Weitere gibts hier:
http://9eyes.tumblr.com/

via http://jonrafman.com/

Mittwoch, 17. November 2010

7000 in einem Boot

Unter dem Motto "Alle in einem Boot!" gingen heute ca. 7000 Studenten in Regensburg auf die Straße, um gegen die geplanten Kürzungen im Bildungsetat zu demonstrieren.
Gegen 14.30 Uhr setzte sich der Zug von der Uni aus in Richtung Stadt in Bewegung. Gegen 16 Uhr wurde der Domplatz erreicht. Dort gab es eine Kundgebung mit sieben Rednern.

Dienstag, 16. November 2010

Vollversammlung der Studierenden der Uni Regensburg

Heute fand eine Vollversammlung der Studierenden der Uni Regensburg statt. Das Audimax war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einer kurzen Einführung in die Problematik der bevorstehenden Einsparungen im Bildungshaushalt (siehe hier) wurde offen diskutiert.
Die Wortmeldungen und Anträge reichten von Kritik an der Verwaltung (warum sie erst jetzt aktiv am Widerstand teilnimmt), über den Vorschlag, auf der morgigen Demo mit Vuvuzelas aufzulaufen (um "besser gehört zu werden"), bis zum der Idee, den Landtag zu besetzen. Was diesen Beiträgen allen gemein war: sie spiegeln eine gewisse Hilflosigkeit wider. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre, scheint die Hoffnung, eine Demonstration könnte etwas bewirken, verschwindend gering.
Nach einer Stunde musste ich wegen einer Vorlesung gehen.
Die ganze Versammlung gibt es hier nochmal als Stream:


Morgen ist erst mal Demo. Treffpunkt 14 Uhr an der Uni-Kugel.
Ob ich teilnehme, weiß ich noch nicht. Falls ja, wird getwittert.

Montag, 15. November 2010

Das Handspiel

Aus aktuellem Anlass mal wieder etwas Fußballkunde. Das Spiel Wolfsburg - Schalke am letzten Samstag endete 2:2, unter anderem wegen eines Tores von Klaas-Jan Huntelaar, dem ein Handspiel voran ging und deswegen unter Umständen nicht hätte gelten dürfen:


Dass Huntelaar den Ball mit der Hand berührte, ist unstrittig. Jedoch ist im Fußball, entgegen weitläufiger Meinung, nicht jedes Handspiel per se strafbar. Zu klären ist also ob in diesem Falle die Strafbarkeitsvoraussetzungen vorlagen.

Gemäß Regel 12 (Seite 80 unten)*, verursacht ein Spieler einen direkten Freistoß für die gegnerische Mannschaft, wenn er den Ball absichtlich mit der Hand spielt.
Laut Regeltext kommt es also darauf an, ob das Handspiel absichtlich erfolgte. Weiter unten (Seite 84) werden Anhaltspunkte genannt, die bei der Beurteilung, ob beim Spieler Absicht vorlag, zu berücksichtigen sind.
Zu beachten ist demnach die Handbewegung des Spielers und die Handhaltung. Geht die Hand aktiv zum Ball, ist dies als Indiz für Absicht zu werten. Wird die Hand jedoch in einer "natürlichen Haltung" angeschossen, liegt keine Absicht vor. Diese Bewertung erscheint mir bei Huntelaar höchstschwierig. Die Hand bewegt sich zwar in Richtung Ball, jedoch im Zuge einer natürlich Handbewegung, da er auf Grund seiner Geschwindigkeit die Balance halten muss.
Ein weiteres Parameter ist die Entfernung, die der Ball bis zur Hand zurücklegt. Je kürzer die Distanz, desto weniger kann von Absicht gesprochen werden. Huntelaar versuchte, den Ball mit dem Fuß anzunehmen, woraufhin ihm dieser an die Hand sprang. Somit spricht die Distanz gegen absichtliches Handspiel.

Vielleicht wäre aber grundsätzlich auf Freistoß zu entscheiden gewesen, da Huntelaar einen Vorteil durch das Handspiel hatte. Dies ist eine sehr verbreitete Meinung, die leider nicht aus den Köpfen der Fußballzuschauer zu bekommen ist. Teilweise wird sie sogar von Spielern und Trainern vertreten. Sie ist jedoch schlicht und ergreifend falsch. Auf einen Vorteil kommt es beim Handspiel nie an, sodass es im Extremfall sogar möglich wäre, ein Tor mit der Hand zu erzielen.

Schlussendlich kommt es also rein darauf an, ob Huntelaar den Ball absichtlich mit der Hand spielte oder nicht. Es liegt im Ermessensspielraum des Schiedsrichters, wie er dies im Rahmen der obigen Parameter bewertet. Wolfgang Stark sah keine Absicht. In Anbetracht des Geschehnissablaufes meines Erachtens durchaus vertretbar. Es ging sehr Schnell, die Hand Huntelaars ging nicht zweifelsfrei aktiv zum Ball, die Entfernung war sehr kurz.

Andererseits wäre die elegantere Lösung wohl gewesen, auf absichtliches Handspiel zu entscheiden. Dies wäre nach außen hin leichter nachvollziehbar gewesen.


*der SR auf dem Titelbild ist übrigens Wolfgang Stark; er leitete das fragliche Spiel

Dienstag, 9. November 2010

Protest gegen Sparmaßnahmen im Bildungsetat

Nachdem die Proteste an den deutschen Unis nach Weihnachten 2009 sehr schnell verstummten (abgesehen von wenigen Ausnahmen, die kaum einem auffielen) könnte jetzt wieder Schwung in die Sache kommen.
Grund dafür sind die geplanten Sparmaßnahmen im Bildungsetat des Freistaates Bayern. Diese würden für die Uni Regensburg eine Kürzung des Etats um 3,75 Mio. Euro pro Jahr bedeuten.
Folgen wären ein sofortiger Stopp alle Planungs- und Baumaßnahmen, die Streichung von 8 WHK-Stellen pro Fakultät, ein Fehlbetrag von 750.000 Euro für das laufende Jahr und die Streichung von 600 Seminaren.
Die Kürzungen entsprächen laut www.ur-verhungert.de in etwa den erhobenen Studiengebühren, womit die Finanzierung der Hochschule nach diesem Haushaltsbeschluss schlechter sein würde, als vor Einführung der Gebühren!
Zudem fängt kommendes Jahr der doppelte Abi-Jahrgang zu studieren an. Nach einem unausgereiften G8, hätten die zukünftigen Studenten dann auch noch mit einer unterfinanzierten, überfüllten, baufälligen Universität zu kämpfen.

Für den 17.11. ist eine Demonstration geplant, an der auch Rektor Strothotte teilnehmen will.
Am Tag davor beruft der Studentische Konvent eine Vollversammlung ein.

Hoffentlich bewegt sich dieses Jahr mehr, als im vergangenen "Heißen Herbst".

Quellen:
www.mittelbayerische.de
www.ur-verhungert.de
www.uni-regensburg.de/sparmaßnahmen
Stellungnahme von Rektor Prof. Thomas Strothotte

Mittwoch, 3. November 2010

Die Beschlussfähigkeit des Bundestages

Nach dem durchaus kritischen Echo auf meinen letzten Post, hier ein kleiner Nachtrag zur Thematik der Beschlussfähigkeit des Deutschen Bundestages bei der Gesetzgebung.

Bundesgesetze werden nach Art. 77 I 1 GG vom Bundestag beschlossen.

Dazu muss der Bundestag beschlussfähig sein. Diese richtet sich nach § 45 GOBT.
Der BT ist demnach beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder im Sitzungssaal anwesend ist (§ 45 I GOBT).
Zu Klären ist also, wie viele Mitglieder der BT umfasst. Gibt es im Sachverhalt keine Angaben dazu, ergibt sich dies aus § 1 I BWG. Demnach besteht der Bundestag aus 598 Abgeordneten.
Für die Praktiker: In der Realität kann sich diese Zahl durch sogenannte Überhangmandate (§ 6 V BWG) erhöhen. Momentan hat der BT 622 Mitglieder.
Von diesen 598 müsste nun mehr als die Hälfte anwesend sein. Als kleine Hilfe kann man sich merken, dass in § 1 II BWG die Zahl der Kreiswahlvorschläge die Hälfte von 598 ist, was den Praktiker natürlich nicht weiterbringt, aber in einer nervenaufreibenden Klausur vielleicht nicht schadet.

Kommt man nun zum Ergebnis, der BT war beschlussfähig, ist dieser Prüfungspunkt beendet.

Ansonsten kommt noch dieser Punkt hinzu:
Waren nicht mehr als die Hälfte der MdB anwesend, ist § 45 II GOBT zu beachten.
Demnach muss die Beschlussfähigkeit ausdrücklich vor der jeweiligen Abstimmung von einer Fraktion oder 5% der Anwesenden Mitglieder gerügt werden.
Demnach ist der Bundestag im Umkehrschluss so lange Beschlussfähig, bis dies angezweifelt wird.

Montag, 25. Oktober 2010

Ein Blick ins Gesetz...

Es gibt ein paar Sprüche, die jeder Jurist schon zigmal in seiner Karriere gehört hat. "Warum musst du denn so viel lernen? Steht doch alles im Gesetz." ist einer davon. Oder "Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung", wahlweise "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil."

Momentan beschäftige ich mich mit Verfassungsrecht. Es ging heute um die Beschlussfähigkeit des Bundestages.
Diese richtet sich nach § 45 I GOBT. Demnach ist der BT beschlussfähig, wenn mindestens (danke für den Hinweis) mehr als die Hälfte seiner Mitglieder im Sitzungssaal anwesend ist.
Jetzt müsste man wissen, wie viele Mitglieder der BT hat. Also ein Blick in § 1 I BWG. Da steht, es sind grundsätzlich 598, vorbehaltlich gesetzlicher Abweichungen.

So, davon jetzt also die Hälfte.

Der Gesetzgeber weiß allerdings um die Rechenschwäche seiner Juristen, wenngleich die Division durch 2 noch machbar sein sollte.
Trotzdem wird einem hier geholfen, indem in Absatz zwei die Zahl 299 vorgeschlagen wird. Sehr nett.

