Samstag, 31. Oktober 2009

Die moderne Partnerschaft

Die Ehe als Partnerschaftsmodell ist überholt. Ok, das ist keine sonderlich neue Erkenntnis. Heute leben Partner in wilden Ehen, mit mehreren Kindern von verschiedensten Ex-Partnern, als glücklich Patchworkfamilien zusammen. Seit der letzten Erbrechtsvorlesung weiß ich, wie man dieses Partnerschaftsmodell, das wohl irgendwiw zwischen Monogamie und Polygamie angesiedelt ist, nennt:
"Serielle Monogamie"



Studium ./. Studentenwohnheim II

Phu... Wohnheimfest und Geburtstagsparty meiner Nachbarin liegen hinter mir. Auch das Spiel, das ich heute hatte*, habe ich souverän über die Bühne gebracht. Den Hattrick werde ich allerdings nicht mehr voll machen und kein drittes Mal hintereinander weg gehen.
Eigentlich wollte ich schon sein Donnerstag was über meinen frisch gewählten Schwerpunkt schreiben, aber ob des Anblickes meines Bettes, muss das noch warten...

*welches spontan von 16 Uhr auf 12 Uhr vorverlegt wurde, was meine Schlafplanung komplett durcheinander gebracht hat

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Studium ./. Studentenwohnheim

Ich habe ja gute Vorsätze für dieses Semester. Und eigentlich habe ich die bis jetzt auch eingehalten. Nur habe ich Angst, dass mir mein Wohnheim zum Verhängnis wird. Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: Ich wohne hier sehr gerne, bin froh hier zu wohnen, komme mit meinen Mitbewohnern sehr gut klar und hab in einigen beste Freunde gefunden. Aber eben letzteres hat auch seine "Schattenseiten":

Dienstag, 27. Oktober 2009

Das dicke Fell - sollte bei Schiris nie aus der Mode kommen

Dass man sich als Schiri während eines Spieles einiges anhören darf, ist kein Geheimnis. Schlimm genug ist ja, dass wir das gewohnt sind. Bis zu einem gewissen Grad zumindest. "Emotionen gehören dazu!" wird dann immer gesagt. Die Spieler haben oft genauso darunter zu leiden, wie ich. In der Regel sind die Spieler vernünftiger als die Außenstehenden und lassen mit sich reden, sodass man das Spiel normal über die Bühne bringt. Oft unterhalte ich mich mit ihnen sogar über die Zuschauer und was die so rein rufen.

Allerdings gibt es auch Ausnahmespiele, in denen es immer wieder Zuschauern gelingt, mich zum Staunen zum bringen. Beispiel, das gar nicht so lange zurück liegt:

Kaffeeklatsch bisschen anders...

Ein Schnappschuss aus dem letzten Balkanurlaub meiner Eltern:


Posted by Picasa

Sonntag, 25. Oktober 2009

Sympathische Basterds

Eigentlich wollte ich schon seit einiger Zeit zu "Inglourious Basterds", den letzten Film, den ich im Kino sah, schreiben. Allerdings bin ich gerade auf einen Blog gestoßen, der genau meine Meinung wiedergibt: http://www.mrbrook.de/. Da dem nichts hinzuzufügen ist, gibts hier den Link zum passenden Post:

Ämtervergabe in der neuen Bundesregierung

Ein Journalist aus Amsterdam spricht genau das an, woran ich auch dachte, als ich davon erfuhr, dass Herr Schäuble Finanzminister werden soll:

Verloren im Weltweitnetz

Ich bin ja ein großer Fan der australischen Fauna...





Samstag, 24. Oktober 2009

Der Student wächst mit seinen Aufgaben

Die erste Uniwoche ist überstanden. Tatsächlich wird's langsam spürbar anspruchsvoller. Zum einen ist der Stundenplan etwas voller, zum anderen musste ich einen Schwerpunkt wählen, in dem ich nicht mehr die Anonymität von 200 Leuten genießen kann. Vielmehr hab ich da nur noch 20 Mitstreiter.
Was noch erschwerend hinzu kommt:

Freitag, 23. Oktober 2009

Politik und Mode

Egal ob rot, schwarz, grün oder gelb, momentan ist jeder irgendwie "links". Studenten ja sowieso. Dies zeigt sich natürlich auch in der Mode. Ich persönlich stehe ja Kleidung mit politischer Symbolkraft eher kritisch gegenüber. Ich habe nie ein "Ché Guevara"-T-Shirt besessen, noch eines mit einem roten Stern darauf. Egal wie "in" das auch gewesen sein mag.
Auffälliger momentaner Trend: Das Palästinensertuch. Und hier spielte ich zum ersten Mal mit dem Gedanken, der Mode zu folgen. Allerdings ist mir klar, dass das Tuch politisch vorbelastet ist. Ich wusste nur nicht, wie genau. Und bevor sich das nicht änderte, wollte ich mir keines zulegen.
Nach diesem Artikel und ein wenig googeln, weiß ich nun in etwa, um was es geht.

