"Serielle Monogamie"
Samstag, 31. Oktober 2009
Die moderne Partnerschaft
Studium ./. Studentenwohnheim II
Eigentlich wollte ich schon sein Donnerstag was über meinen frisch gewählten Schwerpunkt schreiben, aber ob des Anblickes meines Bettes, muss das noch warten...
*welches spontan von 16 Uhr auf 12 Uhr vorverlegt wurde, was meine Schlafplanung komplett durcheinander gebracht hat
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Studium ./. Studentenwohnheim
Dienstag, 27. Oktober 2009
Das dicke Fell - sollte bei Schiris nie aus der Mode kommen
Allerdings gibt es auch Ausnahmespiele, in denen es immer wieder Zuschauern gelingt, mich zum Staunen zum bringen. Beispiel, das gar nicht so lange zurück liegt:
Sonntag, 25. Oktober 2009
Sympathische Basterds
Ämtervergabe in der neuen Bundesregierung
Verloren im Weltweitnetz
Samstag, 24. Oktober 2009
Der Student wächst mit seinen Aufgaben
Was noch erschwerend hinzu kommt:
Freitag, 23. Oktober 2009
Politik und Mode
Auffälliger momentaner Trend: Das Palästinensertuch. Und hier spielte ich zum ersten Mal mit dem Gedanken, der Mode zu folgen. Allerdings ist mir klar, dass das Tuch politisch vorbelastet ist. Ich wusste nur nicht, wie genau. Und bevor sich das nicht änderte, wollte ich mir keines zulegen.
Nach diesem Artikel und ein wenig googeln, weiß ich nun in etwa, um was es geht.
Laut Wikipedia, war das Tuch ursprünglich ein traditionelles Kleidungsstück im arabischen Raum. Grundsätzlich mal nicht schlimm.
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Kaltstart
"Psychologische Entspannung"
Grund dafür sei die Wirtschaftskrise und das damit verbundene "Verlangen nach psychologischer Entspannung".
Quelle: SPON
Nightlife
Hab gerade in der Neon wunderbaren Dünger für den Nährboden meines Selbstbetruges gefunden: Es gibt zwei verschiedene Schlaftypen. Der erste, sogenannte "A-Personen", sind Frühaufsteher und sind schon vormittags zu Höchstleistungen im Stande. Die andere Gruppe, entsprechend "B-Personen" genannt, werden erst gegen Mittag aktiv, halten dann allerdings auch bis in die Nacht durch.
Was bedeutet das für mich? Ich schlafe gerne lang, bleibe dafür länger wach, ergo: ich bezeichne mich als "B" und brauche kein schlechtes Gewissen haben, weil ich gerade wieder ewig an meinem Blog rumgebastelt habe und um halb eins noch einen Post schreibe! Jetzt muss das nur noch jemand meinem Prof erzählen, der morgen um 8 vorliest. Und vielleicht den Bauarbeiten vor meinem Fenster, die ich heute zu einer Zeit, auf die ich nicht näher eingehen will, mit "Guten Morgen!" begrüßt habe. Aja und vielleicht meinen Eltern.
Dienstag, 20. Oktober 2009
Sprachbarrieren
Jedoch liegt das Problem weniger bei Fachausdrücken. Diese fließen zwar auch in "normale" Gespräche ein*, sind aber sicherlich auch beim Ingenieur zu finden.
Die Besonderheit ist vielmehr, dass Jurastudenten zwar "normale" Wörter verwenden, diese allerding anders gemeint sind. Und auch würde ein Nichtjurist diese Wörter sicherlich nicht so auffallend oft verwenden.
Zum Beispiel bedeutet unter Juristen das Wort "grundsätzlich" nicht, dass etwas immer so ist, sondern ist ein an Deutlichkeit kaum zu überbietendes Zeichen dafür, dass jetzt gleich eine Ausnahme folgen wird. Somit also fast das genaue Gegenteil dessen, was der "normale" Sprecher mit dem Wort aussdrücken würde.
