Sonntag, 8. August 2010

subjektiver TB im Fußball

Ich habe schon immer einige Probleme mit Berücksichtigung des Vorsatzes bei Fouls im Fußball. Im Regeltext heißt es in der Regel 12: Ein Spieler verursacht einen Freistoß für das gegnerische Team, wenn er Vergehen "nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz begeht".

Das führt mitunter zu unbilligen Ergebnissen, die für einen Außenstehenden nicht nachvollziehbar sind und in anderen Sportarten sogar genau anders Entschieden werden.
Das Paradebeispiel dafür, ist das Versperren des Laufweges: Ein Angreifer spielt den Ball am Verteidiger vorbei, dieser stellt sich ihm in den Weg. Daraus folgt ein indirekter Freistoß für die angreifenden Mannschaft. Wenn sich der Verteidiger aktiv in den Laufweg bewegt, ist die Entscheidung auch durchaus nachvollziehbar.

Anders allerdings, wenn er einfach stehen bleibt. Auch wenn der Angreifer keine Anstalten macht, um den Verteidiger herumzulaufen, bekommt er den Freistoß. Im Handball würde das als Stürmerfoul gewertet werden. Und auch ein neutraler Beobachter, der sich mit Fußball nicht so gut auskennt, würde sagen, der Verteidiger könne sich ja nicht in Luft auflösen.
Der gemeine Fußballzuschauer ist allerdings schon so weit konditioniert, dass er solche Entscheidungen nicht nur akzeptiert, sondern sogar fordert.

Dies wird dann wieder problematisch, wenn tatsächlich kein Foul vorliegt. Nämlich dann, wenn der Verteidiger zwar den Laufweg versperrt, jedoch selbst an den Ball kommt. Dies gilt dann wieder (richtigerweise) als erlaubter Körpereinsatz. Das muss man dem Publikum erst mal verkaufen...

Von einiger Zeit passierte bei einem Spiel, in dem ich SRA war, genau dies. Erschwerend kam hinzu, dass kurz darauf die vorher vermeintlich benachteiligte Mannschaft tatsächlich ein solches Foul beging, welches geahndet wurde. Regeltechnisch genau richtig. Aber viele Zuschauer konnten die Entscheidung nicht nachvollziehen.

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