Laut Wikipedia, war das Tuch ursprünglich ein traditionelles Kleidungsstück im arabischen Raum. Grundsätzlich mal nicht schlimm.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Kaltstart

Komme gerade von der ersten Strafrechtsvorlesung im neuen Semester. Hab' festgestellt, dass ich nach den Ferien erst wieder bissl in Schwung kommen muss. Selbiges gilt für eine Kommilitonin, die gewisse Probleme mit dem Versuchsaufbau hatte. Kommentar des Profs: "Sie haben aber viel vergessen!"

"Psychologische Entspannung"

In Russland ist der Verkauf von Wodka im Vergleich zum Vorjahr um 5% gestiegen. Damit ist es das einzige Genussmittel, dass ein Plus verzeichnet. Gleichzeitig stieg auch die illegale Wodkaproduktion von 700 Mio. auf 750 Mio. Liter. Auffällig ist dabei, das weniger in Bars konsumiert wird, sondern mehr daheim.
Grund dafür sei die Wirtschaftskrise und das damit verbundene "Verlangen nach psychologischer Entspannung".

Quelle: SPON

Nightlife

Hab gerade in der Neon wunderbaren Dünger für den Nährboden meines Selbstbetruges gefunden: Es gibt zwei verschiedene Schlaftypen. Der erste, sogenannte "A-Personen", sind Frühaufsteher und sind schon vormittags zu Höchstleistungen im Stande. Die andere Gruppe, entsprechend "B-Personen" genannt, werden erst gegen Mittag aktiv, halten dann allerdings auch bis in die Nacht durch.

Was bedeutet das für mich? Ich schlafe gerne lang, bleibe dafür länger wach, ergo: ich bezeichne mich als "B" und brauche kein schlechtes Gewissen haben, weil ich gerade wieder ewig an meinem Blog rumgebastelt habe und um halb eins noch einen Post schreibe! Jetzt muss das nur noch jemand meinem Prof erzählen, der morgen um 8 vorliest. Und vielleicht den Bauarbeiten vor meinem Fenster, die ich heute zu einer Zeit, auf die ich nicht näher eingehen will, mit "Guten Morgen!" begrüßt habe. Aja und vielleicht meinen Eltern.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Sprachbarrieren

Angeblich kann man bei vielen Studenten am Outfit erkennen, was sie studieren. Einige meiner Kommilitonen versuchen dem aktiv entgegenzuwirken. Allerdings ist mir schon oft aufgefallen, dass sie sich durch ihre Sprache eigentlich ziemlich schnell als Jurastudenten outen.
Jedoch liegt das Problem weniger bei Fachausdrücken. Diese fließen zwar auch in "normale" Gespräche ein*, sind aber sicherlich auch beim Ingenieur zu finden.
Die Besonderheit ist vielmehr, dass Jurastudenten zwar "normale" Wörter verwenden, diese allerding anders gemeint sind. Und auch würde ein Nichtjurist diese Wörter sicherlich nicht so auffallend oft verwenden. 
Zum Beispiel bedeutet unter Juristen das Wort "grundsätzlich" nicht, dass etwas immer so ist, sondern ist ein an Deutlichkeit kaum zu überbietendes Zeichen dafür, dass jetzt gleich eine Ausnahme folgen wird. Somit also fast das genaue Gegenteil dessen, was der "normale" Sprecher mit dem Wort aussdrücken würde.
Ähnlich verhält es sich mit "regelmäßig".
Das Wörtchen "fraglich" habe ich, glaube ich, vor meinem Studium noch nie verwendet. Jetzt möchte ich nicht mehr darauf verzichten.
Bin gespannt, wann die ersten anfangen, im Gutachtenstil zu reden...

*Beispiel: neulich Abend saßen wir im Wohnheim gemütlich bei einem Bierchen zusammen. Man unterhielt sich u.a. über Schönheitsoperationen. Sämtliche Juristen hatten mit Ausdruck "medizinische Indikation" keine Probleme. (Fast) Alle anderen schon.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Kein Ortsschild, dafür zwei Fußballvereine...