Vorschläge, wie ich dennoch begründen kann, dass ich was anspruchsvolles studiere, bitte in die Kommentare.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Telefonjoker

Dass man Handys in Vorlesungen und ähnlichen Veranstaltungen aus- oder zumindest lautlosschaltet, sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. Sollte es doch einmal vergessen werden und es kommt zum Ernsttfall (also das Mobiltelefon gibt Geräusche von sich), wird das meiner Erfahrung nach von den Dozenten professionell ignoriert.
Allerdings nicht so gestern im hemmer-Rep. Nachdem der Dozent eine Frage in den Raum gestellt hatte, läutete beim Kommilitonen neben mir das iPhone, was zu folgendem Dialog führte:
Dozent: "War das jetzt der Telefonjoker?"
Student: (zwar peinlich berührt, aber trotzdem schlagfertig) "Nene, das war die Alpmann-App!"

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Führungselite

Soviel Temperament ist man von der deutschen Politik nicht gewohnt. Der bolivianische Staatspräsident Evo Morales (die Nummer 10 in Grün) zeigte bei einem Fußballspiel zwischen der Regierungspartei und einer Oppositionsmannschaft durchaus Kampfbereitschaft:


Nicht die feine Englische. Und er flog nicht mal vom Platz!

Montag, 4. Oktober 2010

Erst mal 'n Päuschen...

Ich will ja jetzt nicht den Moralapostel spielen. Aber vor meinen Fenster findet gerade ein "gemütliches Beisammensein" mehrerer Kommilitonen der FH statt. Inklusive einer Kiste Bier. Ich sitze währenddessen in meinem Zimmer und beschäftige mich mit der ZPO.
Heute haben die Vorlesungen in der FH angefangen. Mittlerweile ist es 13:54.
Irgendwas habe ich in meinem Leben falsch gemacht...

Sonntag, 3. Oktober 2010

Eine lustige Bahnfahrt

Letzten Freitag in der "Waldbahn" von Cham nach Bad Kötzting. Ein Hartz-IV-Papa mit zwei Kindern (Tochter ca. 5, Sohn ca. 7) steigen ein und setzen sich zu mir auf den 4er-Platz.
Der Sohnemann spielt mit seinen langen Haaren. Als er es schafft, sie in die Nase zu stecken, muss er dies natürlich sofort mitteilen. Reaktion des Vaters: "Hör auf! Popel holt man mit dem Finger raus!"

Donnerstag, 30. September 2010

Der Reichtum der juristsichen Fauna

Während des Jurastudiums kommt man einige Male mit der Tierwelt in Berührung. Klassiker ist natürlich der Bienenschwarm im BGB (§§ 661 ff. BGB). Auch zu nennen wären die Kleintiere und die Milchkuh, respektive nach Wahl des Schuldners "statt einer solchen insgesamt zwei Schweine, Ziegen oder Schafe", die sich im § 811 I Nr.3 ZPO tummeln.
Aber auch in Blawgs findet sich so manches Getier. Während RAin Braun eine ganze Kategorie für Pferderecht führt, stößt man bei Nebgen und hier auf Eulen und bei RA Feltus auf einen komischen Kauz.

Gestern schließlich, hörte ich von einem Meinungsstreit, der sich ebenfalls in der Vogelwelt abspielt und in Zusammenhang mit der Milchkuh der ZPO steht: Es geht um den Kuckuck und warum das Pfandsiegel so genannt wird.

Wenn man die Frage googelt, bekommt man den Eindruck, das die Bezeichnung nach der hM auf den Reichsadler preußischen Adler [Danke für den Hinweis] zurückzuführen ist, der früherer auf dem Pfandsiegel abgebildet war und abschätzig als Kuckuck bezeichnet wird.

Andere Stimmen sehen den "Kuckuck" als euphemistische Bezeichnung für den Teufel ("Zum Kuckuck!"). Die gepfändete Sache war also durch Anbringung des Pfandsiegels "beim Teufel", sprich: verloren.

Eine letzte Meinung betrachtet die Frage aus juristisch-biologischer Sicht. Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester, um diese ausbrüten zu lassen. Dies kann als Parallele zum Recht des Gläubigers an der gepfändeten Sache gesehen werden. Nach Anbringung des Pfandsiegels, erlangt der Gläubiger ein Pfändungspfandrecht und hat, bildlich gesprochen, "ein Ei im Nest des Schuldners", über welches dieser nicht verfügen darf.

Eine Streitentscheidung spare ich mir jetzt ;)

Mittwoch, 29. September 2010

Am Nachbartisch in der Cafete

Zwei Klischee-Jurastudentinnen:

"Ich hab' neulich den Professor in der Stadt getroffen und ICH WAR TOTAL UNGESTYLED!"
- "Ja so was passiert immer, wenn man gerade nicht gestyled ist."

danke an Chris :)

Montag, 27. September 2010

Romantik im Recht VI oder: Wege zur Juristerei

Ich nehme an, so ziemlich jeder Jurastudent bzw. fertige Jurist musste sich schon rechtfertigen wurde schon gefragt, wie er zur Rechtswissenschaft kam.
Während einige ihren Kindheitstraum verwirklichen, war es bei mir eher eine Notlösung, die sich als Fügung des Schicksals herausstellte (siehe About.The.Boy).

Im Zuge der Recherche zu meiner Studienarbeit, stieß ich auf auf einen Brief des Rechtsphilosophen Johann Paul Anselm Ritter von Feuerbach an seinen Sohn Anselm vom 23. März 1820*. In diesem erklärt er ihm, warum er Juraprofessor wurde, wobei die Gründe durchaus nachvollziehbar sind, wenngleich ich nicht gern an seiner Stelle gewesen wäre.
Zunächst hatte er bereits vier Jahre Philosophie studiert, in letzterem sogar promoviert. Weiter heißt es in dem Brief**:
"Doch siehe! da wurde ich mit deiner Mutter bekannt; und ich kam in den Fall, mich ihr verpflichtet zu erkennen; es galt, ein Fach zu ergreifen, das schneller als die Philosophie Amt und Einnahmen bringe - um Deine Mutter und Dich ernähren zu können."
Ich nehme an, einer genaueren Interpretation bedarf es nicht.
Besonders schön fand ich auch den folgenden Satz, der die Meinung Feuerbachs zur Juristerei zeigt:
"Da wandte ich mich mit raschem, aber festem Entschluss von meiner geliebten Philosophie zur abstoßenden Jurisprudenz;"
Doch gleich darauf findet er schon wieder versöhnliche Worte:
"sie wurde mir bald minder unangenehm, weil ich einmal wusste, daß ich sie lieb gewinnen müsse; und so gelang es meiner Unverdrossenheit, meinem durch die bloße Pflicht begeistertem Muth - bei verhältnismäßig beschränkten Talenten - daß ich schon nach zwei Jahren den Lehrstuhl besteigen, meine Zwangs-, Noth- und Brotwissenschaft durch Schriften bereichern und so eine Standpunkt fassen konnte, von welchem aus ich rasch zu Ruhm und äußerem Glück mich emporgeschwungen und von der Mitwelt das laute Zeugnis gewonnen habe, daß mein Leben der Menschheit nützlich gewesen ist."
Auf Feuerbach geht unter anderem die Formulierung des Grundsatzes nulla poena sine lege zurück, den er in Art. 1 des Strafgesetzbuches für das Königreich Bayern von 1813 festhielt und welcher sich heute in Art. 103 II GG findet.
Also letztendlich gar nicht so schlecht für uns, dass er seine Frau traf.


*Feuerbach, Ludwig, Anselm Ritter von Feuerbach’s Leben und Wirken aus seinen ungedruckten Briefen und Tagebüchern, Vorträgen und Denkschriften, Band 2, S. 132ff., als E-Book verfügbar.
** S. 138.

Freitag, 24. September 2010

Verloren im Weltweitnetz XVI - Zu früh gefreut

Mal wieder etwas aus der Fußallecke: Wir reisen ein wenig in den Süden. Ein Spiel um den marokkanischen Pokal. Es geht unentschieden aus, also "Schüsse von der Strafstoßmarke zur Spielentscheidung" (Regel 14) oder kurz: Elfern.

Mittwoch, 22. September 2010

Wieder frei

So. Aus. Ende. Ich habe heute früh meine Studienarbeit abgegeben. Vorerst meine letzte wissenschaftliche Arbeit. Außer ich promoviere oder so, aber das steht ja sowieso in den Sternen.

Und plötzlich ist der Druck weg, ja ich möchte fast sagen, eine innere Leere macht sich breit. Ich kann morgen ausschlafen. Und übermorgen. Ich glaub, die Leere ist gar nicht so schlimm!

Bleibt natürlich nur noch die Spannung, ob und wie ich bestanden habe. Die Ergebnisse kommen ja schon am 4.4.2011...
Die einzige Angst, die größer ist, als durchzufallen, ist die, schlecht zu bestehen. Einen Verbesserungsversuch gibt es nämlich nicht. Und ganz ehrlich: da wären mir dann 3 Punkte lieber, als 5. Aber warten wir erst mal ab.

Selbstverständlich fiel bei der Recherche auch einiger Stoff zum bloggen an, der demnächst verbraten wird. Aber jetzt freue ich mich erst mal meines Lebens und reaktiviere meine sozialen Kontakte.

Sonntag, 19. September 2010

Kulturgrampf

Das größte Kostümfest Volksfest der Welt hat seine Pforten geöffnet. Für 17 Tage wird München wieder das Zentrum des kollektiven Alkoholismus sein. Auch die Trachten-Branche freut sich. Sind Lederhose und Dirndl doch mittlerweile ein "Mode-Must-Have"*.  Damit das so bleibt, müssen die Trachten immer "üppiger, ausgeflippter und vor allem kürzer" sein.** Das richtige "Event-Outfit" sieht dann für den Mann ungefähr so aus:

Samstag, 18. September 2010

Juristen sind gar nicht so schlimm

Hier habe ich vor kurzem meinem Ärger über einige Kommilitonen Luft gemacht. Dabei tat ich ihnen wohl Unrecht. Bei den Juristen ist es nicht schlimmer, als in anderen Fakultäten - es ist schlicht und ergreifend genauso schlimm.

Warum ich mich so ärgere? Ich habe gerade den ganzen Vormittag in der Bibliothek unserer philosophischen Freunde verbracht. Ich konnte nur eines (!) von acht Büchern, die ich suchte, finden. Nun, da die meisten Bücher hier übers Wochenende ausleihbar sind, unterstelle ich zunächst mal den günstigsten Fall. Sprich, die Bücher sind entliehen und stehen am Montag wieder im Regal.
Was mich aber mehr stört: Die Unordnung. Es könnte nämlich sein, dass einige meiner Bücher zwar hier sind, aber an der falschen stelle stehen. Bei meiner Suche fielen mir nämlich etliche Werke auf, die einfach falsch zurückgestellt wurden. Sollten meine Bücher dieses Schicksal teilen, werde ich sie bis zum Abgabetermin wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Freitag, 17. September 2010

Reingeschnuppert

Als ich heute Vormittag die Uni betrat, merkte ich sofort, dass etwas anders war. Obwohl ich mich in der Jura-Cafete befand, waren zahlreiche, sagen wir, "schlecht gekleidete"* Leute, mit teilweise langen Haaren unterwegs. Alle zahlten in Bar, sprich: hatten keine Mensacard (was meiner Laune nicht wirklich zuträglich war, aber das ist eine andere Geschichte). Und ich kam mir ausnahmsweise mal relativ alt vor.
Des Rätsels Lösung: Heute war "15. Bayerischer Hochschulinformationstag".