Ähnlich verhält es sich mit "regelmäßig".
Das Wörtchen "fraglich" habe ich, glaube ich, vor meinem Studium noch nie verwendet. Jetzt möchte ich nicht mehr darauf verzichten.
Bin gespannt, wann die ersten anfangen, im Gutachtenstil zu reden...
*Beispiel: neulich Abend saßen wir im Wohnheim gemütlich bei einem Bierchen zusammen. Man unterhielt sich u.a. über Schönheitsoperationen. Sämtliche Juristen hatten mit Ausdruck "medizinische Indikation" keine Probleme. (Fast) Alle anderen schon.
Sonntag, 18. Oktober 2009
Kein Ortsschild, dafür zwei Fußballvereine...
Heute machte ich mich dann auf den Weg: über eine Stunde Anfahrt.
Dort angekommen musste ich erst mal feststellen, dass der Ort nicht über ein gelbes, sondern nur über ein grünes Ortsschild verfügt, toll. Den Platz hab ich jedenfalls gleich gefunden und die Leute waren echt freundlich. Ich unterhielt mich während der obligatorischen Platzkontrolle mit dem Spartenleiter (der lustigerweise gerade im Tor der Reserve stand). Von ihm erfuhr ich, dass es eine alte Rivalität zwischen den Vereinen gibt (o welch Wunder...). Diese wäre aber größtenteils Vergangenheit. Ich machte mich auf das schlimmste gefasst.
Die erste Halbzeit verlief ohne Zwischenfälle, die "Gastmannschaft" führte zur Pause. Erst in der Zweiten gings bisschen rund. Die "Heimmannschaft" glich aus, ging in Führung, verschoss einen Strafstoß. Schließlich wieder Ausgleich durch Strafstoß auf der anderen Seite. Jetzt wars richtig spaßig. Ein paar Gelbe musste ich verteilen und zwei Spieler bisschen rund machen*. Kurz vor Schluss erzielte die "Heimmannschaft" doch noch den Siegtreffer durch einen etwas glücklichen, aber schönen Distanzschuss. Einzige Problemherde waren im endeffekt meine beiden Vereinslinienrichter, die sich den ein oder anderen Fehler leisteten. Und natürlich der Ältestenrat. Der war zwar anfangs etwas zurückhaltend, ließ sich jedoch in den letztem 25 Minuten zu so geistreichen Kommentaren hinreißen, wie "Immer der Gleiche!!", bei einem Spieler der gerade eingewechselt wurde. Und wenns nach dem Rat ginge, hätte ich ungefähr 17 Gelbe Karten mehr gebraucht.
Die Spieler waren nach dem Schlusspfiff alle mit mir zufrieden, was ja wirklich nicht oft vorkommt und ich konnte unbehelligt duschen gehen, mir hinterher noch
*was mir im Nachhinein etwas leid tut, weil ich den einen echt böse angebrüllt hab, aber er wollt einfach gehen, bevor meine Ansprache zu Ende war
Samstag, 17. Oktober 2009
Ohne Abi an der Uni
Besonders aufgefallen ist mir folgende Stelle im Interview mit einer Hausverwaltungs- und Reinigungsangestellten der Uni Mainz:
"Zum Glück wird heute kaum noch etwas beschmiert oder beschädigt, das hat stark abgenommen. Selbst bei den Partys passen die Studenten jetzt besser auf."Schön mal zu hören, dass es auch so geht. Wenn man bedenkt, dass es bei uns in Regensburg wegen Vandalismus keine Audimax-Fete mehr gibt (war genau ein Semester bevor ich kam zum letzten Mal) und sämtliche anderen Feste (egal ob in der Uni oder in Wohnheimen) nur noch mit Securityfirma stattfinden können.
Freitag, 16. Oktober 2009
Duftende, gut gekleidete Großstadt-Heteros
Hab mich schon lange gefragt, an welchen Kriterien man das denn feststellen kann. Endlich habe ich eine Antwort gefunden. Selbstverständlich vom BGH: Demnach wird mit "metrosexuell"...