Heute war ich zu einem Austauschspiel im Nachbarlandkreis eingeteilt. Von der Heimmannschaft hatte ich noch nie etwas gehört, ok erst mal nicht so schlimm. Aber dann das: Gastmannschaft ist das gleiche Dorf, nur anderer Vereinsname. Na toll. Also Google Earth angeschmissen: Den Ort und den Fußballplatz fand ich gleich, aber nicht zu glauben, dass in so wenig Häusern mehr als 22 Menschen Platz haben.
Heute machte ich mich dann auf den Weg: über eine Stunde Anfahrt.
Dort angekommen musste ich erst mal feststellen, dass der Ort nicht über ein gelbes, sondern nur über ein grünes Ortsschild verfügt, toll. Den Platz hab ich jedenfalls gleich gefunden und die Leute waren echt freundlich. Ich unterhielt mich während der obligatorischen Platzkontrolle mit dem Spartenleiter (der lustigerweise gerade im Tor der Reserve stand). Von ihm erfuhr ich, dass es eine alte Rivalität zwischen den Vereinen gibt (o welch Wunder...). Diese wäre aber größtenteils Vergangenheit. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst.
Die erste Halbzeit verlief ohne Zwischenfälle, die "Gastmannschaft" führte zur Pause. Erst in der Zweiten gings bisschen rund. Die "Heimmannschaft" glich aus, ging in Führung, verschoss einen Strafstoß. Schließlich wieder Ausgleich durch Strafstoß auf der anderen Seite. Jetzt wars richtig spaßig. Ein paar Gelbe musste ich verteilen und zwei Spieler bisschen rund machen*. Kurz vor Schluss erzielte die "Heimmannschaft" doch noch den Siegtreffer durch einen etwas glücklichen, aber schönen Distanzschuss. Einzige Problemherde waren im endeffekt meine beiden Vereinslinienrichter, die sich den ein oder anderen Fehler leisteten. Und natürlich der Ältestenrat. Der war zwar anfangs etwas zurückhaltend, ließ sich jedoch in den letztem 25 Minuten zu so geistreichen Kommentaren hinreißen, wie "Immer der Gleiche!!", bei einem Spieler der gerade eingewechselt wurde. Und wenns nach dem Rat ginge, hätte ich ungefähr 17 Gelbe Karten mehr gebraucht.
Die Spieler waren nach dem Schlusspfiff alle mit mir zufrieden, was ja wirklich nicht oft vorkommt und ich konnte unbehelligt duschen gehen, mir hinterher noch eine Halbe einen Spezi gönnen und dann gemütlich Heim fahren.

*was mir im Nachhinein etwas leid tut, weil ich den einen echt böse angebrüllt hab, aber er wollt einfach gehen, bevor meine Ansprache zu Ende war

Samstag, 17. Oktober 2009

Ohne Abi an der Uni

Auf SPON habe ich gerade einen Artikel über Uni-Angestellte gelesen: "Die heimlichen Helden der Hochschulen". Find ich sehr interessant und lesenswert.
Besonders aufgefallen ist mir folgende Stelle im Interview mit einer Hausverwaltungs- und Reinigungsangestellten der Uni Mainz:
"Zum Glück wird heute kaum noch etwas beschmiert oder beschädigt, das hat stark abgenommen. Selbst bei den Partys passen die Studenten jetzt besser auf."
Schön mal zu hören, dass es auch so geht. Wenn man bedenkt, dass es bei uns in Regensburg wegen Vandalismus keine Audimax-Fete mehr gibt (war genau ein Semester bevor ich kam zum letzten Mal) und sämtliche anderen Feste (egal ob in der Uni oder in Wohnheimen) nur noch mit Securityfirma stattfinden können.

Freitag, 16. Oktober 2009

Duftende, gut gekleidete Großstadt-Heteros

Zwei Drittel aller Fußballer und sieben Achtel aller Sänger sind es (angeblich): "metrosexuell".

Hab mich schon lange gefragt, an welchen Kriterien man das denn feststellen kann. Endlich habe ich eine Antwort gefunden. Selbstverständlich vom BGH: Demnach wird mit "metrosexuell"...
"...ein neuer Männertyp - heterosexuell veranlagt, modisch gekleidet, in Düfte gehüllt und vornehmlich in Metropolen lebend - beschrieben."
Wenn man Regensburg als Metropole sieht, sollte ich wohl anfangen, Fußball zu spielen oder zu singen...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Soziale Netzwerke - Fluch oder Segen?

Internetexibitionismus hin oder her: Mittlerweile weiß jeder einigermaßen verständige Jugendliche, dass man aufpassen soll, was man in sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ von sich preis gibt.

Dabei dachte ich eigentlich immer an Adressen, Telefonnummern und peinliche Bilder. Aber einem Bankbetrüger namens Maxi Sopo wurden seine Prahlerei und die unübeschaubare Zahl von "Freunden" zum Verhängnis: Er hatte sich zunächst aus den USA nach Mexiko abgesetzt, dann allerdings im Facebbok immer wieder gepostet wie es ihm ginge, was natürlich alle seine Freunde lesen konnten - inklusive eines ehemaligen Justizbeamten...