Donnerstag, 16. September 2010

Mein erstes Mal...

...bei einer Blogparade. www.stadt-bremerhaven.de ruft dazu auf, seinen Arbeitsplatz vorzustellen. Und als ob das nicht genug wäre, wird unter allen Teilnehmern ein Notebook von Sony verlost. Zugegeben, dieser Umstand ist für meine Teilnahme nicht ganz unerheblich, spiele ich doch schon länger mit dem Gedanken meinen alten Läppi durch ein moderneres Gerät zu ersetzen.
Also, schreiten wir zur Beantwortung der gestellten Fragen:

1. Hersteller meines Notebooks:
Ich habe einen Asus X50Zseries. Er ist mittlerweile beinahe zwei Jahre alt. Ursprünglich lief Vista drauf, was ich aber alsbald durch Windows 7 ersetzte. Daneben steht auf meinem Schreibtisch ein Bildschirm von Acer.

2. Zufriedenheit:
Naja... er hat mich in all der Zeit niemals im Stich gelassen, allerdings nervt mich schon seit jeher die laute Lüftung... Ansonsten würde mir nie in den Sinn kommen ein negatives Wort über meinen heißgeliebten Läppi zu verlieren!

3. Foto von meinem Arbeitsplatz*:



So, jetzt bring ich meinen Arbeitsplatz wieder in den Urzustand und warte auf die Gewinnbenachrichtigung.

*aufgeräumt, sollte sich jemand für den Normalzustand interessieren, bitte im Kommentar melden. Ab 4800 Interessenten könne wir reden.

Dienstag, 14. September 2010

(Rechts-) Wissenschaftliche Gratwanderung

Nervenkitzel hin oder her, es gibt Situationen, in denen würde ich ganz gerne auf den Thrill verzichten. Beispielsweise beim Studienarbeit schreiben. Leider bleibt einem dieser nicht erspart, wenn man sich auf dem schmalen Pfad des Zitierens bewegt, neben welchem der Abgrund des Plagiats klafft.
Aber wie soll man ein Abstürzen vermeiden, wenn man die verschiedenen Ehrenstrafen aus dem "Codex Iuris Bavarici Criminalis" und dem "Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern von 1813" zusammenfassen will, es aber genau so eine Zusammenfassung bereits gibt und diese außer vollständig auch noch sehr übersichtlich, knapp und informativ ist?

Momentan läuft es darauf hinaus, dass ich wohl sehr viele, gleich lautende Fußnoten auf den betreffenden Seiten haben werde. Ähnliches sah ich zwar schon in einigen Büchern, aber aus ästhetischen Gründen widerstrebt mir ein solches Vorgehen.

Die Fußnoten im Buch geben auch nur unwesentlich mehr her und diese abzuschreiben liefe letztendlich auf das Selbe hinaus...

Bilder aus: Knott, Sebastian, Bei der Ehre gepackt! Ehrenstrafen in Bayern seit 1700, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006 (zugleich Dissertation Universität Regensburg 2004).

Montag, 13. September 2010

Hauptsache, gut aussehen!

Juristische Lehrbücher gibt es ja ohne Ende. Welches das Richtige für einen ist, muss man selbst herausfinden. Dazu gibt es ja die verschiedensten Ansätze. Man orientiert sich am Autor, am Aufbau oder am Verlag. Oder aber, man ist da etwas oberflächlicher:
"Ich hab da ein Europarechtslehrbuch gefunden, das kommt ganz ohne Fußnoten aus. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Aber es hat 'nen schönen Einband."
An dieser Stelle vielen Dank an Daniel W. aus FFB M. ;)

Samstag, 11. September 2010

Verloren im Weltweitnetz XV

Ok zugegeben, was Rechtschreibfehler betrifft, sollte gerade ich den Ball eher flach halten. Nichtsdestoweniger, will ich an dieser Stelle den geneigten Leser, der sich an den Klängen elektronischer Tanzmusik zu erfreuen weiß, auf einen Fehler im Video zu "Nein Mann" von Laserkraft 3D aufmerksam machen:



Aber trotz dieses Fehlers und auch wenn das Lied schon einige Monate auf dem Buckel hat und sogar schon auf Viva läuft, find' ich es immer noch klasse.

Freitag, 10. September 2010

Für seinen Namen kann man ja nix...

Gerade bin ich über den Auftritt Thilo Sarrazins bei der Pilotsendung von Benjamin von Stuckrad-Barres Talkshow auf ZDFneo gestoßen. Den Inhalt will ich gar nicht kommentieren, sondern eine andere Kleinigkeit. Zugegebenermaßen ist das wohl ein wenig kindisch, aber bin ich der einzig, dem aufgefallen ist, dass der ZDF-neo-Leiter ausgerechnet Himmler heißt?

Nachzulesen hier auf SPON, der ZDF-neo-Leiter kommt im letzten Absatz zu Wort.

Mittwoch, 8. September 2010

Eine Unterart des Jurastudenten

Im Zuge der Reihe "Mikrokosmos Jurafakultät", möchte ich heute eine besondere Art des Jurastudenten vorstellen: Die Drecksau.
Kommt man mit Studenten anderer Fächer auf das Thema Hausarbeit zu sprechen, heißt es relativ bald "Boah, ich hab' gehört das muss bei euch voll schlimm sein, mit Bücher verstecken und so."
In der Tat blieb ich bislang immer ruhig und antwortete in der Richtung, das stimme schon, aber so schlimm wäre es nicht, man wisse sich schon zu helfen. Dies entsprach bis zuletzt auch der Wahrheit.

Nunja, bis ich mit meiner Studienarbeit begann. Da ich ein rechtshistorisches Thema behandle, ist das Literaturangebot relativ überschaubar. Zumindest sind die Bücher nicht doppelt, dreifach oder noch öfter, wie beispielsweise im Zivilrecht die Regel, verfügbar.
So begab es sich, dass ich am zweiten Tag meiner Recherche auf ein sehr gutes Buch stieß, es an mich nahm, las und wieder an den richtigen Regalplatz zurückstellte, um es am nächsten Tag erneut zu holen. Seitdem wart es nicht mehr gesehen.

Einer meiner Kommilitonen muss das Buch wohl dringender brauchen als ich, jedenfalls ist es schlicht und ergreifen weg. Auch die netten Bibliothekare konnten mir nicht weiterhelfen.
Ich kann mir nicht erklären, aus welcher Motivation der fragliche Mitstudent handelt. Falsches Konkurrenzverständnis? Angst vor anderen, die es vor ihm verstecken könnten? Glaubt er, seine Note wird besser, wenn meine schlechter ist? Das wäre einmal eine eigene Studienarbeit wert.
Sollte ich jemals einen dabei erwischen, wie er ein Buch versteckt, Zeilen schwärzt, Seiten herausreißt usw. könnte ich mir vorstellen, das "Silentium"-Schild in der Bibliothek kurzzeitig zu ignorieren.
Es trifft sich auch nicht schlecht, dass ich mich gerade in das Thema "Haberfeldtreiben" eingelesen habe, so bayerische Traditionen müssen ja auch gepflegt werden...

Nachdem das Buch nach einwöchiger Wartezeit nicht wieder aufgetaucht ist und sich auch keiner den Verbleib erklären kann, habe ich es mir gekauft.

Montag, 6. September 2010

Prozessende und Prozessbeginn

Im Prozess wegen dem Tod des Todes von Dominik Brunner gegen zwei Jugendliche, wurden am heutigen Montag die Urteile verlesen:
Der Haupttäter Markus Sch. wurde wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter räuberischer Erpressung zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt.
Sebastian L. erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieben Jahre Jugendhaft.

Das Gericht blieb unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für beide Täter die Höchststrafe verlangte. Die Verteidiger hatten auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert und beantragten sieben bzw. dreieinhalb Jahre.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beinahe Zeitgleich begann am LG Mannheim der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Dieser endete jedoch nach nur wenigen Minuten, da die Verteidigung Befangenheitsanträge gegen zwei Richter stellte.

Quellen: hier und hier

Sonntag, 5. September 2010

Schiedsrichter ersticht Spieler

In Brasilien hat ein Schiedsrichter im Spiel einer Amateurliga einen Spieler getötet und einen weiteren schwer verletzt.
Schiri Francisco Chaves hatte einen Freistoß gegeben. Der Spieler Jose da Silva war daraufhin so aufgebracht, dass er dem Unparteiischen einen Tritt versetzte.

Francisco da Silva, der Bruder des Angreifers, kam ihm zu Hilfe. Daraufhin zog Chaves ein Messer und stach auf die Brüder ein. Jose starb noch auf dem Feld, Francisco wurde schwer verletzt. Chaves konnte flüchten und wird von der Polizei gesucht.

So weit die Informationen aus den Nachrichten.

Einige Fragen bleiben leider offen: Wieso musste Francisco seinem Bruder zu Hilfe eilen? Dieser hatte doch zuerst getreten. Und in wie weit bedrohten die Spieler den Schiedsrichter?
Ich will jetzt den Schiedsrichter nicht verteidigen, auch wenn ich zweifellos Parteiisch bin. Aber ich finde schade, dass zu diesem Fall nicht mehr Fakten zu finden sind.

Meiner erste Quelle befindet sich im Passwortgeschützten Bereich des Bayerischen Fußballverbandes, ist ergo nicht verlinkbar.
Google spuckt aber einen Haufen Ergebnisse aus, die so gut wie inhaltsgleich sind. Statt vieler sei hier ntv.de genannt.

Samstag, 4. September 2010

Doch mit Blick aufs Wesentliche

Das ging aber schnell! Vor wenigen Stunden äußerte ich noch Bedenken, die Integrationsdebatte würde im Streit um die Person Thilo Sarrazins untergehen und schon jetzt ist auf SPON zu lesen, dass Angela Merkel Defizite in der Integrationspolitik einräumt und eine Debatte "ohne Tabus" fordert.
Und auch Karl-Theodor zu Guttenberg hält es für wichtig, "einen offenen und breiten Diskurs zu führen".

