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Samstag, 19. November 2011

Nicht beleidigungsfähig

Die Anweisungen des BFV sehen vor, dass der Schiedsrichter mindestens eine Stunde vor Spielbeginn am Spielort eintreffen soll. Viele meiner Kollegen und auch ich handhaben das so, dass wir uns, zumindest bei höherklassigen Spielen (> Kreisliga) noch eine halbe Stunde mehr gönnen. Einerseits müssen wir oft sehr weit fahren, was Probleme im Verkehr, wie Stau oder Umleitungen, mit sich bringen kann. Andererseits geht man viel entspannter ins Spiel, wenn man vorher noch gemütlich einen Kaffee trinken und dem Vorspiel (bei uns idR - noch - die Reservemannschaften) zusehen kann.

Sonntag, 5. Juni 2011

Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit

Auch wenn man ein Spiel im Gespann leitet, kann es Situationen geben, die keiner der drei Schiedsrichter zweifelsfrei beurteilen konnte. Umso wichtiger ist es dann, wie man die darauf folgende Entscheidung verkauft.

Eine solche Situation hatten wir gestern in einem Relegationsspiel. Keiner von uns konnte zweifelsfrei entscheiden, ob es sich um ein Foul handelte oder nicht. Vom Ablauf her, sprach zwar einiges dafür, allerdings "suchte" der Stürmer regelrecht nach dem Bein des Verteidigers, sodass uns erhebliche Zweifel blieben, also ließen wir weiterspielen. Nach dem Spiel stellte sich dies als einzige diskussionswürdige Entscheidung heraus. Sämtliche Schiedsrichterkollegen, die mitunter in unmittelbarer Nähe des Geschehens an der Seitenlinie saßen, mussten eingestehen, dass es sehr schwer zu beurteilen war. Insgesamt hätten wir die Entscheidung aber sehr gut vertreten, da der Schiri eigentlich gut stand und durch seine Körpersprache keinen Zweifel an der Richtigkeit zuließ.

Alles in allem war es ein interessantes und faires Spiel vor ca. 500 Zuschauern. Im Vergleich zu den letzten Jahren, bekommen solche Entscheidungsspiele einen immer professionelleren Touch. Es war hervorragend organisiert, der neutrale Platzverein war gut vorbereitet, die Mannschaften verhielten sich vorbildlich. So macht pfeifen (oder in meinem Fall: "Fahne winken") Spaß!
Bilder vom Spiel (und auch von mir ;) ) gibt's übrigens hier in der FuPa-Bildergalerie.

 Quelle: www.fupa.net

Sonntag, 15. August 2010

Nazis raus!

Ich bin momentan ein wenig fassungslos ob der Geschehnisse in den letzten Tagen in meiner Heimat. Ich weiß zwar, dass es "bei uns im Wald" ein paar politisch desorientierte Seelen gibt. Aber ich habe noch nicht erlebt, dass sie sich so offen äußern.

Zunächst bei meinem letzten Spiel, dass ich als Schiri leitete. Obwohl es in dem Spiel noch zu keinen Unsportlichkeiten gekommen war, fühlte sich ein älterer Zuschauer berufen, einen ausländischen Spieler der gegnerischen Mannschaft eine "Ausländersau" zu nennen. Da kann man doch beim besten Willen kein Auge mehr zudrücken! Ich ließ den Herren sofort aus dem Stadion werfen. Aber zumindest wurde diese Entscheidung von allen Seiten positiv beurteilt, was meine Hoffnung bestärkt, dass es sich bei diesem Zuschauer um einen Einzeltäter handelt.

Dann gab es gestern eine NPD-Kundgebung in Viechtach. In diesem kleinen, beschaulichen Dörfchen Städtchen! Ich hab's leider nicht mit eigenen Augen gesehen und weiß es nur vom Erzählen. Auch Google konnte mir nichts näheres darüber sagen.
Wenn die Tatsache, dass ein Paar Teilnehmer beim Verzehr eines Döners gesehen worden sein sollen, nicht lustig wäre, wär's traurig...

Montag, 22. März 2010

Und der Schiri ist doch kein Richter...

Juhe! Endlich wieder ein Wochenende mit Fußball hinter mir. Und dann gleich zwei Spiele. So sehr ich im November die Pause herbeisehnte, so viel Spaß hat’s mir diesmal gemacht.

Aber sogleich wird es wieder Zeit für Regelkunde:
Die Gastmannschaft hatte den Spielerpass des Ersatztorwartes vergessen. Für die Fußballlaien: Ohne diesen darf er nicht am Spiel teilnehmen, sprich eingewechselt werden.
Vor dem Spiel kommt der Trainer auf uns* zu, teilt uns dies mit und endet mit der Frage: „Wenn wir den trotzdem einwechseln, müssen wir den Pass dem Sportgericht nachreichen und sonst nix, oder?“
Unsere Standardantwort beim Thema Sportgericht, die eigentlich von jedem Schiri kommen muss: „Das hängt vom Gericht ab und nicht von uns. Wir schreiben nur eine Meldung darüber, falls der Pass nicht bis Spielende vorgelegt werden kann.“
Der Trainer hakt nach. Letztes Mal sei das doch auch so gewesen. Wir müssten das doch wissen.
Genau hier machen viele Schiris einen Fehler: Sobald ich dem Trainer recht gebe („Ja wenn das da so war, dann dieses Mal sicher auch“), wird er mich darauf festnageln. Sollte das Sportgericht nämlich anders entscheiden, wird er sich auf mich berufen. Und gerade im Wiederholungsfall bietet sich eine härtere Strafe ja an.
In dieser Situation ist der Schiri eben weniger Richter, als vielmehr Polizist (bah… dieser Vergleich passt mir irgendwie gar nicht…), der die „Straftat“ weiterleitet.