"...ein neuer Männertyp - heterosexuell veranlagt, modisch gekleidet, in Düfte gehüllt und vornehmlich in Metropolen lebend - beschrieben."Wenn man Regensburg als Metropole sieht, sollte ich wohl anfangen, Fußball zu spielen oder zu singen...
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Soziale Netzwerke - Fluch oder Segen?
Dabei dachte ich eigentlich immer an Adressen, Telefonnummern und peinliche Bilder. Aber einem Bankbetrüger namens Maxi Sopo wurden seine Prahlerei und die unübeschaubare Zahl von "Freunden" zum Verhängnis: Er hatte sich zunächst aus den USA nach Mexiko abgesetzt, dann allerdings im Facebbok immer wieder gepostet wie es ihm ginge, was natürlich alle seine Freunde lesen konnten - inklusive eines ehemaligen Justizbeamten...
Also bei Freundschaftsanfragen immer genau prüfen wen man vor sich hat ;)
Quelle: SZ
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Eine Führungspersönlichkeit...
Montag, 12. Oktober 2009
Akademische Grade, die die Welt nicht braucht
Nun, da ich noch nie etwas davon gehört hatte las ich mir das Ding mal durch.
Die genaue Unterscheidung scheint hoch umstritten:
Quelle: http://malkus.wordpress.com/2006/12/19/stud-iur-oder-cand-iur/
- "Scheinfreitheorie": Sobald alle „kleinen“ und grossen“ Scheine unter Dach und Fach sind.
- "strenge Scheinfreitheorie": Sobald alle zur Examensanmeldung erforderlichen Scheine geschafft sind (also inkl. Seminar etc.)
- "Anmeldungstheorie": Sobald man sich zum Examen angemeldet hat.
- "Zulassungstheorie": Sobald man vom Prüfungsamt zum Examen zugelassen wurde.
Zudem finden sich in den Kommentaren noch zwei weitere Standpunkte:
- "Zwischenprüfungstheorie": Sobals man die Zwischenprüfung bestanden hat.
- "Möchtegern-Theorie": Dem Autor ist es wurscht und er möchte gerne solche Probleme haben.
yeah, mein Button!
Heute gings um einen Blog-Button. Selbstverständlich brauch ich keinen, zumindest vorerst. Wüsste nicht, wer ein Blog-Greenhorne wie mich als Button auf seiner Seite haben will. Aber natürlich will ich einen haben.
Noch haben die Vorlesungen nicht angefangen, also hatte ich heute wieder genug Zeit, mir einen eigenen Button zu bauen. Nach einigem herumprobieren und mit Hilfe verschiedener Seiten (u.a. dieser) hat es hingehauen:
Wofür ich nochmal eine halbe Stunde rumgedoktert habe: Wie lasse ich den html-Text anzeigen, ohne dass der Button ausgeführt wird?
Geschafft hab ichs dann mit dieser Seite. Und hier das Ergebnis, vielleicht hab ich ja irgendwann mal einen Leser, der mich auf seiner Seite einbaut:
<a href="http://stillerbeobachter.blogspot.com/" target="_blank"><img alt="stillerBeobachter" border="0" src="http://img264.imageshack.us/img264/5047/92202117221601255357473.png" /></a>
Böhmermanns letztes Buch...
Dabei bin ich auf die Werbung für seine aktuelles Buch gestoßen, die mich durchaus ein wenig schockiert hat. Allerdings nicht so sehr, als dass ich mich nicht für das virale Marketing einspannen läße. Es handelt sich um einen Clip, den ich leider nicht bei YouTube finden konnte, um ihn einzubinden. Deswegen hier der direkte Link auf seinen Blogeintrag. Die Warnung für Minderjährige ist übrigens wirklich ernst zu nehmen!
Ältestenrat
Diese Herrenrunden haben es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Detail im Spiel verbal zu zerpflücken, zu analysieren und zu kommentieren. Und dabei mit Kritik nicht zu sparen. Im Gegenteil. Sowohl die Spieler der eigenen, als auch die der gegnerischen Mannschaft, müssen sich das anhören. Ganz zu schweigen vom Schiedsrichtergespann.