Mutzumaßen, Angie und KT würden zu meinem Leserkreis gehören, wäre aber vermutlich etwas vermessen...

Thilo Sarrazin und das Polemikproblem

Der Kollege Mathias Rosenhahn, aka Rechtler, hat eine schöne Zusammenfassung über die bisherige Entwicklung im "Fall Sarrazin" geschrieben.

Durch den Beitrag bin ich jetzt auch fest entschlossen, Sarrazins Buch selbst zu lesen.
Einerseits, weil das Buch laut Financial Times Deutschland vom 30.8.2010, eher sachlich und sparsam an Polemik sein soll. Andererseits will ich mir als aufstrebende Jungakademiker natürlich ein eigenes Bild machen.

Um bei der Polemik zu bleiben: ich fand sie nämlich grundsätzlich gar nicht so daneben. Durch diese bekam Thilo Sarrazin und damit die Integrationsdebatte, sehr viel Aufmerksamkeit.
Nur leider ist das Schwert der Polemik ein zweischneidiges, was sich in der aktuellen Diskussion meines Erachtens nur allzu deutlich zeigt. Es ist nämlich einfacher, auf den Sarrazin-Bashing-Zug auf zuspringen und über Judengene zu schwadronieren, als sich sachlich mit der Integrationsproblematik auseinander zu setzen.
Einige Aussagen des Herrn Sarrazin waren zweifellos überflüssig (s.o.).
Aber das Diskussionsverhalten vieler, ich nenne als Beispiel hier statt mehrerer nur Renate Künast in der Talkshow "Beckmann", ist alles andere als vorbildlich.
Ergebnis: Im Mittelpunkt steht momentan nicht die kritische Auseinandersetzung mit der Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Titelthema in den Onlineportalen der großen Nachrichtenjournale ist vielmehr der Abberufungsantrag der Deutschen Bundesbank.

Sollte Sarrazin tatsächlich entlassen werden, bin ich sehr gespannt auf die Begründung. Nachdem es eine "inhaltliche Bewertung der Äußerungen Sarrazins" (FTD vom 3.9.2010) nicht geben wird, bleibt für mich als Grundlage nur noch die Tatsache, dass er sich überhaupt geäußert hat. Interessant wird dann, wie sich das mir der Meinungsfreiheit verträgt.

Mittwoch, 1. September 2010

Fulltimejob

So, Woche #1 der Studienarbeit liegt hinter mir. Leider ist schlecht einzuschätzen, ob ich nach 25% der Zeit, auch schon 25% der Arbeit geschafft habe.
geschrieben habe ich noch nichts, aber dafür gefühlte 472 Bücher zum Thema Ehre, Strafe, J.P.A. Feuerbach, bayerische Geschichte, deutsche Geschichte, Rechtsphilosophie, Semiotik und vielem mehr in den Händen gehabt.
Highlight war eines von Anfang des 19. Jahrhunderts, das keinen Einband hatte und von einem Gummiband zusammengehalten wurde. Nachdem ich das Inhaltsverzeichnis einigermaßen entziffert hatte, beschloss ich, es nicht zu brauchen.

An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, jenen Kommilitonen, die Bücher verstecken (ich weiß mindestens drei positiv!), aufs härteste zu verfluchen! Es soll sie der Blitz beim Sch**** Schreiben treffen!

Ansonsten bin ich mit der Arbeit so beschäftigt, dass ich die letzte Woche nicht 'mal dazu kam, zu bloggen.
Dabei liefert der gute Thilo doch gerade so viel Stoff...
Naja, vielleicht kann ich mir das ja aufheben...

Mittwoch, 25. August 2010

Liebe auf den...

Seit heute schreibe ich Studienarbeit. Die erste Leistung, die in meine Examensnote einfließen wird.
Das Seminar nennt sich schlicht "Ehre". Teilnehmen werden auch einige Kollegen aus der germanistischen Ecke. Bin gespannt auf die Ergebnisse.
Was mein Thema betrifft: bisher ein wahres Wechselbad der Gefühle.
Es lautet:
"Neue Ehrenstrafen in Bayern: Feuerbach, das Bayerische StGB von 1813 und ihr Umfeld"

Auf den ersten Blick: "Naja, hm, ok, hört sich interessant an."

Auf den Zweiten: "Boah, kein Plan!"

Auf den Dritten (nach Feststellung, dass es da durchaus interessante Literatur gibt): "Joa, das läuft!"

Auf den Vierten (durch die Erkenntnis, dass ebendiese Literatur wahnsinnig schwer zu beschaffen ist): "Naja, nächstes Semester gibt's wieder eine Arbeit..."

Auf den Fünften (Es sind bereits mehrere Stunden vergangen und der Bearbeiter hat sich, mit Unterstützung mehrere Kaffeepausen, geistig und literarisch geordnet): "Ok, machbar, gefällt mir, bin dabei, auf geht's!"

Ich hoffe die Stimmung bleibt so.

Dienstag, 24. August 2010

Die Hotline, wenn's mal schnell gehen muss...

Wenn's nicht lustig wäre, wär's traurig... Nur fünf Wörter und trotzdem ein Rechtschreibfehler... Ganz zu schweigen vom Hinweis an sich:

Montag, 23. August 2010

Wertungsprobleme bei der "Notbremse"

Das erste Fußballwochenende der Saison 2010/11 ist vorbei und schon gibt es Diskussionsstoff. Der Schiedsrichter Dr. Felix Brych zückte die schnellste Rote Karte der Bundesligageschichte. Bereits nach 92 Sekunden wurde der Kölner Youssef Mohamad mit der schwersten Strafe, die das Regelwerk kennt, belegt.

Freitag, 20. August 2010

Nazis müssen draußen bleiben - update

Laut Regensburg Digital sind es bereits 89 Wirte, die sich der Liste angeschlossen haben.

Eine Übersicht der Teilnehmenden Kneipen findet sich hier.

Nazis müssen draußen bleiben

Nachdem ich hier von einigen Seltsamen Zeitgenossen berichtet habe, bin ich jetzt umso erfreuter über diese Aktion einiger Regensburger Wirte:
In 85 Lokalen in Regensburg werden keine Neonazis mehr bedient. Weitere sollen folgen.
Ein sehr schönes Zeichen, wie ich finde.

Die Hintergrundgeschichte ist hier nachlesbar.

Montag, 16. August 2010

Bilder von Häusern (engl.: Streetview)

Momentan wird rege über Google Streetview diskutiert.
Viele stehen dem Dienst kritisch gegenüber. Freilich sind das vornehmlich solche Menschen, die sich hauptsächlich in der analogen Welt (irgendwas mit real life oder so, hab keinen Link gefunden...) bewegen. Sie begründen ihre Haltung mit der Angst um ihre Privatsphäre. Diesen Punkt lasse ich mir vielleicht im Grundsatz noch eingehen. Aber auf bildblog.de findet sich ein schöner Artikel, in dem wohl genau solche Menschen zu Wort kommen. Und offensichtlich wissen die nicht wirklich, um was es sich bei Streetview denn handelt. Darunter übrigens auch ein paar B- C- D-Promis.

Sonntag, 15. August 2010

Nazis raus!

Ich bin momentan ein wenig fassungslos ob der Geschehnisse in den letzten Tagen in meiner Heimat. Ich weiß zwar, dass es "bei uns im Wald" ein paar politisch desorientierte Seelen gibt. Aber ich habe noch nicht erlebt, dass sie sich so offen äußern.

Zunächst bei meinem letzten Spiel, dass ich als Schiri leitete. Obwohl es in dem Spiel noch zu keinen Unsportlichkeiten gekommen war, fühlte sich ein älterer Zuschauer berufen, einen ausländischen Spieler der gegnerischen Mannschaft eine "Ausländersau" zu nennen. Da kann man doch beim besten Willen kein Auge mehr zudrücken! Ich ließ den Herren sofort aus dem Stadion werfen. Aber zumindest wurde diese Entscheidung von allen Seiten positiv beurteilt, was meine Hoffnung bestärkt, dass es sich bei diesem Zuschauer um einen Einzeltäter handelt.

Dann gab es gestern eine NPD-Kundgebung in Viechtach. In diesem kleinen, beschaulichen Dörfchen Städtchen! Ich hab's leider nicht mit eigenen Augen gesehen und weiß es nur vom Erzählen. Auch Google konnte mir nichts näheres darüber sagen.
Wenn die Tatsache, dass ein Paar Teilnehmer beim Verzehr eines Döners gesehen worden sein sollen, nicht lustig wäre, wär's traurig...

Donnerstag, 12. August 2010

Verträge mit Langfingern?

Neulich stieß ich im C&A auf folgendes Schild:


Weil ich mich trotz meines noch jungen Studentenlebens, schon ein bisschen zu viel mit Jura beschäftigt habe, konnte ich nicht daran vorbei gehen.
Zuerst fragte ich mich, aus welchem Vertrag denn die Vertragsstrafe resultieren sollte. Ein Ladendieb wird ja regelmäßig nichts kaufen. Vielleicht hab ich einfach was verpasst und die Wegnahme der Sache stellt konkludent die Annahme eines Angebots zu einem "Diebstahlsvertrag" dar, zu welchem dieses Schild eine AGB darstellt.
Dann dachte ich an c.i.c. Aber da wären 60 Euro denke ich nicht zu bekommen.
Außerdem fiel mir auf, dass der Diebstahl neben dem Vermögensdelikt steht, obwohl es ein Unterfall wäre. Aber die Juristen dieses Modegeschäfts wollten wohl den Ladendiebstahl besonders betonen.
Letztlich wollten sie wohl auf die Problematik der Abgrenzung zwischen Diebstahl und Betrug eingehen, wenn ein Täter einen Teil der Ware bezahlt und den anderen unbemerkt an der Kasse vorbei trägt.

Nichtsdestotrotz hört sich dieser Hinweis unglaublich wichtig an und birgt sicher ein unglaubliches Abschreckungspotenzial für Ladendiebe, welches sich mir nur nicht erschließt.

Dienstag, 10. August 2010

Verloren im Weltweitnetz XIV - He survived...

Ich bin sprachlos. Wer mich kennt, weiß, wie selten das vorkommt (Jaja, der stille Beobachter ist gar nicht so still).
Im Video zu sehen: Ein Holocaustüberlebender tanzt in Ausschwitz zu "I will survive".