Also bei Freundschaftsanfragen immer genau prüfen wen man vor sich hat ;)

Quelle: SZ

Montag, 12. Oktober 2009

Akademische Grade, die die Welt nicht braucht

Hier stieß ich gerade auf die Abkürzung "stud.iur." und weil ich das da zum ersten Mal gelesen hab, habe ichs erst mal gegoogelt. Das führte mich auf einen Blog mit dem Beitrag stud. iur. oder cand. iur.???
Nun, da ich noch nie etwas davon gehört hatte las ich mir das Ding mal durch.

Die genaue Unterscheidung scheint hoch umstritten:
  • "Scheinfreitheorie": Sobald alle „kleinen“ und grossen“ Scheine unter Dach und Fach sind.
  • "strenge Scheinfreitheorie": Sobald alle zur Examensanmeldung erforderlichen Scheine geschafft sind (also inkl. Seminar etc.)
  • "Anmeldungstheorie": Sobald man sich zum Examen angemeldet hat.
  • "Zulassungstheorie": Sobald man vom Prüfungsamt zum Examen zugelassen wurde.
Quelle: http://malkus.wordpress.com/2006/12/19/stud-iur-oder-cand-iur/

Zudem finden sich in den Kommentaren noch zwei weitere Standpunkte:
  • "Zwischenprüfungstheorie": Sobals man die Zwischenprüfung bestanden hat.
  • "Möchtegern-Theorie": Dem Autor ist es wurscht und er möchte gerne solche Probleme haben.
Ich persönliche würde wohl zur "strengen Scheinfreiheitstheorie" tendieren. Aber nachdem ich bis vor 20 Minuten von der Problematik gar nichts wusste, werde ich mich der "Möchtegern-Theorie" anschließen.

yeah, mein Button!

Wieder einmal trafen die beiden Fragen aufeinander, deren Antworten doch in den allermeisten Fällen unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben und scheinen mich ständig zu verfolgen:

Brauch ich das?
und
Will ich das?

Heute gings um einen Blog-Button. Selbstverständlich brauch ich keinen, zumindest vorerst. Wüsste nicht, wer ein Blog-Greenhorne wie mich als Button auf seiner Seite haben will. Aber natürlich will ich einen haben.
Noch haben die Vorlesungen nicht angefangen, also hatte ich heute wieder genug Zeit, mir einen eigenen Button zu bauen. Nach einigem herumprobieren und mit Hilfe verschiedener Seiten (u.a. dieser) hat es hingehauen:

stillerBeobachter

Wofür ich nochmal eine halbe Stunde rumgedoktert habe: Wie lasse ich den html-Text anzeigen, ohne dass der Button ausgeführt wird?
Geschafft hab ichs dann mit dieser Seite. Und hier das Ergebnis, vielleicht hab ich ja irgendwann mal einen Leser, der mich auf seiner Seite einbaut:

<a href="http://stillerbeobachter.blogspot.com/" target="_blank"><img alt="stillerBeobachter" border="0" src="http://img264.imageshack.us/img264/5047/92202117221601255357473.png" /></a>

Böhmermanns letztes Buch...

Jan Böhmermann kenne ich erst, seit er im Ensemble von Harald Schmidt dabei ist. Weil ich ihn da allerdings saugut finde, habe ich die letzte halbe Stunde damit verbracht, YouTube-Videos von ihm anzusehen und seinen Blog zu lesen.
Dabei bin ich auf die Werbung für seine aktuelles Buch gestoßen, die mich durchaus ein wenig schockiert hat. Allerdings nicht so sehr, als dass ich mich nicht für das virale Marketing einspannen läße. Es handelt sich um einen Clip, den ich leider nicht bei YouTube finden konnte, um ihn einzubinden. Deswegen hier der direkte Link auf seinen Blogeintrag. Die Warnung für Minderjährige ist übrigens wirklich ernst zu nehmen!

Ältestenrat

So, wieder mal ein Fußballwochenende hinter mir. Samstag an der Linie bei einem Kollegen, Sonntag selbst als Chef auf dem Platz. An beiden Tagen ist mir ein typisches Fußballphänomen wieder sehr stark aufgefallen: Der Ältestenrat. Jeder Verein hat mindestens einen. Bestehend aus drei bis sechs älteren Herren, vornehmlich mit Sonntagnachmittags-Halben ausgerüstet, positioniert etwas Abseits der normalen* Zuschauer.
Diese Herrenrunden haben es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Detail im Spiel verbal zu zerpflücken, zu analysieren und zu kommentieren. Und dabei mit Kritik nicht zu sparen. Im Gegenteil. Sowohl die Spieler der eigenen, als auch die der gegnerischen Mannschaft, müssen sich das anhören. Ganz zu schweigen vom Schiedsrichtergespann.