Highlights meiner bis jetzigen Karriere:
Das Spiel läuft nicht mal zwei Minuten, da kommt schon der erste Ruf:
"Der Schiri ist doch ein Blinder!"Und das vor dem ersten Pfiff...
Anderes Beispiel: In meiner Nähe hatten drei Herren auf einer Bank Platz genommen. Leicht versetzt hinter dem Tor. In der ersten Halbzeit hatten sie ihren eigenen Torhüter vor sich, der Gegner griff also an. Folglich musste jeder Angriff Abseits gewesen sein. Was die drei selbstverständlich aus ihrer Postition besser beurteien konnten als ich, der ich ja nur direkt auf Höhe des vorletzten Abwehrspielers stand. Das haben die mir auch gesagt. Zweite Halbzeit natürlich genau gegenteiliges Spiel. Ich fands lustig.
Eines schönen Tages ergab es sich, dass ich einen Strafstoß für die Heimmannschaft geben musste. Eine Karte ließ ich allerdings, in Einvernehmen mit meinem Assistenten, stecken. Das Foul war nicht so schlimm, der Spieler hätte sowieso nicht mehr schießen können und der Verteidiger hatte auch noch den rutschigen Rasen unterschätzt. Elfer war also Strafe genug. Als wir nach der Pause wieder aus der Kabine kamen, sprach mich ein netter Herr** von der Seite an, ob ich denn bei dem Strafstoß nicht Gelb hätte geben müssen. Ich dachte mir nichts böses und antwortete schlicht mit: "Nö, des war ja nicht so schlimm." Hier verdunkelten sich seine Gesichtszüge und er fühlte sich wohl berufen, mich zu belehren: "Ein strafstoßwürdiges Vergehen zieht immer eine Verwarnung nach sich!"*** Das ganze in einem Tonfall, als würde er Schillers "Glocke" rezitieren. Da war ich kurzzeitig schon bisschen sprachlos.
Das Interessante an diesen Herrenrunden ist ja diese unglaubliche Selbstsicherheit, die an den Tag gelegt wird. Man weiß alles, kann alles und vor allem: man sieht auch alles immer besser, als der Schiri der acht Meter daneben steht. Halbes Zweidrittelwissen in Kombination mit drei Bier, acht Dioptrien und einer ausgeprägten Beratungsresistenz. Auch habe ich festgestellt, dass sie sehr nachtragend sein können. Manchmal kann man hinterher gar nicht sachlich über das Spiel reden. Wobei ich keinesfalls behaupten will, dass das die Regel ist: In den allermeisten Fällen ist nach dem Schlusspfiff das Spiel tatsächlich vorbei und alle sind wieder nett zu einander.
Aber mit Sicherheit wird mir das noch einigen Content liefern...
*da diese sowieso keine Ahnung haben
**wohl der Sprecher des hiesigen Ältestenrates
***btw: das stimmt natürlich nicht
Samstag, 10. Oktober 2009
Super Stimmung!
Die Antwort: Er hat ein "neues internationales Klima" geschaffen und er gibt "den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft".
Ehrlichgesagt, hat mich das nicht vom Hocker gehauen. Vielmehr ist Obama doch jetzt in Zugzwang. Alles, was er jetzt macht, wird im Lichte des Friedensnobelpreises gesehen werden. Da macht sich eine Truppenaufstockung im Irak oder Afghanistan, wahlweise auch ein Krieg gegen Iran, irgendwie nicht so gut.
Aber nun zum amüsanten Teil: Das Gezwitscher von Alf Frommer
Highlight des Tages:
"Deutsche FeministInnen entzückt: Schwarzer erhält Friedensnobelpreis!"