Ich weiß nicht wirklich, was ich davon halten soll.

via Hirngerechte Gestaltung

Sonntag, 8. August 2010

subjektiver TB im Fußball

Ich habe schon immer einige Probleme mit Berücksichtigung des Vorsatzes bei Fouls im Fußball. Im Regeltext heißt es in der Regel 12: Ein Spieler verursacht einen Freistoß für das gegnerische Team, wenn er Vergehen "nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz begeht".

Samstag, 7. August 2010

Ende der Renovierung

Dem geneigten Leser ist sicherlich nicht entgangen, dass sich in meinem Blog in den letzten Tagen und Wochen einiges geändert hat.
Der heutige, verregnete Samstag Nachmittag und das Fehlen jeglicher juristischer Literatur, hat jetzt zu einem vorläufigen Ende der Umbauarbeiten geführt.

Freitag, 6. August 2010

Ab durchs Schlupfloch

Die Tatsache, dass unser Wohnheim unter das "Gesetz zum Schutz der Gesundheit" fällt, hat den "Juristischen Wohnheimrat" (JWR) auf den Plan gerufen. Es galt zu klären, ob es denn eine Möglichkeit gibt, das Rauchverbot in den Gemeinschaftsküchen, wo sich der Großteil des Wohnheimlebens abspielt, zu umgehen. Der JWR tagte Dienstag Abend und iVm mit einigen Flaschen Wein, kam man zu folgendem Ergebnis:

Dienstag, 3. August 2010

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil... auch beim Plebiszit...

Man sollte beim Wählen genau hinschauen. Erst recht als angehender Jurist, der im Rahmen eines Volksentscheides aufgerufen ist, über ein Gesetz zu entscheiden. Wie im vorigen Post, geht es wieder um das Nichtraucherschutzgesetz, das eigentlich "Gesetz zum Schutz der Gesundheit", kurz: GSG, heißt.
Vordergründig dreht es sich ja hierbei darum, ob in Gebäuden, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, geraucht werden darf oder nicht. Zu allererst denkt hier jeder an Gaststätten, egal welcher Art.
Aber als ich heute nach dem Rep mein heißgeliebtes Wohnheim betrat, staunte ich nicht schlecht:

Montag, 2. August 2010

Kindergarten

Also manchmal frage ich mich wirklich in was für einer Welt, respektive in was für einem Land ich lebe. Gerade habe ich auf pnp.de gelesen, dass Sebastian Frankenberger, der Initiator des Volksentscheides für echten Nichtraucherschutz, auf dem Volksfest in Waldkirchen aus dem Zelt komplimentiert wurde. Festwirt Werner Pongratz verwies ihn mit der Begründung, Frankenberger würde zu sehr polarisieren.
Seis drum.
Was mich am meisten an der Geschichte ärgert, ist folgendes: Gäste und Bedienungen zündeten sich demonstrativ Zigaretten an.
Wow. Super Statement. Wie kleine Kinder. Ich schäme mich gerade echt für Bayern...

Für die Leser außerhalb Bayerns, die es nicht mitbekommen haben: Am 4.7. fand in in Bayern ein Volksentscheid für echten Nichtraucherschutz statt. 61% der Wähler stimmten mit "Ja" und somit für ein absolutes Rauchverbot. Bayern hat somit seit 1.8. das strengste Nichtraucherschutzgesetz Deutschlands. Nicht einmal mehr Bierzelte sind ausgenommen.

Sommermärchen 2.0

Nur so nebenbei ohne viel drumherum: Falls es jemand nicht mitbekommen haben sollte, Deutschland ist Fußballweltmeister 2010! Die U20-Mannschaft der Damen gewann den Titel am gestrigen Sonntag mit einem 2:0 gegen Nigeria.

Freitag, 30. Juli 2010

Die feine englische...

Neues aus dem Fall Kempter. Gerade hab ich auf SPON gelesen, dass der Schiedsrichter Michael Kempter von einem Drittligaspiel, für das er zunächst angesetzt war, wieder zurückgezogen wurde. Die Ansetzung war erfolgt, obwohl der junge SR kein Spiel mehr bekommen sollte, bis der Skandal aufgeklärt wird. Kempter beschuldigt den ehemaligen Schiedsrichterbeobachter Manfred Amerell der sexuellen Belästigung.

Mal abgesehen vom Skandal selbst, der ja schlimm genug ist, stört mich wirklich die Art, wie dem begegnet wird. Da treffen sich Menschen vor Gericht, handeln in stillen Kämmerchen irgendwelche Deals aus, Schiris werden angesetzt und dann wieder abgezogen.
Was ist das denn für ein Bild nach außen!? Letztendlich wirft das doch ein schlechtes Licht auf alle Schiedsrichter. Wie soll ich denn einem 16-Jährigen Schiri klar machen, dass er nicht mit kurzer Hose zu einem Spiel fahren soll, weil das unseriös wirkt (diese Regelung stimmt wirklich!), wenn die oberen sich eine solche Schlammschlacht liefern?
Schiedsrichter im DFB-Bereich gelten immer als Beispiel für Disziplin, Zurückhaltung, Souveränität.
Aber das was da gerade abgeht, ist der Schiedsrichtertätigkeit, so wie ich sie mir vorstelle, nicht würdig.
Nennt mich altmodisch, aber Vorbilder sehen für mich anderes aus.

Um das vielleicht klar zu stellen: Die meisten Schiris, besonders die, die ich kenne, erfüllen die obigen Tugenden zweifellos. Es geht mir nur um das Verhalten, der an dem Skandal beteiligten.

Montag, 26. Juli 2010

Ritter des Rechts

Ich bin so der Lerntyp, der sich den Stoff gerne in Zusammenhängen einflößt. Ich lerne am effektivsten, wenn ich den Sinn einer Regelung erkannt oder die Entwicklung eines Meinungsstreits nachvollzogen habe. Noch besser natürlich, wenn der Repetitor dem Streit ein Bild verpasst.

Aber von vorn:

Sonntag, 25. Juli 2010

Iudex non calculat

Ich steh auch voll auf Juristenlatein. Auch wenn sie teilweise nicht stimmen. Zum Beispiel hat der Richter durchaus mal mit Zahlen zu kämpfen. Etwa in diesem Falle:

3(4)+9 → wenn (-) 5, 6 oder 7

Damit die Lektüre dieses Posts nicht gänzlich sinnfrei bleibt:
Es geht um Strafrecht. Genauer, um die Geltung des deutschen Strafrechts. Die Zahlen sind §§ des StGB.
Das StGB gilt für Taten, die im Inland (§3), also auf deutschem Staatsgebiet oder deutschen Schiffen und Luftfahrzeugen (§4) begangen wurden. Der Ort ist nach §9 zu bestimmen.
Sind die §§ 3 und 4 zu verneinen (der Jurist sagt "(-)"), kommen noch die Kataloge der §§ 5, 6 und 7 in Betracht, die Regeln, wann Taten in Deutschland bestraft werden können, auch wenn sie nicht auf deutschem Gebiet begangen wurden.

Samstag, 24. Juli 2010

Ornithologie BT II

Die bloggenden RA Siebers, Nebgen und der Enforcer schrieben vor einigen Tagen über ihre Erlebnisse mit jungen Richterinnen.
Interessant fand ich dabei, dass sich im Büro von Herrn Nebgen für solche Richterinnen der Ausdruck "Eule" eingebürgert hat.
Bei uns gibt es sowas ähnliches: Die Saaleule. Ein Begriff aus der studentischen Partyszene.
Regelmäßig handelt es sich dabei um eine styletechnisch schlecht beratenen Kommilitonin, die auf Grund unverhältnismäßigen Lernaufwandes, nur überschaubare soziale Kompetenz vorweisen kann und in Folge dessen höchstselten auf Partys zugegen ist, wobei sie die wenigen Gelegenheiten dazu nutzt, sich ordentlich aus dem Leben zu schießen, was wiederum nicht zu ihrer Attraktivität beiträgt.

Ich bin mir absolut sicher, dass genau das die Kolleginnen sind, die später zu der Sorte Richterin gehören, die von den obigen Bloggern beschrieben wurde.

Freitag, 23. Juli 2010

Da sind sie!

Die Kollegin Jessica Köring fragte in ihrem juristischen Gedankensalat: "Wo sind die studentischen Blawgs?" ,
woraufhin sich einige zu Wort meldeten. Unter anderem wurde vom Rechtler mein Blog ins Rennen geschickt, was dazu geführt hat, dass ich mich gefreut hab' wie ein Schnitzel kurz vorm Panieren. Schön, wenn man in der Blogosphäre wahrgenommen wird.
Jedenfalls erweiterte sich dadurch die Liste der Blogs, die ich verfolge. Außerdem hat mich der Beitrag dazu inspiriert, einen eigenen Blogroll für studentische Blawgs auf zumachen. Ja ich weiß, es sind jetzt fünf, ich werde mich bemühen, da in naher Zukunft bisschen aufzuräumen und die Übersicht wieder herzustellen.

Sie lässt mich nicht los...

...diese Vuvuzela.
Komme gerade von der Abschlussklausur Strafrecht BT I.
Themen (wie erwartet) Diebstahl und Körperverletzung.
Aber ein unglaublicher Aufhänger: Fußball-WM und Vuvuzela.

Chrissi stiehlt eine Mini-Vuvuzela mit 150 dB und wird dabei erwischt.
(P): Gewahrsamsenklave

Dann geht sie zum Public Viewing und trötet der Neuen von ihrem Ex die Ohrwaschel weg, wobei die auf einem Ohr bereits vorher taub war.
(P):
- Vuvuzela als gefährliches Werkzeug iSd § 224 I Nr. 1 Alt. 2 StGB
- Gehörverlust wenn Täter nur ein Ohr geschädigt hat

Schließlich kommt die dumme Nuss Heim und sperrt das Zimmer ihrer darin schlafenden Schwester ab, weil sie in Ruhe duschen will.
(P): Freiheitsberaubung bei schlafendem Opfer.

Ich muss wohl keinem erklären, dass ich auf Sachverhalte stehe, die einen aktuellen Bezug haben. Und wenn da Vuvuzelas vorkommen, flasht mich das umso mehr.
Herr Prof. Müller, sollten Sie das hier lesen: Vielen Dank für diese schöne Klausur!

Donnerstag, 22. Juli 2010

Ablenkungsmanöver

Das muss ich jetzt einfach los werden:
Es ist 12:35, Bibliothek Recht I, ein Anruf, ich nehme ihn im Kopierraum an.
Eine Kommilitonin ist dran, die eigentlich auch kommen wollte.
Sie gibt mir einen unsrer Nachbarn:

Montag, 19. Juli 2010

Alles eine Frage der PR

Vor einigen Tagen auf der Facebookseite "Unnützes Wissen": 
Um endlich sein negatives Image loszuwerden, wurde der Berliner Vorort Rixdorf 1912 umbenannt - in Neukölln.

