Donnerstag, 30. September 2010

Der Reichtum der juristsichen Fauna

Während des Jurastudiums kommt man einige Male mit der Tierwelt in Berührung. Klassiker ist natürlich der Bienenschwarm im BGB (§§ 661 ff. BGB). Auch zu nennen wären die Kleintiere und die Milchkuh, respektive nach Wahl des Schuldners "statt einer solchen insgesamt zwei Schweine, Ziegen oder Schafe", die sich im § 811 I Nr.3 ZPO tummeln.
Aber auch in Blawgs findet sich so manches Getier. Während RAin Braun eine ganze Kategorie für Pferderecht führt, stößt man bei Nebgen und hier auf Eulen und bei RA Feltus auf einen komischen Kauz.

Gestern schließlich, hörte ich von einem Meinungsstreit, der sich ebenfalls in der Vogelwelt abspielt und in Zusammenhang mit der Milchkuh der ZPO steht: Es geht um den Kuckuck und warum das Pfandsiegel so genannt wird.

Wenn man die Frage googelt, bekommt man den Eindruck, das die Bezeichnung nach der hM auf den Reichsadler preußischen Adler [Danke für den Hinweis] zurückzuführen ist, der früherer auf dem Pfandsiegel abgebildet war und abschätzig als Kuckuck bezeichnet wird.

Andere Stimmen sehen den "Kuckuck" als euphemistische Bezeichnung für den Teufel ("Zum Kuckuck!"). Die gepfändete Sache war also durch Anbringung des Pfandsiegels "beim Teufel", sprich: verloren.

Eine letzte Meinung betrachtet die Frage aus juristisch-biologischer Sicht. Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester, um diese ausbrüten zu lassen. Dies kann als Parallele zum Recht des Gläubigers an der gepfändeten Sache gesehen werden. Nach Anbringung des Pfandsiegels, erlangt der Gläubiger ein Pfändungspfandrecht und hat, bildlich gesprochen, "ein Ei im Nest des Schuldners", über welches dieser nicht verfügen darf.

Eine Streitentscheidung spare ich mir jetzt ;)

Mittwoch, 29. September 2010

Am Nachbartisch in der Cafete

Zwei Klischee-Jurastudentinnen:

"Ich hab' neulich den Professor in der Stadt getroffen und ICH WAR TOTAL UNGESTYLED!"
- "Ja so was passiert immer, wenn man gerade nicht gestyled ist."

danke an Chris :)

Montag, 27. September 2010

Romantik im Recht VI oder: Wege zur Juristerei

Ich nehme an, so ziemlich jeder Jurastudent bzw. fertige Jurist musste sich schon rechtfertigen wurde schon gefragt, wie er zur Rechtswissenschaft kam.
Während einige ihren Kindheitstraum verwirklichen, war es bei mir eher eine Notlösung, die sich als Fügung des Schicksals herausstellte (siehe About.The.Boy).

Im Zuge der Recherche zu meiner Studienarbeit, stieß ich auf auf einen Brief des Rechtsphilosophen Johann Paul Anselm Ritter von Feuerbach an seinen Sohn Anselm vom 23. März 1820*. In diesem erklärt er ihm, warum er Juraprofessor wurde, wobei die Gründe durchaus nachvollziehbar sind, wenngleich ich nicht gern an seiner Stelle gewesen wäre.
Zunächst hatte er bereits vier Jahre Philosophie studiert, in letzterem sogar promoviert. Weiter heißt es in dem Brief**:
"Doch siehe! da wurde ich mit deiner Mutter bekannt; und ich kam in den Fall, mich ihr verpflichtet zu erkennen; es galt, ein Fach zu ergreifen, das schneller als die Philosophie Amt und Einnahmen bringe - um Deine Mutter und Dich ernähren zu können."
Ich nehme an, einer genaueren Interpretation bedarf es nicht.
Besonders schön fand ich auch den folgenden Satz, der die Meinung Feuerbachs zur Juristerei zeigt:
"Da wandte ich mich mit raschem, aber festem Entschluss von meiner geliebten Philosophie zur abstoßenden Jurisprudenz;"
Doch gleich darauf findet er schon wieder versöhnliche Worte:
"sie wurde mir bald minder unangenehm, weil ich einmal wusste, daß ich sie lieb gewinnen müsse; und so gelang es meiner Unverdrossenheit, meinem durch die bloße Pflicht begeistertem Muth - bei verhältnismäßig beschränkten Talenten - daß ich schon nach zwei Jahren den Lehrstuhl besteigen, meine Zwangs-, Noth- und Brotwissenschaft durch Schriften bereichern und so eine Standpunkt fassen konnte, von welchem aus ich rasch zu Ruhm und äußerem Glück mich emporgeschwungen und von der Mitwelt das laute Zeugnis gewonnen habe, daß mein Leben der Menschheit nützlich gewesen ist."
Auf Feuerbach geht unter anderem die Formulierung des Grundsatzes nulla poena sine lege zurück, den er in Art. 1 des Strafgesetzbuches für das Königreich Bayern von 1813 festhielt und welcher sich heute in Art. 103 II GG findet.
Also letztendlich gar nicht so schlecht für uns, dass er seine Frau traf.