(Der Vollständigkeit halber: Zuerst hab ichs hier gesehen)
Freitag, 9. Oktober 2009
BVzWuWdaHl n.e.V
Deswegen huschte mir ein Grinsen über das Gesicht, als ich von der Gründung der Bloggervereinigung zur Wiederbelebung ungenutzter Worte, die auf Halde liegen, n.e.V. - kurz BVzWuWdaHl, gelesen habe.
Dieser trete ich hiermit offiziell bei.
Auf das meine endlosen Schachtelsätze auch noch durch das ein oder andere Wort bereichert werden, sei es zur genaueren Ausführung meiner verschlungenen Gedankengänge, zur Verkomplizierung ansonsten zu profaner Sachverhalte oder schlicht und ergreifend zur Zier des ein oder anderen Blogeintrages.
der Hamster
Metaphern oder Allegorien sind nicht beabsichtigt. Er ist einfach da.
Muss mir noch nen Namen einfallen lassen. Der kommt aber auch noch.
Vorschläge in die Kommentare!
Und zum Füttern einfach anklicken ;)
Und wieder Zeit verschwendet...
(K)ein Disclaimer
*seit ich Jura studiere ist "grundsätzlich" zu einem meiner Lieblingswörter aufgestiegen
Impressum
Allerdings fühle ich mich durch diese §§ 5 und 6 TMG nicht wirklich angesprochen. Ich verfolge keine gewerblichen Interessen, auch wenn ich weiß, dass dieses Kriterium durchaus sehr weit ausgelegt wird. Allerdings verzichte ich gerade bewusst auf Werbung. Vielmehr verteile ich meinen Senf aus purem Spaß am
Trotzdem hier ein nettes Impressum:
Michael Haider
Karl-Stieler-Straße 86
93051 Regensburg
Kontakt aber bevorzug via:
Sollte jemand der Meinung sein, einzelne Beiträge müssten ein breiteres Publikum finden, habe ich natürlich nichts dagegen, dass diese verlinkt werden.
Muss ich erwähnen, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, was er sagt oder schreibt? Sei es hiermit geschehen: Kommentare gehören den jeweiligen Kommentatoren. Nur weil etwas in einem Kommentar steht, heißt das nicht, dass es auch meine Meinung ist. Nichtsdestotrotz muss klar sein, dass das hier MEIN Blog ist. Wenn jemand in MEINEN Blog unter MEINE Posts etwas hinkommentiert, was MIR absolut nicht passt, lösche ICH das. Weil ich das darf!
Sollte jemand tatsächlich auf die Idee kommen, bei mir nach rechtlichem Rat zu suchen, darf ich ihn sogleich darauf hinweisen, dass ich mich über jede Anfrage freue! Ich werde auf jedes Problem gerne eingehen, es nachlesen und es mit Kommilitonen diskutieren. Der Ratsuchende kann sich jedoch sicher sein, dass die Antwort in jedem Fall sehr ausführlich und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr falsch sein wird. Aber Hauptsache, ich hab Spaß!
Zum Disclaimer bitte dem Link folgen...
Donnerstag, 8. Oktober 2009
SLAPP
Folgender Hintergrund:
In Kroatien tobt seit einiger Zeit eine Diskussion um die Meinungs- und Pressefreiheit im Internet. Zentrale Figuren sind dabei der Blogger Damir Fintić, der Journalist Željko Peratović und der Gründer einer Facebookgruppe Nikšo Klečak.
Fintić (http://vukovarac.net/; kroatische Seite) wurde zu einer Haftstrafe von 20 Tagen verurteilt. Ursprünglich sollt er Schmerzensgeld wegen "seelischer Schmerzen" [wörtliche Übersetzung] an Dragica Štengl zahlen, die Ehefrau des ehemaligen Bürgermeisters der kroatischen Stadt Vukovar, Vladimir Štengl. Da er die Summe nicht mehr zahlen konnte, wurde sie in eine Gefängsnisstrafe umgewandelt.