Heute auf SZonline:
Er ist wohl der jüngste in Deutschland gefasste Drogendealer: Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ist ein elfjähriger Drogenhändler von der Berliner Polizei gefasst worden. Am Sonntagmittag entdeckten Polizisten den Jungen arabischer Herkunft sowie einen zwölfjährigen Komplizen erneut im U-Bahnhof Schönleinstraße in Neukölln.
zum ganzen Artikel

Hach, es sind die kleinen Dinge, die einem den tristen Lernalltag versüßen...

Donnerstag, 15. Juli 2010

Gesucht

Motivation - Wurde zuletzt mit einem Mojito auf der Liegewiese gesehen. Seitdem verschwunden. Sachdienliche Hinweise zum verbleib bitte in die Kommentare.

Aber ich kann die Motivation schon verstehen. Wer will bei dem Wetter schon in die Bib, wenn es so viele schöne Alternativen gibt: Guggi, Grillplatz, Volleyball oder jeder andere Platz im Schatten.

Ich kann mich ja kaum zum bloggen aufraffen... Geschweige denn zum Strafrecht lernen. Vielleicht versuch ich's mal mit einer Kombi aus Liegewiese und Karteikarten.

Montag, 12. Juli 2010

Eilmeldung

Oberhausen - Im Aquarium Oberhausen wurde eingebrochen. Die Polizei ermittelt. Mehrere Personen, vermutlich Holländer, die grillend vor dem Aquarium saßen, haben angeblich nichts gesehen. Einzelheiten folgen in Kürze.

Montag, 5. Juli 2010

Zwei auf einen Streich

Dass es im Strafrecht mitunter nicht unbedingt pietätvoll zugeht, ist ja mittlerweile bekannt.
Heute ging es im Rep unter anderem um § 246 StGB, Unterschlagung. Dort heißt es in Absatz 1 am Ende:
[...] wird [...] bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

Bei einer solchen anderen Vorschrift muss es sich nicht zwingend um ein Eigentumsdelikt handeln, was folgendes Beispiel erläutert, dass vom BGH entschieden wurde (hab leider keine Fundstelle parat):
T stiehlt dem O dessen Fahrrad. Als O es zurückfordert, erschlägt ihn T mit einem Vorschlaghammer.
Totschlag zweifelsohne (+), evtl. kommt auch Mord in Betracht.
Allerdings könnte auch eine Unterschlagung verwirklicht sein.
Frage: Worin besteht die "Manifestation des Zueignungswillens"?
Antwort: Es ist die Gleiche, wie die Tötungshandlung. Also der Schlag mit dem Hammer auf den Kopf
Ob sich der T wohl bewusst war, was er einem Juristen durch einen einfachen Hammerschlag alles über sich verrät?

Montag, 28. Juni 2010

Spielverderber

Public viewing in der Regensburger Innenstadt...

...wahnsinnsstimmung...

...die Freunde aus der Exekutive waren auch dabei.

 Unsere Freunde und Helfer wurden nicht müde, vorbeifahrende Autos aufzuhalten und Fahrgäste, die sich durch eine besondere Kreativität bei der Sitzplatzwahl auszeichneten, zurechtzuweisen:

Trotzdem bin ich immernoch überrascht, wie diese Kameraden an der Polizei vorbeikommen konnten:

England's going home!

England's going home, they're going home, they're going home, they're going!



via miss carrie

Mittwoch, 23. Juni 2010

SPONblog

Auf SPON findet sich momentan ein Artikel über gegen Wehrpflicht. Ohne jetzt auf das Für und Wider dieser Einrichtung eingehen zu wollen, will ich nur, in schöner BILDblog-Manier, auf einen kleinen Fehler, in der, den Artikel begleitenden Fotostrecke, hinweisen:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-56210-5.html

Laut Bildunterschrift, zeigt das Foto einen Wehrpflichtigen bei der Pause. Der Kamerad trägt aber Schulterklappen, die ihn mindestens als Unteroffizier zu erkennen geben. Diesen Rang kann ein Wehrpflichtiger nicht erreichen.

So, genug kluggescheißt...

Montag, 21. Juni 2010

Freund und Helfer

Bei Udo Vetter im law blog wird momentan rege diskutiert, wie man sich denn bei einer Polizeikontrolle verhalten sollte und was unser Freunde der Exekutive denn überhaupt machen dürfen.
Die Meinungen reichen von Kooperieren, wegen dem wer-nichts-zu-verbergen-hat-Argument, bis zu "Das geht die einen Sch******** an wo ich hin will!"
Wer mal ein Stündchen Zeit hat, kanns ja mal auf diese Weise probieren:


Sonntag, 20. Juni 2010

Fußballmusik

Seit ein paar Tagen beschäftigen mich die Top 9 WM Songs, die einem von MTV angeboten werden.
Abgesehen von der Frage, wieso es nicht für Top 10 gereicht hat, finde ich es ein wenig komisch, dass "Angels" von Robbie Williams und "Dieser Weg" von Xavier Naidoo dabei sind.
Das inspirierte mich zu folgender Liste meiner persönlichen Fußballhits:

Freitag, 18. Juni 2010

Schlechte Publicity ist... ää... schlechte Publicity!!!

Was ich mir gestern beim WM schauen gedacht habe:
Bei so einem Event, sehen doch sicher auch Leute zu, die sich im richtigen Leben nicht so sehr für Fußball interessieren. Was müssen die für einen Eindruck von dieser Sportart haben? Bis jetzt (fast) nur schlechte Spiele. Wenig Tore und ein Haufen Karten. So weit ich mitgezählt habe schon vier Mal glatt Rot! Unfassbar...

Mittwoch, 16. Juni 2010

Schadensbestimmung

Heutiger Fall in Schuldrecht AT (aufs Wesentliche beschränkt): Installateur macht einen Fehler beim Einbau der Heizung. Durch eine Gasexplosion werden Haus und Garten zerstört und die Ehefrau kommt um.
Schaden: Haus, Garten, Ehefrau.
Kommentar:
Kommen sie mir jetzt nicht mit Pietät! Wir sind Juristen!

Montag, 14. Juni 2010

Vuvuzela III

Nachdem bei dieser WM Deutschland die einzige Mannschaft stellt, die wirklich Fußball spielt, richten sich die Blicke mehr auf das drumherum.
Vor allem geht's um die Taliban unter den Blasinstrumenten: die Vuvuzela.
Hier ein wunderschönes Lied, dass in allen Stadien, Public Viewings und ähnlichem ab sofort erschallen muss:

Sonntag, 13. Juni 2010

Die Hoffnung ist nicht totzukriegen

Die FIFA überlegt jetzt doch wieder, die Vuvuzelas aka "Instrumente der Hölle" in Stadien zu verbieten. Grund dafür sind laut Focus verschiedene Beschwerden von Sendeanstalten, Zuschauern, Kommentatoren, Spielern, Offiziellen... ä also von fast allen.

Meine Meinung: Total dafür!

Samstag, 12. Juni 2010

Der frühe Vogel

Menno, da wollte ich meine zweiwöchige Blogunlustige Zeit damit beenden, über diese "Vuvuzelas" zu grantln, und dann kommt man mir hier und auf SPON zuvor.

Was ich außerdem nicht erwartet hätte: Zu "Vuvuzela" gibt es einen Wikipediaeintrag. In diesem wird u.a. die Diskussion über ein Verbot der Blasinstrumente dargestellt. Ein solches konnte ja bekanntlich nicht durchgesetzt werden.
Einzig in Deutschland haben einige Städte das Vuvuzela beim Public Viewing verboten, darunter Köln, Hamburg, Berlin, Würzburg und Nürnberg. Begründung: Gehörgefährdung der anderen Besucher und die Möglichkeit, dass Notfalldurchsagen übertönt werden könnten. Aha, in Südafrika haben die wohl lautere Durchsagen...

Das ganze läuft wohl unter "andere Länder andere Sitten"...

Montag, 31. Mai 2010

Kindergarten

Erst vor kurzem habe ich hier über das "unreife" Verhalten eines Spielers geschrieben. Vor kurzem begegnete mir erneut ein solcher Kamerad, der es mit dem erwachsen werden offensichtlich nicht so ernst nimmt.

Es war kurz vor Schluss, die gegnerische Mannschaft führte mit zwei Toren Vorsprung. Ich pfeife Foul gegen den Spieler. Nun hat er nichts besseres zu tun, als den Ball zu nehmen und damit weg zu gehen. Weil die Stimmung relativ entspannt war, sagte ich in ruhigem, ja freundlichen Ton, er solle doch den Ball bitte da lassen.
Darauf reagierte er nicht. Ich wurde bestimmter. Immer noch nichts.
Jetzt überlegte ich, ob ich die Gelbe Karte raus holen sollte. Weil es aber kurz vor Schlusspfiff war, entschied ich mich dazu, den Spieler ausgiebig verbal zusammen zu falten. Nach einigen, zu meiner eigenen Verwunderung sehr lauten Ausführungen darüber, was der Blödsinn solle, dass wir hier nicht im Kindergarten wären und er endlich erwachsen werden solle, warf er seinem Gegner den Ball zu.
Ich war wirklich selbst überrascht, wie still es auf einmal auf dem Platz war. Und ich glaube der Anpfiff vor allen Spielern, Mitspielern und Zuschauern hat bei dem Betreffenden mehr Wirkung gezeigt, als eine popelige Verwarnung.

Wobei ich mich nach dem Spiel schon gefragt habe, ob dieses ewigen Kindereien denn sein müssen. Von mir wird ja auch erwartet, dass ich mich vernünftig auf dem Feld benehme.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Lebensversicherung

Der Elektrokonzern Foxconn, der u.a. das iPhone herstellt, hatte in letzter Zeit mit einer Selbstmordserie unter seinen Mitarbeitern zu kämpfen. Konsequenz: Die noch lebenden Angestellten müssen vertraglich zusichern, sich nicht das Leben zu nehmen.
So weit, so kurios.

Jetzt wäre ich kein vernünftiger Jurastudent, wenn mir nicht sofort ein Haufen unvernünftiger Fragen durch den Kopf schießen würden (alles freilich Probleme, die man nur in Deutschland hätte).

Im Vertrag heißt es u.a. "Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen".
(P): Ist Selbstmord auch gleichzeitig Körperverletzung?