*Feuerbach, Ludwig, Anselm Ritter von Feuerbach’s Leben und Wirken aus seinen ungedruckten Briefen und Tagebüchern, Vorträgen und Denkschriften, Band 2, S. 132ff., als E-Book verfügbar.
** S. 138.

Freitag, 24. September 2010

Verloren im Weltweitnetz XVI - Zu früh gefreut

Mal wieder etwas aus der Fußallecke: Wir reisen ein wenig in den Süden. Ein Spiel um den marokkanischen Pokal. Es geht unentschieden aus, also "Schüsse von der Strafstoßmarke zur Spielentscheidung" (Regel 14) oder kurz: Elfern.

Mittwoch, 22. September 2010

Wieder frei

So. Aus. Ende. Ich habe heute früh meine Studienarbeit abgegeben. Vorerst meine letzte wissenschaftliche Arbeit. Außer ich promoviere oder so, aber das steht ja sowieso in den Sternen.

Und plötzlich ist der Druck weg, ja ich möchte fast sagen, eine innere Leere macht sich breit. Ich kann morgen ausschlafen. Und übermorgen. Ich glaub, die Leere ist gar nicht so schlimm!

Bleibt natürlich nur noch die Spannung, ob und wie ich bestanden habe. Die Ergebnisse kommen ja schon am 4.4.2011...
Die einzige Angst, die größer ist, als durchzufallen, ist die, schlecht zu bestehen. Einen Verbesserungsversuch gibt es nämlich nicht. Und ganz ehrlich: da wären mir dann 3 Punkte lieber, als 5. Aber warten wir erst mal ab.

Selbstverständlich fiel bei der Recherche auch einiger Stoff zum bloggen an, der demnächst verbraten wird. Aber jetzt freue ich mich erst mal meines Lebens und reaktiviere meine sozialen Kontakte.

Sonntag, 19. September 2010

Kulturgrampf

Das größte Kostümfest Volksfest der Welt hat seine Pforten geöffnet. Für 17 Tage wird München wieder das Zentrum des kollektiven Alkoholismus sein. Auch die Trachten-Branche freut sich. Sind Lederhose und Dirndl doch mittlerweile ein "Mode-Must-Have"*.  Damit das so bleibt, müssen die Trachten immer "üppiger, ausgeflippter und vor allem kürzer" sein.** Das richtige "Event-Outfit" sieht dann für den Mann ungefähr so aus:

Samstag, 18. September 2010

Juristen sind gar nicht so schlimm

Hier habe ich vor kurzem meinem Ärger über einige Kommilitonen Luft gemacht. Dabei tat ich ihnen wohl Unrecht. Bei den Juristen ist es nicht schlimmer, als in anderen Fakultäten - es ist schlicht und ergreifend genauso schlimm.

Warum ich mich so ärgere? Ich habe gerade den ganzen Vormittag in der Bibliothek unserer philosophischen Freunde verbracht. Ich konnte nur eines (!) von acht Büchern, die ich suchte, finden. Nun, da die meisten Bücher hier übers Wochenende ausleihbar sind, unterstelle ich zunächst mal den günstigsten Fall. Sprich, die Bücher sind entliehen und stehen am Montag wieder im Regal.
Was mich aber mehr stört: Die Unordnung. Es könnte nämlich sein, dass einige meiner Bücher zwar hier sind, aber an der falschen stelle stehen. Bei meiner Suche fielen mir nämlich etliche Werke auf, die einfach falsch zurückgestellt wurden. Sollten meine Bücher dieses Schicksal teilen, werde ich sie bis zum Abgabetermin wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Freitag, 17. September 2010

Reingeschnuppert

Als ich heute Vormittag die Uni betrat, merkte ich sofort, dass etwas anders war. Obwohl ich mich in der Jura-Cafete befand, waren zahlreiche, sagen wir, "schlecht gekleidete"* Leute, mit teilweise langen Haaren unterwegs. Alle zahlten in Bar, sprich: hatten keine Mensacard (was meiner Laune nicht wirklich zuträglich war, aber das ist eine andere Geschichte). Und ich kam mir ausnahmsweise mal relativ alt vor.
Des Rätsels Lösung: Heute war "15. Bayerischer Hochschulinformationstag".