Highlights meiner bis jetzigen Karriere:
Das Spiel läuft nicht mal zwei Minuten, da kommt schon der erste Ruf:
"Der Schiri ist doch ein Blinder!"
Und das vor dem ersten Pfiff...

Anderes Beispiel: In meiner Nähe hatten drei Herren auf einer Bank Platz genommen. Leicht versetzt hinter dem Tor. In der ersten Halbzeit hatten sie ihren eigenen Torhüter vor sich, der Gegner griff also an. Folglich musste jeder Angriff Abseits gewesen sein. Was die drei selbstverständlich aus ihrer Postition besser beurteien konnten als ich, der ich ja nur direkt auf Höhe des vorletzten Abwehrspielers stand. Das haben die mir auch gesagt. Zweite Halbzeit natürlich genau gegenteiliges Spiel. Ich fands lustig.

Eines schönen Tages ergab es sich, dass ich einen Strafstoß für die Heimmannschaft geben musste. Eine Karte ließ ich allerdings, in Einvernehmen mit meinem Assistenten, stecken. Das Foul war nicht so schlimm, der Spieler hätte sowieso nicht mehr schießen können und der Verteidiger hatte auch noch den rutschigen Rasen unterschätzt. Elfer war also Strafe genug. Als wir nach der Pause wieder aus der Kabine kamen, sprach mich ein netter Herr** von der Seite an, ob ich denn bei dem Strafstoß nicht Gelb hätte geben müssen. Ich dachte mir nichts böses und antwortete schlicht mit: "Nö, des war ja nicht so schlimm." Hier verdunkelten sich seine Gesichtszüge und er fühlte sich wohl berufen, mich zu belehren: "Ein strafstoßwürdiges Vergehen zieht immer eine Verwarnung nach sich!"*** Das ganze in einem Tonfall, als würde er Schillers "Glocke" rezitieren. Da war ich kurzzeitig schon bisschen sprachlos.

Das Interessante an diesen Herrenrunden ist ja diese unglaubliche Selbstsicherheit, die an den Tag gelegt wird. Man weiß alles, kann alles und vor allem: man sieht auch alles immer besser, als der Schiri der acht Meter daneben steht. Halbes Zweidrittelwissen in Kombination mit drei Bier, acht Dioptrien und einer ausgeprägten Beratungsresistenz. Auch habe ich festgestellt, dass sie sehr nachtragend sein können. Manchmal kann man hinterher gar nicht sachlich über das Spiel reden. Wobei ich keinesfalls behaupten will, dass das die Regel ist: In den allermeisten Fällen ist nach dem Schlusspfiff das Spiel tatsächlich vorbei und alle sind wieder nett zu einander.

Aber mit Sicherheit wird mir das noch einigen Content liefern...

*da diese sowieso keine Ahnung haben
**wohl der Sprecher des hiesigen Ältestenrates
***btw: das stimmt natürlich nicht

Samstag, 10. Oktober 2009

Super Stimmung!

Als mir heute Mittag meine Mitbewohnerin gesagt hat, dass Barack Obama den Friedensnobelpreis bekommt, habe ich spontan so reagiert, wie laut SPON auch die Amerikaner: Ich fragte mich wofür.
Die Antwort: Er hat ein "neues internationales Klima" geschaffen und er gibt "den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft".
Ehrlichgesagt, hat mich das nicht vom Hocker gehauen. Vielmehr ist Obama doch jetzt in Zugzwang. Alles, was er jetzt macht, wird im Lichte des Friedensnobelpreises gesehen werden. Da macht sich eine Truppenaufstockung im Irak oder Afghanistan, wahlweise auch ein Krieg gegen Iran, irgendwie nicht so gut.

Aber nun zum amüsanten Teil: Das Gezwitscher von Alf Frommer
Highlight des Tages:

"Deutsche FeministInnen entzückt: Schwarzer erhält Friedensnobelpreis!"