Grund für die Strafe war jedoch nicht etwa ein ehrrüriger oder beleidigender Blogeintrag Fintićs, sondern vielmehr anonyme Kommentare, durch welche sich Frau Štengl verletzt sah. Die Frage, ob ein Blog durch die Meinungs- und Pressefreiheit geschützt ist, stellt sich hierzulade wohl nicht. Meiner Meinung nach sollte das in Kroatien nicht anders sein (auch wenn ich zugeben muss, dass ich im kroatischen Staatsrecht nicht weiter bewandert bin). Was jedoch interessanter ist: Fintić sitzt gar nicht wegen seiner eigenen Meinung im Gefängnis, sondern wegen der eines unbekannten Dritten!
Im Gegesatz dazu, wurde der unabhängige Journalist Željko Peratović (http://peratovic.blog.hr/; kroatische Seite) über seine Kommentare massiv bedroht. Obwohl die Behörden informiert sind und auch die fraglichen IP-Adressen zur verfügung hat, wurde bis jetzt nichts unternommen.
Schließlich Nikšo Klečak, der einige Zeit von der Polizei festgehalten wurde: Er gründete im Facebook die Gruppe "Kladim se da ću prikupiti 5000 Hrvata koji ne vole Ivu Sanadera", wörtl: "Ich wette, dass ich 5000 Kroaten versammle, die Ivo Sanader nicht mögen". Als Gruppenbild stellte er eine (schlechte) Fotomontage ein, die Sanader in Naziuniform zeigt. Diese hat er wohlgemerkt nicht selbst erstellt, sondern im Internet gefunden, wo sie schon seit Jahren kursierte.
Zumal Kroatien u.a. seit einingen Jahren Verhandlungen über einen möglichen EU-Beitritt führt, hätte ich einen liberaleren Umgang mit neuen Medien erwartet. Aber durch obige Fälle zeigt sich, in welchem Maße immer noch eine Zweiklassengesellschaft in dem noch jungen Staat herrscht: ehemalige Parteibonzen diktieren Urteile, während kritische Stimmen in Blogs und sozialen Netzwerken unterdrückt werden.
Alle Vorgänge haben eine ähnliche Wirkung: Die Bürger werden von kritischem Denken, geschweige denn Handeln, abgeschreckt. Ein SLAPP eben.
Quellen u.a.: http://pollitika.com/; insb. hier
http://www.novilist.hr/; insb. hier
http://vukovarac.net/; insb. hier auf Englisch
Montag, 5. Oktober 2009
Tarnmodus: Streber
Also der gute Vorsatz fürs neue Semester: Ich bereite jede Vorlesung sauber nach und vermeide somit unnötig aufgetürmte Stoffberge.
Passend dazu durchfuhr mich noch ein Geistesblitz: Ich leihe mir über die
So weit, so gut.
Nun, die vorlesungsfreie Zeit ist fast vorbei und ich bin jetzt mit den Büchern durch. Gut, es waren nur zwei (Brox/Walker, Erbrecht und Jauernig/Berger, Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht).
Jetzt frage ich mich natürlich, ob das was gebracht hat. Sicher bin ich mir nicht. Fälle hab ich ja nicht gemacht. Vom Gefühl her würd ich sagen, dass war komplett umsonst, aber das kann nicht sein. Irgendwas ist sicher hängen geblieben. Ich glaub, ich würd mich schon freuen, wenn ich bald in der Vorlesung sitze und zumindest sagen kann: "Davon hab' ich schon mal gehört..." Wird schon nicht geschadet haben.
Zumindest konnte ich gegenüber jedem Nichtstudenten ("Mensch, du hasts gut, du hast Ferien!") behaupten, auch in den "Ferien" zu lernen und deswegen mehrere Bücher daheim liegen zu haben. Dazu noch mein Praktikum ("Oh! Im Amtsgericht!") und keiner zweifelt mehr an meinem Fleiß.
Mir fällt grad ein, ich glaub ich schau mal nach, wann ich die Bücher zurückbringen muss...
Freitag, 2. Oktober 2009
Gängelei von FIFA-Schiedsrichtern
Ich frage mich, was das bringen soll? Hat die FIFA etwas zu verbergen? Muss man die Referees vor sich selbst schützen? Das sind doch allesamt gestandene Persönlichkeiten, von denen man erwartet zu Wissen, wie und wann sie sich äußern sollen/können/dürfen.