Leben ist kein disponibles Rechtsgut. Man kann einer Tötung nicht zustimmen.
(P): Kann man sich dann, quasi als Gegenteil, verpflichten, nicht zu sterben? Das wäre ja streng genommen wieder eine Disposition über das eigene Leben.

Und schließlich ist eine vertragliche Vereinbarung, die man nicht einklagen kann, nichts wert.
(P): Wie bestrafe ich einen Selbstmörder!?

via Die ganze Welt des Wahnsinns

Mittwoch, 26. Mai 2010

Überholspur

Es wird viel über den Bachelor geschimpft. Vieles davon sicherlich zu recht. Deswegen wehren sich die Juristen auch gegen die Einführung.
Ein Hauptargument ist, dass der Student durch den vollen Stundenplan keine Zeit mehr für Nebenbeschäftigungen hat.
Dem kann jetzt abgeholfen werden! Recht schnell! verspricht juristisches Wissen in kürzester Zeit. Strafrecht AT soll in "eineinhalb bis zwei Wochen" machbar sein.
Damit lassen wir sämtliche Bachelors und Bachelorettes weit hinter uns! 4 oder 5 Semester bis zum Examen sollten ja wohl reichen.

Bei aller Polemik: Die Filme scheinen mir sehr gut gemacht und sprechen visuelle Lerntypen sicherlich an.
Überlege noch, ob ich mir des kostenlose Probelernen vielleicht doch mal anschauen soll...

via Statt Aller

Montag, 24. Mai 2010

Verloren im Weltweitnetz XIII - Billig-Urlaub

Man kennt das ja: Sobald etwas billig ist, versteckt sich irgendwo ein Haken.

Gerade habe ich auf der Homepage des großartigsten Musikers aller Zeiten (www.farinurlaub.de) gelesen, dass es eine Live-DVD von seiner vergangenen Tour hätte geben sollen. Allerdings schrieb er, die Tonqualität der Aufnahmen hätte ihn nicht zufrieden gestellt, weshalb ist er sich zu fein wäre, das Zeug zu verkaufen.

Aus diesem Grund gibt's die Show auf der Seite als Gratisdownload! Wahlweise auch hier als Stream.

Der Haken: Der geneigte Fan muss sich mit der "schlechten" Tonqualität begnügen.
Ich hab mir einen Großteil angehört. Man merkt fast nichts. Ein absolutes MUSS für jeden FU-Fan!

Sonntag, 23. Mai 2010

Liebesentzug

Eine Situation, die ich vor einigen Wochen hatte:

Ein Spieler, der bereits eine Gelbe Karte bekommen hatte, foulte erneut (allerdings nicht gelbwürdig). 'Ich pfeife. Weil er über die Entscheidung nicht erfreut ist, wirft er sich auf den Boden.

Soll ich ihn jetzt mit Gelb/Rot raus werfen? Oder einfach ignorieren und ihm dadurch zeigen, dass mich sein Verhalten nur peripher tangiert?

Ganz ehrlich: Solche Sachen gehen mir mittlerweile so dermaßen auf den Senkel! Ich muss mich auf dem Platz auch zusammenreißen und so manches, was mir auf der Zunge liegt, runter schlucken. Wer mich kennt weiß, wie schwer mir das fällt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Spieler meine kalte Schulter als Strafe sieht. Wohl eher nicht. Aber ich seh' auch nicht ein, auf dem Feld Kindermädchen zu spielen und den Spielern auch noch Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Grantln

Info vorab: Begriffserklärung gibts hier

Gestern auf der Regensburger Maidult war einiges los.
Unter anderem kam ein interessantes Gespräch über traditionelle Trachten auf. Die meisten, die man heutzutage auf Volksfesten sieht, sind 08/15-Lederhosen und -Dirndl von der Stange. Ist ja auch in Ordnung, da die "richtigen" sehr teuer sind.
Schnell kam das Gespräch aber darauf, inwiefern man die Tracht mit "normaler" Kleidung kombinieren kann/darf.
Die Antwort:

Mittwoch, 12. Mai 2010

Pausenbeschäftigung

Mal wieder was für die Fußballabteilung dieses Blogs:
Fußballplätze und die dazugehörigen Vereinsheime und Umkleidekabinen unterscheiden sich in Aufbau und Ausstattung teilweise eklatant.
Es gibt Umkleiden, die für einen einzelnen Schiri schon zu klein sind, geschweige denn für ein Gespann. Auf der anderen Seite war ich auch schon in modernen Neubauten, in welchen jeder Schiri seine eigene Dusche hat.
Neulich war ich bei einem Verein, wo die Schiris im Keller untergebracht sind. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Man zieht sich dort im Saunaraum um, ergo ist es sehr sauber, geräumig und man hätte sogar mehrere Liegestühle.

Das einzige Problem:

Montag, 10. Mai 2010

Tighter Judge, Oider!

Das is ja 'n wacker shit!
In Großbritannien wollte die Staatsanwaltschaft einem jugendlichen Homie, der sich wegen Diebstahls und Drogenhandel strafbar gemacht hatte, das Tragen von Baggys und Hoodie verbieten.
Der straighte Richter war von den Ausführungen der Ankläger nicht überzeugt und entschied den Beef zu Gunsten des Hoppers.
Fett Props, Oider!
Nicht auszudenken, was ein anderes Urteil für die street credibilty des Angeklagten bedeutet hätte...

Montag, 3. Mai 2010

Du weißt, dass du Jura studierst, wenn...

So heißt meine Lieblingsgruppe im StudiVZ. Da stehen echt lustige Sachen drin, die erschreckend oft stimmen.
Heute sind mir selbst zwei Dinge aufgefallen, deren Ursachen definitiv auf mein Studienfach zurückzuführen sind:

Freitag, 30. April 2010

Von Wäldern und Bäumen

Es ist schon irgendwie komisch. Vor einem Jahr saß ich als Viertsemester in Strafrecht-BT-I und war ganz "eingeschüchtert" von den höheren Semestern mit ihren Schönfeldern.
Aus verschiedenen Gründen sitze ich dieses Jahr wieder in dieser Vorlesung. Aber irgendwie benehmen sich die Viertsemester jetzt anders, als ich damals. Die sind gar nicht schüchtern. Einerseits mag das nicht schlecht sein. Andererseits werfen einige aus lauter Übermut vogelwild mit irgendwelchen Meinungsstreits und Theorien umeinander.

Bestes Beispiel: der "Taxifahrerin-Würge-Fall"
Sachverhalt (vereinfacht und aufs hier wesentliche reduziert):
Der Fahrgast in einem Taxi entschließt sich, die Fahrerin mit einem Seil so lange zu würgen, bis sie bewusstlos ist, um sich dann die Einnahmen des Tages an sich zu nehmen. Er will sie auf keinen Fall töten. Die Frau überlebt.

Die (banale) Frage des Profs: "Handelte der Täter mit Tötungsvorsatz?"
Die Antwort wäre: "Nö, weil: steht im Sachverhalt."
Die tatsächlich gegebene Antwort des gefragten Kollegen: "Also nach der Hemmschwellentheorie..."
Ab dieser Stelle hab ich schon nicht mehr zugehört, weil ich zu sehr beschäftigt war, fragende Blicke auszutauschen.

Das war wieder mal ein Kamerad von der Sorte "Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was und will das jetzt sagen!"
Das muss doch nicht sein. Zum einen verliert er sämtliche Sympathien im Hörsaal, zum anderen kostet das einfach Zeit, weil natürlich der Prof. auf die Antwort eingehen muss. Aber wenigstens schaffte es dieser, die Antwort in gebotener Kürze anzufertigen.

Sonntag, 25. April 2010

Pädagogen auf der Trainerbank

Ich bin ein Fan von Trainern, die versuchen, während des Spiels auf ihre Schützlinge einzuwirken. Besonders, wenn dabei solche Sätze entstehen, die quer über den ganzen Platz gebrüllt werden:
  • "Hoffentlich bist du nicht bei mir mitgefahren, sonst kannst zu Fuß nach Hause gehen!" (zu einem Jugendspieler)
  • "Komm du mir ins Training! Ich mach dich rund wie nen Buslenker!"
  • "Noch so ein Ding und du bist raus!" (nach den ersten 5 Minuten)
  • "Was war das denn? Sollen wir die Prügelstrafe wieder einführen!" (bei einem Herren(!)-Spiel, als der Verteidiger schön quer durch den eigenen 16er passte)
  • "Mach den jetzt rein, sonst rasier' ich dich!"

Samstag, 24. April 2010

Verloren im Weltweitnetz XII - Ansage

Ich werde oft gefragt, was ich als Schiedsrichter denn zu einem Spieler sage, wenn ich ihm eine Gelbe Karte gebe. Das konnte ich noch nie wirklich beantworten. Die Möglichkeiten reichen vom schweigen, über "weißte bescheid!" und "Ab jetzt langsam reiten, Cowboy!" bis zu zu "Herr Meier/Müller/Schmidt, das war ihr drittes Foul, sie waren bereits ermahnt. Hiermit sind sie verwarnt!". Hm, wobei die letzte, höflichste Form wohl am seltensten dran kommt.
Was ich aber möglichst bald ausprobieren muss ist folgendes:
"So solle diese Unglückstat auf ewig dir im Kalender stehen, Schurke!"

Freitag, 23. April 2010

Die Welt am durchdrehen...

Nachdem ich letztens einiges über die Entstehung von Erdbeben gelernt habe, wurde ich heute mit einer neuen Erkenntnis konfrontiert:
Bestimmte Lebensmittel können schwul machen! Sagt zumindest der bolivianische Präsident Evo Morales. Besonders warnte er vor dem Verzehr von Hänchenfleisch.

Bericht im Tagesspiegel
via Kanzlei Hoenig

I ♥ Sommersemester

Hab' ich schon erwähnt, dass ich voll auf Sonne steh'?
Dem kommt mein Stundenplan in diesem Semester sehr entgegen. Zwar sind die ersten Wochentage ziemlich voll mit Vorlesungen, Seminaren und Repetitorien, dafür geht's ab Donnerstag etwas gemütlicher zu.
Dadurch konnte ich auch ein Freibierchen, dass es anlässlich der offiziellen Mensaeröffnung gab, genießen.
So lass' ich mir das Studentenleben eingehen:

Donnerstag, 22. April 2010

Romantik im Recht V

Ich bin ein Fan von Eselsbrücken. Seit gestern weiß ich, wie man sich die vier Alternativen bei einer Verfügung merken kann.
Man denkt sich eine Hochzeitsnacht (wobei Braut = ein Recht) und geht chronologisch vor:
  1. Erst wird die Braut aufgehoben
  2. dann über die Schwelle übertragen
  3. schließlich belastet
  4. und letztlich gibt's eine Inhaltsänderung 
Wenn es doch nur immer so leicht nachvollziehbar wäre...

