Freitag, 23. Oktober 2009

Politik und Mode

Egal ob rot, schwarz, grün oder gelb, momentan ist jeder irgendwie "links". Studenten ja sowieso. Dies zeigt sich natürlich auch in der Mode. Ich persönlich stehe ja Kleidung mit politischer Symbolkraft eher kritisch gegenüber. Ich habe nie ein "Ché Guevara"-T-Shirt besessen, noch eines mit einem roten Stern darauf. Egal wie "in" das auch gewesen sein mag.
Auffälliger momentaner Trend: Das Palästinensertuch. Und hier spielte ich zum ersten Mal mit dem Gedanken, der Mode zu folgen. Allerdings ist mir klar, dass das Tuch politisch vorbelastet ist. Ich wusste nur nicht, wie genau. Und bevor sich das nicht änderte, wollte ich mir keines zulegen.
Nach diesem Artikel und ein wenig googeln, weiß ich nun in etwa, um was es geht.

Laut Wikipedia, war das Tuch ursprünglich ein traditionelles Kleidungsstück im arabischen Raum. Grundsätzlich mal nicht schlimm.
Politisch belastet wurde es erstmals in den 1930er Jahren: Der Großmufti von Jerusalem machte das Tuch zum Pflichtkleidungsstück. Wer sich weigerte wurde bestraft. Da dieser Mufti auch gegen die jüdische Bevölkerung vor ging, wurde er von den Nationalsozialisten finanziell unterstützt. Dies erklärt die zunehmende Beliebtheit des Tuchs in der rechten Szene.
Das Tuch wurde durch Jassir Arrafat, dem Führer der "Palästinensischen Befreiungsorganisation" (PLO), zum Symbol nationaler Befreiung (von Isreal). Dies wird von Islamisten aufgegriffen, die es als Zeichen des Kampfes gegen die gesamte westliche Welt, allen voran Israel, verwenden.
Linke (Studenten) Ende der 60er Anfang der 70er sympathisierten mit den Palästinensern, da sie diese nur als Opfer des Sechstagekrieges sahen. Dies zeigten sie durch das Tuch, welches dadurch Eingang in die linke Szene fand.

Heute ist es für viele (vermeintlich) nur ein Modeaccessoir. Bei mir wärs beinahe auch so weit gewesen.
Aber ich habe keine Lust, mich in eine Reihe mit Neonazis, Islamisten und politisch desinteressierten Fashion-victims stellen zu lassen.

Man sollte vielleicht ein bisschen mehr nachdenken, mit wem man (aus versehen?) sympathisiert. Egal ob man das Bild eines Mörders auf dem Bauch trägt oder ein nationalistisches Symbol um den Hals.

Quellen:
http://www.copyriot.com/sinistra/reading/texte/coolekids.html
http://schoenistdasnicht.blogsport.de/2007/12/01/das-pali-tuch-geschichte-und-bedeutung/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kufiya

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