(Der Vollständigkeit halber: Zuerst hab ichs hier gesehen)

Freitag, 9. Oktober 2009

BVzWuWdaHl n.e.V

Es scheint eine Angewohnheit von Studenten zu sein, die tägliche Umgagssprache mit mehr oder weniger selten gewordene Ausdrücke zu schmücken. Auch ich mache das gerne.
Deswegen huschte mir ein Grinsen über das Gesicht, als ich von der Gründung der Bloggervereinigung zur Wiederbelebung ungenutzter Worte, die auf Halde liegen, n.e.V. - kurz BVzWuWdaHl, gelesen habe.
Dieser trete ich hiermit offiziell bei.
Auf das meine endlosen Schachtelsätze auch noch durch das ein oder andere Wort bereichert werden, sei es zur genaueren Ausführung meiner verschlungenen Gedankengänge, zur Verkomplizierung ansonsten zu profaner Sachverhalte oder schlicht und ergreifend zur Zier des ein oder anderen Blogeintrages.

der Hamster

Erklärung zum Hamster: Ich find' den süß!
Metaphern oder Allegorien sind nicht beabsichtigt. Er ist einfach da.
Muss mir noch nen Namen einfallen lassen. Der kommt aber auch noch.
Vorschläge in die Kommentare!
Und zum Füttern einfach anklicken ;)

Und wieder Zeit verschwendet...

(K)ein Disclaimer

Impressum geschafft, jetz noch ein Disclaimer. Oder soll ichs doch lassen? Mittlerweile weiß ich, dass so ein "Haftungsausschluss" überflüssig ist. Es sei also nur folgendes gesagt: Ich verlinke ziemlich viel, allein schon wegen Quellenangaben. Sollte da mal was dazwischen rutschen, worüber man diskutieren müsste, verweise ich einladend auf die Kommentarfunktion. Dort sollte sich klären lassen, wieso, weshalb und warum ich wohin verlinkt habe. Ich distanziere mich grundsätzlich* also erst mal von gar nichts

*seit ich Jura studiere ist "grundsätzlich" zu einem meiner Lieblingswörter aufgestiegen

Impressum

Als Neu-Blogger macht man sich ja viele Gedanken, man will ja nix falsch machen. Vorhin ist mir aufgefallen, dass so ziemlch jede Seite ein Impressum hat. Natürlich stellt sich gleich die Frage, ob ich auch eins brauch. Nächster Gedankensprung: Da gibts doch sicher ein Gesetz! Also, Impressum eines Anwaltsblogs angeklickt (wenn der das Gesetz nicht zitiert, wer dann!?) und flugs bin ich auch schon fündig geworden.
Allerdings fühle ich mich durch diese §§ 5 und 6 TMG nicht wirklich angesprochen. Ich verfolge keine gewerblichen Interessen, auch wenn ich weiß, dass dieses Kriterium durchaus sehr weit ausgelegt wird. Allerdings verzichte ich gerade bewusst auf Werbung. Vielmehr verteile ich meinen Senf aus purem Spaß am schreiben bloggen.
Trotzdem hier ein nettes Impressum:

Michael Haider
Karl-Stieler-Straße 86
93051 Regensburg

Kontakt aber bevorzug via:

Sollte jemand der Meinung sein, einzelne Beiträge müssten ein breiteres Publikum finden, habe ich natürlich nichts dagegen, dass diese verlinkt werden.

Muss ich erwähnen, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, was er sagt oder schreibt? Sei es hiermit geschehen: Kommentare gehören den jeweiligen Kommentatoren. Nur weil etwas in einem Kommentar steht, heißt das nicht, dass es auch meine Meinung ist. Nichtsdestotrotz muss klar sein, dass das hier MEIN Blog ist. Wenn jemand in MEINEN Blog unter MEINE Posts etwas hinkommentiert, was MIR absolut nicht passt, lösche ICH das. Weil ich das darf!

Sollte jemand tatsächlich auf die Idee kommen, bei mir nach rechtlichem Rat zu suchen, darf ich ihn sogleich darauf hinweisen, dass ich mich über jede Anfrage freue! Ich werde auf jedes Problem gerne eingehen, es nachlesen und es mit Kommilitonen diskutieren. Der Ratsuchende kann sich jedoch sicher sein, dass die Antwort in jedem Fall sehr ausführlich und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr falsch sein wird. Aber Hauptsache, ich hab Spaß!

Zum Disclaimer bitte dem Link folgen...

Donnerstag, 8. Oktober 2009

SLAPP

Heute habe ich zum ersten mal gehört, was ein SLAPP ist.
Folgender Hintergrund:
In Kroatien tobt seit einiger Zeit eine Diskussion um die Meinungs- und Pressefreiheit im Internet. Zentrale Figuren sind dabei der Blogger Damir Fintić, der Journalist Željko Peratović und der Gründer einer Facebookgruppe Nikšo Klečak.

