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Dienstag, 12. April 2011

Abwegige Ansicht vertretbar?

Gestern bekam ich eine Erbrechtsklausur heraus, in der sich ein schönes Beispiel dafür findet, dass es in Jura immer wieder auf den Korrektor ankommt.
Da im Sachverhalt mitgeteilt wurde, dass der Erblasser sein Testament am 1. Januar um 4 Uhr früh verfasst hatte und das auch noch auf der Rückseite einer Einladung zu einer Silvesterparty, kam ich auf die Idee, kurz zu diskutieren, ob er vielleicht in Folge von Alkoholgenuss testierunfähig gewesen sein könnte. Mangels weiterer Anhaltspunkte ging ich aber von einem wirksamen Testament aus (alle anderen Voraussetzungen waren erfüllt).
Jetzt steht bei mir am Rand der Kommentar "naja, wohl eher abwegig". Das würde mich, insbesondere auf Grund der Bewertung, nicht weiter stören, wenn nicht zwei Kommilitonen bei diesem Punkt die Anmerkung "guter Gedanke! :)" stehen hätten. Mit Smiley! Und beide haben mehr Punkte als ich...
Resmonstrieren werde ich trotzdem nicht, bestenfalls würde ich dann zwar eine zweistellige Bewertung haben, aber davon kann ich mir auch nichts kaufen. Da nutze ich die Zeit lieber, um diesen Post zu schreiben :)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Telefonjoker

Dass man Handys in Vorlesungen und ähnlichen Veranstaltungen aus- oder zumindest lautlosschaltet, sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. Sollte es doch einmal vergessen werden und es kommt zum Ernsttfall (also das Mobiltelefon gibt Geräusche von sich), wird das meiner Erfahrung nach von den Dozenten professionell ignoriert.
Allerdings nicht so gestern im hemmer-Rep. Nachdem der Dozent eine Frage in den Raum gestellt hatte, läutete beim Kommilitonen neben mir das iPhone, was zu folgendem Dialog führte:
Dozent: "War das jetzt der Telefonjoker?"
Student: (zwar peinlich berührt, aber trotzdem schlagfertig) "Nene, das war die Alpmann-App!"

Montag, 4. Oktober 2010

Erst mal 'n Päuschen...

Ich will ja jetzt nicht den Moralapostel spielen. Aber vor meinen Fenster findet gerade ein "gemütliches Beisammensein" mehrerer Kommilitonen der FH statt. Inklusive einer Kiste Bier. Ich sitze währenddessen in meinem Zimmer und beschäftige mich mit der ZPO.
Heute haben die Vorlesungen in der FH angefangen. Mittlerweile ist es 13:54.
Irgendwas habe ich in meinem Leben falsch gemacht...

Samstag, 18. September 2010

Juristen sind gar nicht so schlimm

Hier habe ich vor kurzem meinem Ärger über einige Kommilitonen Luft gemacht. Dabei tat ich ihnen wohl Unrecht. Bei den Juristen ist es nicht schlimmer, als in anderen Fakultäten - es ist schlicht und ergreifend genauso schlimm.

Warum ich mich so ärgere? Ich habe gerade den ganzen Vormittag in der Bibliothek unserer philosophischen Freunde verbracht. Ich konnte nur eines (!) von acht Büchern, die ich suchte, finden. Nun, da die meisten Bücher hier übers Wochenende ausleihbar sind, unterstelle ich zunächst mal den günstigsten Fall. Sprich, die Bücher sind entliehen und stehen am Montag wieder im Regal.
Was mich aber mehr stört: Die Unordnung. Es könnte nämlich sein, dass einige meiner Bücher zwar hier sind, aber an der falschen stelle stehen. Bei meiner Suche fielen mir nämlich etliche Werke auf, die einfach falsch zurückgestellt wurden. Sollten meine Bücher dieses Schicksal teilen, werde ich sie bis zum Abgabetermin wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Mittwoch, 8. September 2010

Eine Unterart des Jurastudenten

Im Zuge der Reihe "Mikrokosmos Jurafakultät", möchte ich heute eine besondere Art des Jurastudenten vorstellen: Die Drecksau.
Kommt man mit Studenten anderer Fächer auf das Thema Hausarbeit zu sprechen, heißt es relativ bald "Boah, ich hab' gehört das muss bei euch voll schlimm sein, mit Bücher verstecken und so."
In der Tat blieb ich bislang immer ruhig und antwortete in der Richtung, das stimme schon, aber so schlimm wäre es nicht, man wisse sich schon zu helfen. Dies entsprach bis zuletzt auch der Wahrheit.

Nunja, bis ich mit meiner Studienarbeit begann. Da ich ein rechtshistorisches Thema behandle, ist das Literaturangebot relativ überschaubar. Zumindest sind die Bücher nicht doppelt, dreifach oder noch öfter, wie beispielsweise im Zivilrecht die Regel, verfügbar.
So begab es sich, dass ich am zweiten Tag meiner Recherche auf ein sehr gutes Buch stieß, es an mich nahm, las und wieder an den richtigen Regalplatz zurückstellte, um es am nächsten Tag erneut zu holen. Seitdem wart es nicht mehr gesehen.

Einer meiner Kommilitonen muss das Buch wohl dringender brauchen als ich, jedenfalls ist es schlicht und ergreifen weg. Auch die netten Bibliothekare konnten mir nicht weiterhelfen.
Ich kann mir nicht erklären, aus welcher Motivation der fragliche Mitstudent handelt. Falsches Konkurrenzverständnis? Angst vor anderen, die es vor ihm verstecken könnten? Glaubt er, seine Note wird besser, wenn meine schlechter ist? Das wäre einmal eine eigene Studienarbeit wert.
Sollte ich jemals einen dabei erwischen, wie er ein Buch versteckt, Zeilen schwärzt, Seiten herausreißt usw. könnte ich mir vorstellen, das "Silentium"-Schild in der Bibliothek kurzzeitig zu ignorieren.
Es trifft sich auch nicht schlecht, dass ich mich gerade in das Thema "Haberfeldtreiben" eingelesen habe, so bayerische Traditionen müssen ja auch gepflegt werden...

Nachdem das Buch nach einwöchiger Wartezeit nicht wieder aufgetaucht ist und sich auch keiner den Verbleib erklären kann, habe ich es mir gekauft.