Es ist schon irgendwie komisch. Vor einem Jahr saß ich als Viertsemester in Strafrecht-BT-I und war ganz "eingeschüchtert" von den höheren Semestern mit ihren Schönfeldern.
Aus verschiedenen Gründen sitze ich dieses Jahr wieder in dieser Vorlesung. Aber irgendwie benehmen sich die Viertsemester jetzt anders, als ich damals. Die sind gar nicht schüchtern. Einerseits mag das nicht schlecht sein. Andererseits werfen einige aus lauter Übermut vogelwild mit irgendwelchen Meinungsstreits und Theorien umeinander.
Bestes Beispiel: der "Taxifahrerin-Würge-Fall"
Sachverhalt (vereinfacht und aufs hier wesentliche reduziert):
Der Fahrgast in einem Taxi entschließt sich, die Fahrerin mit einem Seil so lange zu würgen, bis sie bewusstlos ist, um sich dann die Einnahmen des Tages an sich zu nehmen. Er will sie auf keinen Fall töten. Die Frau überlebt.
Die (banale) Frage des Profs: "Handelte der Täter mit Tötungsvorsatz?"
Die Antwort wäre: "Nö, weil: steht im Sachverhalt."
Die tatsächlich gegebene Antwort des gefragten Kollegen: "Also nach der Hemmschwellentheorie..."
Ab dieser Stelle hab ich schon nicht mehr zugehört, weil ich zu sehr beschäftigt war, fragende Blicke auszutauschen.
Das war wieder mal ein Kamerad von der Sorte "Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was und will das jetzt sagen!"
Das muss doch nicht sein. Zum einen verliert er sämtliche Sympathien im Hörsaal, zum anderen kostet das einfach Zeit, weil natürlich der Prof. auf die Antwort eingehen muss. Aber wenigstens schaffte es dieser, die Antwort in gebotener Kürze anzufertigen.
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