Donnerstag, 16. September 2010

Mein erstes Mal...

...bei einer Blogparade. www.stadt-bremerhaven.de ruft dazu auf, seinen Arbeitsplatz vorzustellen. Und als ob das nicht genug wäre, wird unter allen Teilnehmern ein Notebook von Sony verlost. Zugegeben, dieser Umstand ist für meine Teilnahme nicht ganz unerheblich, spiele ich doch schon länger mit dem Gedanken meinen alten Läppi durch ein moderneres Gerät zu ersetzen.
Also, schreiten wir zur Beantwortung der gestellten Fragen:

1. Hersteller meines Notebooks:
Ich habe einen Asus X50Zseries. Er ist mittlerweile beinahe zwei Jahre alt. Ursprünglich lief Vista drauf, was ich aber alsbald durch Windows 7 ersetzte. Daneben steht auf meinem Schreibtisch ein Bildschirm von Acer.

2. Zufriedenheit:
Naja... er hat mich in all der Zeit niemals im Stich gelassen, allerdings nervt mich schon seit jeher die laute Lüftung... Ansonsten würde mir nie in den Sinn kommen ein negatives Wort über meinen heißgeliebten Läppi zu verlieren!

3. Foto von meinem Arbeitsplatz*:



So, jetzt bring ich meinen Arbeitsplatz wieder in den Urzustand und warte auf die Gewinnbenachrichtigung.

*aufgeräumt, sollte sich jemand für den Normalzustand interessieren, bitte im Kommentar melden. Ab 4800 Interessenten könne wir reden.

Dienstag, 14. September 2010

(Rechts-) Wissenschaftliche Gratwanderung

Nervenkitzel hin oder her, es gibt Situationen, in denen würde ich ganz gerne auf den Thrill verzichten. Beispielsweise beim Studienarbeit schreiben. Leider bleibt einem dieser nicht erspart, wenn man sich auf dem schmalen Pfad des Zitierens bewegt, neben welchem der Abgrund des Plagiats klafft.
Aber wie soll man ein Abstürzen vermeiden, wenn man die verschiedenen Ehrenstrafen aus dem "Codex Iuris Bavarici Criminalis" und dem "Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern von 1813" zusammenfassen will, es aber genau so eine Zusammenfassung bereits gibt und diese außer vollständig auch noch sehr übersichtlich, knapp und informativ ist?

Momentan läuft es darauf hinaus, dass ich wohl sehr viele, gleich lautende Fußnoten auf den betreffenden Seiten haben werde. Ähnliches sah ich zwar schon in einigen Büchern, aber aus ästhetischen Gründen widerstrebt mir ein solches Vorgehen.

Die Fußnoten im Buch geben auch nur unwesentlich mehr her und diese abzuschreiben liefe letztendlich auf das Selbe hinaus...

Bilder aus: Knott, Sebastian, Bei der Ehre gepackt! Ehrenstrafen in Bayern seit 1700, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006 (zugleich Dissertation Universität Regensburg 2004).

Montag, 13. September 2010

Hauptsache, gut aussehen!

Juristische Lehrbücher gibt es ja ohne Ende. Welches das Richtige für einen ist, muss man selbst herausfinden. Dazu gibt es ja die verschiedensten Ansätze. Man orientiert sich am Autor, am Aufbau oder am Verlag. Oder aber, man ist da etwas oberflächlicher:
"Ich hab da ein Europarechtslehrbuch gefunden, das kommt ganz ohne Fußnoten aus. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Aber es hat 'nen schönen Einband."
An dieser Stelle vielen Dank an Daniel W. aus FFB M. ;)

Samstag, 11. September 2010

Verloren im Weltweitnetz XV

Ok zugegeben, was Rechtschreibfehler betrifft, sollte gerade ich den Ball eher flach halten. Nichtsdestoweniger, will ich an dieser Stelle den geneigten Leser, der sich an den Klängen elektronischer Tanzmusik zu erfreuen weiß, auf einen Fehler im Video zu "Nein Mann" von Laserkraft 3D aufmerksam machen:



Aber trotz dieses Fehlers und auch wenn das Lied schon einige Monate auf dem Buckel hat und sogar schon auf Viva läuft, find' ich es immer noch klasse.

Freitag, 10. September 2010

Für seinen Namen kann man ja nix...