Also mir wird das Pfeifen schon manchmal lästig, aber die höher- und höchstklassigen Schiris unseres Landes machen da noch ganz andere Sachen mit...
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Gute Manieren bringen einen Weiter!
Bohlen ist Künstler... bah!
Die Juroren seien zu "eigenschöpferischen, höchstpersönlichen Leistungen" verpflichtet. Damit sind wohl Bohlens beleidigende Kommentare gemeint. Versöhnlich wirkt allerdings, dass das BSG annimmt, dass es auf die Qualität nicht ankommt. Schöne Kritik durch die Blume, wie ich finde.
Und zahlen muss er auch, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ihm das sonderlich weh tut.
Achja, die Kitschkos sind übrigens keine Künstler. Wobei ich den einen Werbespot, in dem einer der beiden im Fitnessstudio als Gorilla verkleidet trainiert, künstlerisch wertvoller finde, als so manchen verbalen Erguss des Herrn Bohlen.
siehe auch hier
Routinierter Sachverständiger II
Der heutige Gutachter war wegen zwei Verhandlungen da. Die erste dauerte keine 20 Minuten und war eher unspäktakulär.
Die zweite war schon interessanter. Die Beklagte hatte das geparkte Motorrad des Klägers umgefahren. Streitig war, ob die Schäden auf der rechten Seite des Motorrades von diesem Unfall herrührten oder ob der Kläger der Beklagten Schäden von einem anderen Unfall unterschieben wollte. Interessant an der Sache war, dass der Kläger behauptete, das Motorrad sei auf die rechte Seite gefallen, die Beklagte hingegen, es sei auf der linken Seite gelegen.
Der Sachverständige sollte zum einen klären, wie das Motorrad gefallen war und zum anderen, ob die Schäden von eben diesem Unfall stammen.
Erst erklärte er die Schäden am Motorrad und auch, dass man solche gerade bei so einem Sturz auf eben solchem Untergrund, wie er auf dem Parkplatz vorlag, erwarten würde.
Weiter erklärte er, dass auf Grund der Skizzen, die vorlagen, es nur so sein könne, dass das Motorrad nach Rechts fiel, da es links angefahren wurde. Naja, das hätte ich als Laie auch zusammenbekommen. Jedoch widersprach ihm die Beklagte wehement.
Nun nahm er sich viel Zeit und stellte der Beklagten sehr viele, meiner Meinung nach sehr gute Fragen, um dahinter zu kommen, wie das Motorrad denn lag (was meiner Ansicht nach eigentlich Aufgabe der Anwälte gewesen wäre, aber seis drum). Er räumte zwar ein, dass es theoretisch möglich wäre, dass das Motorrad leicht angestoßen wurde, etwas kippte, ohne jedoch ganz umzufallen, dabei der Ständer hochklappte und daher das Motorrad nach Links fiel. An dieser Stelle huschte ein Lächeln über das Gesicht der Beklagten. Allerdings, so fuhr der Gutachter fort, hätte sich das Auto nunmehr in Sekundenschnelle aus der Fallzone begeben haben müssen, da ja an diesem keine Spuren zu sehen seien. Zudem ist es extrem unwahrscheinlich, dass das Motorrad auf der linken Seite keine Schäden davongetragen hätte. Im Gegenzug aber auf der rechten Seite genau die zu erwartenden Schäden vorliegen.
Es wurden zudem Skizzen gemacht, das Geschehen mehrmals mit Spielzeugautos nachgestellt, das Protokoll genauestens aufgenommen und mehrmals wieder vorgespielt. Schließlich dauerte seine Erklärung über eine Stunde.
Für diese Engelsgeduld bewundere ich den Mann. Ich an seiner Stelle wäre ob der mangelnden Auffassungsgabe der Beklagten, schon nach 20 Minuten durchgedreht.