Der Ersatztorwart wurde übrigens nicht gebraucht. Wir haben ihn einfach aus dem Spielbericht gestrichen. So waren alle fein raus. Insbesondere sparten wir uns das Meldung Schreiben

*das ist kein Pluralis Majestatis, sondern meint das Schiedsrichtergespann; beim Durchlesen kam's mir bisschen komisch vor ;)

Samstag, 7. November 2009

Jura-Fete ./. Provinztanztempel

Ich hatte dieses Wochenende die Möglichkeit einen interessanten Vergleich zu machen: Am Donnerstag war ich in Regensburg auf der Jura-Fete im "Nachtschicht" (fka. "Nachtkuss", fka. "Volksbad", fka. "Domus"...). Ich fands echt gut. Heißer Brei dieses Posts: Das Publikum war durchwegs sehr ansehnlich, alle waren nett zueinander*, die wenigsten entsprachen den gängigen Juristenklischees, ich fühlte mich wohl.
Freitag fuhr ich dann Heim in den schönen Bayerwald. Nach der Schiriversammlung, besuchte ich das "Revolution", in der Gegend besser bekannt als "d'Revan". Der Unterschied zu Regensburg fiel mir noch nie so stark auf, wie dieses Mal.
Da ich kein Freund von Vorurteilen bin und ich nicht wissenschaftlich belegen kann, dass der durchschnittliche BMI tatsächlich ca. vier Punkte über dem auf der Jura-Fete lag, gibt es hier nur nüchterne Fakten:

Sonntag, 18. Oktober 2009

Kein Ortsschild, dafür zwei Fußballvereine...

Heute war ich zu einem Austauschspiel im Nachbarlandkreis eingeteilt. Von der Heimmannschaft hatte ich noch nie etwas gehört, ok erst mal nicht so schlimm. Aber dann das: Gastmannschaft ist das gleiche Dorf, nur anderer Vereinsname. Na toll. Also Google Earth angeschmissen: Den Ort und den Fußballplatz fand ich gleich, aber nicht zu glauben, dass in so wenig Häusern mehr als 22 Menschen Platz haben.
Heute machte ich mich dann auf den Weg: über eine Stunde Anfahrt.
Dort angekommen musste ich erst mal feststellen, dass der Ort nicht über ein gelbes, sondern nur über ein grünes Ortsschild verfügt, toll. Den Platz hab ich jedenfalls gleich gefunden und die Leute waren echt freundlich. Ich unterhielt mich während der obligatorischen Platzkontrolle mit dem Spartenleiter (der lustigerweise gerade im Tor der Reserve stand). Von ihm erfuhr ich, dass es eine alte Rivalität zwischen den Vereinen gibt (o welch Wunder...). Diese wäre aber größtenteils Vergangenheit. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst.
Die erste Halbzeit verlief ohne Zwischenfälle, die "Gastmannschaft" führte zur Pause. Erst in der Zweiten gings bisschen rund. Die "Heimmannschaft" glich aus, ging in Führung, verschoss einen Strafstoß. Schließlich wieder Ausgleich durch Strafstoß auf der anderen Seite. Jetzt wars richtig spaßig. Ein paar Gelbe musste ich verteilen und zwei Spieler bisschen rund machen*. Kurz vor Schluss erzielte die "Heimmannschaft" doch noch den Siegtreffer durch einen etwas glücklichen, aber schönen Distanzschuss. Einzige Problemherde waren im endeffekt meine beiden Vereinslinienrichter, die sich den ein oder anderen Fehler leisteten. Und natürlich der Ältestenrat. Der war zwar anfangs etwas zurückhaltend, ließ sich jedoch in den letztem 25 Minuten zu so geistreichen Kommentaren hinreißen, wie "Immer der Gleiche!!", bei einem Spieler der gerade eingewechselt wurde. Und wenns nach dem Rat ginge, hätte ich ungefähr 17 Gelbe Karten mehr gebraucht.
Die Spieler waren nach dem Schlusspfiff alle mit mir zufrieden, was ja wirklich nicht oft vorkommt und ich konnte unbehelligt duschen gehen, mir hinterher noch eine Halbe einen Spezi gönnen und dann gemütlich Heim fahren.

*was mir im Nachhinein etwas leid tut, weil ich den einen echt böse angebrüllt hab, aber er wollt einfach gehen, bevor meine Ansprache zu Ende war