Mittwoch, 21. April 2010

Wie die Welt funktioniert...

Nachdem man in der westlichen Welt über ehemals gesicherte Erkenntnisse der Wissenschaft mittlerweile nur noch Witz macht (Stichwort: Rückenmarkschwund), verlor man total aus den Augen, dass man mit solchen Methoden die Welt viel leichter erklären könnte.
Iranische Forscher Gelehrte Geistliche haben jetzt die Ursache für Erdbeben entdeckt:
“Viele Frauen, die sich nicht angemessen kleiden, verführen junge Männer zur Unkeuschheit und verbreiten Unzucht in der Gesellschaft, was letztendlich zu Erdbeben führt”
via Pornoanwalt

Dienstag, 20. April 2010

Geschichtsstunde

Aus Diskretionsgründen muss ich auf eine detailierte Beschreibung der letzten Tage verzichten. Weil ich aber trotzdem geil auf Content bin, gibts an dieser Stelle ein wenig Geschichtliches.

Es geht um das Verhältnis zwischen Goethe und Schiller, genauer um eine kleine Episode, als beide miteinander um die Häuser zogen. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, weiß ich nicht, aber auf Grund der Parallelwertung in der Moderne, wäre alles andere Spekulation:

Einmal begab es sich, dass Goethe und Schiller zusammen ein kleine Kneipentour veranstalteten. Eigentlich wollten beide schon Heim gehen und hatten sich bereits verabschiedet. Kurz bevor Schiller seine Haustür erreichte, kam Goethe jedoch wieder um die Ecke und rief ihm zu: "He Fritz!"
Schiller drehte sich um: "Was los?"
"He Fritz! WHY NOT?"
In diesem Moment machte Schiller kehrt und beide gingen, ohne ein weiteres Wort zu wechseln, in die Kellerschänke nebenan.

Freitag, 16. April 2010

Erst mal abhängen!

Die Seminararbeit ist inhaltlich fertig. Nur noch Korrekturlesen und am Montag wird abgegeben.

Insgesamt hat's fast zwei Monate gedauert. Wobei die effektive Arbeitszeit wohl höchstens 4 Wochen betrug. Man braucht ja auch seine Freizeit!

Jetzt kenne ich mich außer in Recht I auch im Rechtsgeschichtteil der Recht II-Bib, in Philosophie I und II, in der Zentralbib und im hintersten (wirklich allerletzten!) Winkel der Lehrbuchsammlung aus.

Außerdem hab ich viel über das römische Recht und den Römer an sich (Er war ein Arschloch!) gelernt.

Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass ich fast nichts für "Romantik im Recht" finden würde. Schade.

Bevor ich mich ins neue Semester stürze, widme ich mich in der kommenden Woche erst mal den wichtigen Themen des Lebens:
  • Party
  • Kaffee trinken
  • Fußball
  • Wieso ist die Hanna von den Topmodels auf einmal 18!? Die war doch vor ner Woche noch 16?
  • mal wieder was kochen!
  • und natürlich bisschen mehr bloggen

Dienstag, 13. April 2010

Verfluchen für Anfänger

Tod und Verderben all jenen, die Bücher in der Bibliothek nicht an den richtigen Platz zurückstellen!

Sonntag, 11. April 2010

Seminararbeit - Polyglott sollte man sein

Im Nachhinein erweist es sich als Fehler, sich in der 7. Klasse für den neusprachlichen Zweig entschieden zu haben. In Rechtsgeschichte wäre es nicht schlecht, den ein oder anderen Brocken Latein zu können. Aber diesbezüglich kommt man ganz gut zurecht.

Interessant wird's bei Griechisch. Bei dieser Sprache streben meine Kenntnisse gegen Null.
Was macht also der findige Seminararbeitsschreiber?

Richtig: Googlen!

Also: Nachdem ich keine griechische Tastatur hab, erst mal das fragliche Wort im Word durch Sonderzeichen zusammengesetzt. Dann in den Übersetzer eingefügt. Durch einen Klick auf "Übersetzen" bekam ich folgendes Ergebnis:


Toll.

Donnerstag, 8. April 2010

guter Tag

Mittwoch, 7.4.2010:
Sonnenschein.
7 Punkte in der Sachenrecht-Klausur. (iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiääääääää!!!!!!)
Die Mensa hatte zum ersten Mal nach der Renovierung wieder offen und hat auf den ersten Blick überzeugt.
Die Seminararbeit ist 4 Seiten länger geworden.
Eröffnung der persönlichen Biergartensaison.
Kochen mit Freunden.
Fußballschauen im Wohnheim.
Den Abend im Barraum ausklingen lassen.
Bett.

Montag, 5. April 2010

Na wenn die Welt dadurch besser wird...

Es gibt diese Themen, zu denen jeder so seine Meinung, aber keiner wirklich eine Lösung hat. Zum Beispiel Klimaerwärmung. Sozialpolitik. Der Krieg/kriegsähnliche Zustand in [hier bitte beliebigen Krisenherd einsetzen].
Oder auch die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Wobei letztere Diskussion für mich seit heute eine neue Facette hat: In Portland im US-Bundesstaat Maine, haben zwei Dutzend Frauen für das Recht auf freien Oberkörper demonstriert.

Sonntag, 4. April 2010

Seminararbeit - langsam nervts...

Jeder hat so seine eigene Art, mit der Seminararbeit umzugehen. Während einige schon 5 Wochen vor Abgabeschluss Panik schieben, sehen es andere eher locker.
Ich gehöre zu letzterer Kategorie.
Der Abgabetermin ist nur noch zwei Wochen entfernt und obwohl noch nicht mal die Hälfte geschrieben ist (ich bin auf Seite 9 von 20-25) fühle ich keinen wirklichen Druck. Es ist eher so, dass die Arbeit ja schon fertig ist - nur eben noch in meinem Kopf. Und weil ich es nicht schaffe, die Gedanken zu Papier zu bringen, nervt mich das ganze langsam und ich hangle mich nur noch von Kaffeepause zu Kaffeepause.
Ich glaub ich stecke mir jetzt ein sportliches Ziel: Diese Woche auf Seite 20 gelangen. Mal schaun, ob ich das schaff.

Achja: Frohe Ostern!

Montag, 29. März 2010

Abseits von Gut und Böse - update

Ich will ja gar nicht angeben, aber...

Gerade habe ich bei indirekter-freistoss.de gelesen, dass auch Hellmut Krug im Tagesspiegel meine Meinung bestätigt. Zuvor kam das Gleiche schon von Eugen Strigel in der SZ.

Sonntag, 28. März 2010

Abseits von Gut und Böse

Die Sportschau kürte die gestrige Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Lutz Wagner im Spiel Hertha BSC Berlin gegen Borussia Dortmund zum „Pfiff des Tages“:

Die Medien sind sich geschlossen einig, dass der Kopfball von Felipe Santana eine neue Spielsituation einleitet.
Ich bin mir da nicht von vornherein so sicher.
Dass Theofanis Gekas bei der Ballabgabe im Abseits steht, ist unstrittig. Es stellt sich also die Fragen, ob aus dem nicht strafbaren Abseits („passives Abseits“) strafbares („aktives“) wurde.
Zur allgemeinen Auffrischung, hier der Regeltext der Regel 11:
Ein Spieler befindet sich in einer [nicht automatisch strafbaren] Abseitsstellung, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist, als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler.
Ein Spieler wird nur für seine Abseitsstellung bestraft, wenn er nach Ansicht des Schiedsrichters zum Zeitpunkt, wenn der Ball einen Mitspieler berührt oder gespielt wird, aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, indem er
  • ins Spiel eingreift
  • einen Gegner beeinflusst oder
  • aus seiner Position einen Vorteil zieht.
Wir wissen, dass eine Abseitsstellung von Gekas vorlag. Problematisch ist, ob er eine der drei Voraussetzungen erfüllt.

Weil er den Ball nicht direkt bekommt, scheidet die erste Möglichkeit schon mal aus.

Er könnte Santana beeinflusst haben. Die Regel nennt hier „behindern, täuschen oder ablenken“. Gekas steht doch einige Meter vom Abwehrspieler weg. Santana spielt auch sehr genau und gezielt. Außerdem kam noch ein weiterer Stürmer von hinten, sodass wohl Gekas nicht allein kausal für die Rückgabe war.

Aber er zieht einen Vorteil aus seiner Stellung. Wäre er vorher nicht im Abseits gestanden, wäre er später nicht an die Rückgabe von Santana herangekommen. Dem halten die Medien nun entgegen, Santana würde mit seinem Kopfball eine neue Spielsituation einleiten.
Gegen eine neue Situation sprechen zunächst zwei Dinge:
Erstens der zeitliche Zusammenhang. Es geht sehr schnell. Innerhalb weniger Sekunden zwischen zwei Situationen zu unterscheiden, halte ich für äußerst schwierig.
Außerdem erfährt der Ball keine signifikante Richtungsänderung. Hätte ihn Santana nicht gespielt, wäre er wohl auch so zu Gekas gelangt, welcher dann unzweifelhaft Abseits gewesen wäre.
Jedoch besagt die Regel eindeutig, dass ein Spieler nicht im Abseits steht, „wenn er den Ball direkt [sic!] von einem Gegenspieler zugespielt bekommt“. Und das ist vorliegend zweifelsohne gegeben. Santana wurde nicht in irgendeiner Form angeschossen, sonder spielte den Ball bewusst.
Somit ist von einer neuen Spielsituation auszugehen, wodurch Gekas nicht strafbar Abseits war.

Mit dieser Lösung erhebe ich keinen Anspruch auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit! Es bleibt abzuwarten, wie sich der DFB äußert.
[Edit: Eugen Strigel sieht's genauso]

Aus meiner Sicht lag hier also leider eine Fehlentscheidung vor. So bitter das für Hertha sein mag, bleibt auch zu bedenken, dass der Schiedsrichterassistent für die Überlegungen, die mich doch einige Zeit gekostet haben, nur wenige Sekunden, um nicht zu sagen Bruchteile, hatte. Und ganz ehrlich: Eine Zeit lang, war ich auch der Meinung, die Abseitsentscheidung wäre richtig gewesen. Im Ergebnis überzeugt mich die „neue Spielsituation“ auch immer noch nicht wirklich.