Fintić (http://vukovarac.net/; kroatische Seite) wurde zu einer Haftstrafe von 20 Tagen verurteilt. Ursprünglich sollt er Schmerzensgeld wegen "seelischer Schmerzen" [wörtliche Übersetzung] an Dragica Štengl zahlen, die Ehefrau des ehemaligen Bürgermeisters der kroatischen Stadt Vukovar, Vladimir Štengl. Da er die Summe nicht mehr zahlen konnte, wurde sie in eine Gefängsnisstrafe umgewandelt.
Grund für die Strafe war jedoch nicht etwa ein ehrrüriger oder beleidigender Blogeintrag Fintićs, sondern vielmehr anonyme Kommentare, durch welche sich Frau Štengl verletzt sah. Die Frage, ob ein Blog durch die  Meinungs- und Pressefreiheit geschützt ist, stellt sich hierzulade wohl nicht. Meiner Meinung nach sollte das in Kroatien nicht anders sein (auch wenn ich zugeben muss, dass ich im kroatischen Staatsrecht nicht weiter bewandert bin). Was jedoch interessanter ist: Fintić sitzt gar nicht wegen seiner eigenen Meinung im Gefängnis, sondern wegen der eines unbekannten Dritten!

Im Gegesatz dazu, wurde der unabhängige Journalist Željko Peratović (http://peratovic.blog.hr/; kroatische Seite) über seine Kommentare massiv bedroht. Obwohl die Behörden informiert sind und auch die fraglichen IP-Adressen zur verfügung hat, wurde bis jetzt nichts unternommen.

Schließlich Nikšo Klečak, der einige Zeit von der Polizei festgehalten wurde: Er gründete im Facebook die Gruppe "Kladim se da ću prikupiti 5000 Hrvata koji ne vole Ivu Sanadera", wörtl: "Ich wette, dass ich 5000 Kroaten versammle, die Ivo Sanader nicht mögen". Als Gruppenbild stellte er eine (schlechte) Fotomontage ein, die Sanader in Naziuniform zeigt. Diese hat er wohlgemerkt nicht selbst erstellt, sondern im Internet gefunden, wo sie schon seit Jahren kursierte.

Zumal Kroatien u.a. seit einingen Jahren Verhandlungen über einen möglichen EU-Beitritt führt, hätte ich einen liberaleren Umgang mit neuen Medien erwartet. Aber durch obige Fälle zeigt sich, in welchem Maße immer noch eine Zweiklassengesellschaft in dem noch jungen Staat herrscht: ehemalige Parteibonzen diktieren Urteile, während kritische Stimmen in Blogs und sozialen Netzwerken unterdrückt werden.
Alle Vorgänge haben eine ähnliche Wirkung: Die Bürger werden von kritischem Denken, geschweige denn Handeln, abgeschreckt. Ein SLAPP eben.


Quellen u.a.: http://pollitika.com/; insb. hier 
http://www.novilist.hr/; insb. hier
http://vukovarac.net/; insb. hier auf Englisch

Montag, 5. Oktober 2009

Tarnmodus: Streber

Wie in jedem Semester, stellte ich auch im letzten wieder fest, dass die Prüfungszeit schneller kommt, als einem lieb ist. Und im Zuge dessen merkte ich auch, das etwas mehr mitzulernen in dem ein oder anderen Fach gar nicht so schlecht gewesen wäre.
Also der gute Vorsatz fürs neue Semester: Ich bereite jede Vorlesung sauber nach und vermeide somit unnötig aufgetürmte Stoffberge.
Passend dazu durchfuhr mich noch ein Geistesblitz: Ich leihe mir über die Ferien vorlesungsfreie Zeit einige Bücher aus der Lehrmittelsammlung aus. Damit lese ich mich schon mal in die kommenden Rechtsgebiete ein.
So weit, so gut.
Nun, die vorlesungsfreie Zeit ist fast vorbei und ich bin jetzt mit den Büchern durch. Gut, es waren nur zwei (Brox/Walker, Erbrecht und Jauernig/Berger, Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht).

Jetzt frage ich mich natürlich, ob das was gebracht hat. Sicher bin ich mir nicht. Fälle hab ich ja nicht gemacht. Vom Gefühl her würd ich sagen, dass war komplett umsonst, aber das kann nicht sein. Irgendwas ist sicher hängen geblieben. Ich glaub, ich würd mich schon freuen, wenn ich bald in der Vorlesung sitze und zumindest sagen kann: "Davon hab' ich schon mal gehört..." Wird schon nicht geschadet haben.

Zumindest konnte ich gegenüber jedem Nichtstudenten ("Mensch, du hasts gut, du hast Ferien!") behaupten, auch in den "Ferien" zu lernen und deswegen mehrere Bücher daheim liegen zu haben. Dazu noch mein Praktikum ("Oh! Im Amtsgericht!") und keiner zweifelt mehr an meinem Fleiß.

Mir fällt grad ein, ich glaub ich schau mal nach, wann ich die Bücher zurückbringen muss...

