Angeblich kann man bei vielen Studenten am Outfit erkennen, was sie studieren. Einige meiner Kommilitonen versuchen dem aktiv entgegenzuwirken. Allerdings ist mir schon oft aufgefallen, dass sie sich durch ihre Sprache eigentlich ziemlich schnell als Jurastudenten outen.
Jedoch liegt das Problem weniger bei Fachausdrücken. Diese fließen zwar auch in "normale" Gespräche ein*, sind aber sicherlich auch beim Ingenieur zu finden.
Die Besonderheit ist vielmehr, dass Jurastudenten zwar "normale" Wörter verwenden, diese allerding anders gemeint sind. Und auch würde ein Nichtjurist diese Wörter sicherlich nicht so auffallend oft verwenden.
Zum Beispiel bedeutet unter Juristen das Wort "grundsätzlich" nicht, dass etwas immer so ist, sondern ist ein an Deutlichkeit kaum zu überbietendes Zeichen dafür, dass jetzt gleich eine Ausnahme folgen wird. Somit also fast das genaue Gegenteil dessen, was der "normale" Sprecher mit dem Wort aussdrücken würde.
Ähnlich verhält es sich mit "regelmäßig".
Das Wörtchen "fraglich" habe ich, glaube ich, vor meinem Studium noch nie verwendet. Jetzt möchte ich nicht mehr darauf verzichten.
Bin gespannt, wann die ersten anfangen, im Gutachtenstil zu reden...
*Beispiel: neulich Abend saßen wir im Wohnheim gemütlich bei einem Bierchen zusammen. Man unterhielt sich u.a. über Schönheitsoperationen. Sämtliche Juristen hatten mit Ausdruck "medizinische Indikation" keine Probleme. (Fast) Alle anderen schon.
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