Freitag, 2. Oktober 2009

Gängelei von FIFA-Schiedsrichtern

Zeit.de und t-online berichteten, dass Schiedsrichtern, die für die WM vorgesehen sind, ein Maulkorb verpasst wurde. Sie dürfen sich nicht mehr in den Medien äußern. Nicht mal zu ihren Bundesligaspielen, was eigentlich Gang und Gäbe ist.
Ich frage mich, was das bringen soll? Hat die FIFA etwas zu verbergen? Muss man die Referees vor sich selbst schützen? Das sind doch allesamt gestandene Persönlichkeiten, von denen man erwartet zu Wissen, wie und wann sie sich äußern sollen/können/dürfen.

Also mir wird das Pfeifen schon manchmal lästig, aber die höher- und höchstklassigen Schiris unseres Landes machen da noch ganz andere Sachen mit...

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Gute Manieren bringen einen Weiter!

Gepflegt auftreten und nett fragen - dann klappts auch mit dem Knastausbruch...

Bohlen ist Künstler... bah!

Unglaublich... das Bundessolzialgericht hat heute entschieden, dass das, was Bohlen bei "DSDS" macht, Kunst ist. Na toll.
Die Juroren seien zu "eigenschöpferischen, höchstpersönlichen Leistungen" verpflichtet. Damit sind wohl Bohlens beleidigende Kommentare gemeint. Versöhnlich wirkt allerdings, dass das BSG annimmt, dass es auf die Qualität nicht ankommt. Schöne Kritik durch die Blume, wie ich finde.
Und zahlen muss er auch, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ihm das sonderlich weh tut.

Achja, die Kitschkos sind übrigens keine Künstler. Wobei ich den einen Werbespot, in dem einer der beiden im Fitnessstudio als Gorilla verkleidet trainiert, künstlerisch wertvoller finde, als so manchen verbalen Erguss des Herrn Bohlen.





siehe auch hier

Routinierter Sachverständiger II

Hier habe ich mich ja neulich über das Auftreten eines Gutachters aufgeregt. Heute hab ich erlebt, dass es auch anders gehen kann.
Der heutige Gutachter war wegen zwei Verhandlungen da. Die erste dauerte keine 20 Minuten und war eher unspäktakulär.
Die zweite war schon interessanter. Die Beklagte hatte das geparkte Motorrad des Klägers umgefahren. Streitig war, ob die Schäden auf der rechten Seite des Motorrades von diesem Unfall herrührten oder ob der Kläger der Beklagten Schäden von einem anderen Unfall unterschieben wollte. Interessant an der Sache war, dass der Kläger behauptete, das Motorrad sei auf die rechte Seite gefallen, die Beklagte hingegen, es sei auf der linken Seite gelegen.
Der Sachverständige sollte zum einen klären, wie das Motorrad gefallen war und zum anderen, ob die Schäden von eben diesem Unfall stammen.
Erst erklärte er die Schäden am Motorrad und auch, dass man solche gerade bei so einem Sturz auf eben solchem Untergrund, wie er auf dem Parkplatz vorlag, erwarten würde.
Weiter erklärte er, dass auf Grund der Skizzen, die vorlagen, es nur so sein könne, dass das Motorrad nach Rechts fiel, da es links angefahren wurde. Naja, das hätte ich als Laie auch zusammenbekommen. Jedoch widersprach ihm die Beklagte wehement.
Nun nahm er sich viel Zeit und stellte der Beklagten sehr viele, meiner Meinung nach sehr gute Fragen, um dahinter zu kommen, wie das Motorrad denn lag (was meiner Ansicht nach eigentlich Aufgabe der Anwälte gewesen wäre, aber seis drum). Er räumte zwar ein, dass es theoretisch möglich wäre, dass das Motorrad leicht angestoßen wurde, etwas kippte, ohne jedoch ganz umzufallen, dabei der Ständer hochklappte und daher das Motorrad nach Links fiel. An dieser Stelle huschte ein Lächeln über das Gesicht der Beklagten. Allerdings, so fuhr der Gutachter fort, hätte sich das Auto nunmehr in Sekundenschnelle aus der Fallzone begeben haben müssen, da ja an diesem keine Spuren zu sehen seien. Zudem ist es extrem unwahrscheinlich, dass das Motorrad auf der linken Seite keine Schäden davongetragen hätte. Im Gegenzug aber auf der rechten Seite genau die zu erwartenden Schäden vorliegen.
Es wurden zudem Skizzen gemacht, das Geschehen mehrmals mit Spielzeugautos nachgestellt, das Protokoll genauestens aufgenommen und mehrmals wieder vorgespielt. Schließlich dauerte seine Erklärung über eine Stunde.
Für diese Engelsgeduld bewundere ich den Mann. Ich an seiner Stelle wäre ob der mangelnden Auffassungsgabe der Beklagten, schon nach 20 Minuten durchgedreht.