Gerade bin ich über den Auftritt Thilo Sarrazins bei der Pilotsendung von Benjamin von Stuckrad-Barres Talkshow auf ZDFneo gestoßen. Den Inhalt will ich gar nicht kommentieren, sondern eine andere Kleinigkeit. Zugegebenermaßen ist das wohl ein wenig kindisch, aber bin ich der einzig, dem aufgefallen ist, dass der ZDF-neo-Leiter ausgerechnet Himmler heißt?

Nachzulesen hier auf SPON, der ZDF-neo-Leiter kommt im letzten Absatz zu Wort.

Mittwoch, 8. September 2010

Eine Unterart des Jurastudenten

Im Zuge der Reihe "Mikrokosmos Jurafakultät", möchte ich heute eine besondere Art des Jurastudenten vorstellen: Die Drecksau.
Kommt man mit Studenten anderer Fächer auf das Thema Hausarbeit zu sprechen, heißt es relativ bald "Boah, ich hab' gehört das muss bei euch voll schlimm sein, mit Bücher verstecken und so."
In der Tat blieb ich bislang immer ruhig und antwortete in der Richtung, das stimme schon, aber so schlimm wäre es nicht, man wisse sich schon zu helfen. Dies entsprach bis zuletzt auch der Wahrheit.

Nunja, bis ich mit meiner Studienarbeit begann. Da ich ein rechtshistorisches Thema behandle, ist das Literaturangebot relativ überschaubar. Zumindest sind die Bücher nicht doppelt, dreifach oder noch öfter, wie beispielsweise im Zivilrecht die Regel, verfügbar.
So begab es sich, dass ich am zweiten Tag meiner Recherche auf ein sehr gutes Buch stieß, es an mich nahm, las und wieder an den richtigen Regalplatz zurückstellte, um es am nächsten Tag erneut zu holen. Seitdem wart es nicht mehr gesehen.

Einer meiner Kommilitonen muss das Buch wohl dringender brauchen als ich, jedenfalls ist es schlicht und ergreifen weg. Auch die netten Bibliothekare konnten mir nicht weiterhelfen.
Ich kann mir nicht erklären, aus welcher Motivation der fragliche Mitstudent handelt. Falsches Konkurrenzverständnis? Angst vor anderen, die es vor ihm verstecken könnten? Glaubt er, seine Note wird besser, wenn meine schlechter ist? Das wäre einmal eine eigene Studienarbeit wert.
Sollte ich jemals einen dabei erwischen, wie er ein Buch versteckt, Zeilen schwärzt, Seiten herausreißt usw. könnte ich mir vorstellen, das "Silentium"-Schild in der Bibliothek kurzzeitig zu ignorieren.
Es trifft sich auch nicht schlecht, dass ich mich gerade in das Thema "Haberfeldtreiben" eingelesen habe, so bayerische Traditionen müssen ja auch gepflegt werden...

Nachdem das Buch nach einwöchiger Wartezeit nicht wieder aufgetaucht ist und sich auch keiner den Verbleib erklären kann, habe ich es mir gekauft.

Montag, 6. September 2010

Prozessende und Prozessbeginn

Im Prozess wegen dem Tod des Todes von Dominik Brunner gegen zwei Jugendliche, wurden am heutigen Montag die Urteile verlesen:
Der Haupttäter Markus Sch. wurde wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter räuberischer Erpressung zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt.
Sebastian L. erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieben Jahre Jugendhaft.

Das Gericht blieb unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für beide Täter die Höchststrafe verlangte. Die Verteidiger hatten auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert und beantragten sieben bzw. dreieinhalb Jahre.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beinahe Zeitgleich begann am LG Mannheim der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Dieser endete jedoch nach nur wenigen Minuten, da die Verteidigung Befangenheitsanträge gegen zwei Richter stellte.

Quellen: hier und hier

Sonntag, 5. September 2010

Schiedsrichter ersticht Spieler

In Brasilien hat ein Schiedsrichter im Spiel einer Amateurliga einen Spieler getötet und einen weiteren schwer verletzt.
Schiri Francisco Chaves hatte einen Freistoß gegeben. Der Spieler Jose da Silva war daraufhin so aufgebracht, dass er dem Unparteiischen einen Tritt versetzte.

Francisco da Silva, der Bruder des Angreifers, kam ihm zu Hilfe. Daraufhin zog Chaves ein Messer und stach auf die Brüder ein. Jose starb noch auf dem Feld, Francisco wurde schwer verletzt. Chaves konnte flüchten und wird von der Polizei gesucht.

So weit die Informationen aus den Nachrichten.

Einige Fragen bleiben leider offen: Wieso musste Francisco seinem Bruder zu Hilfe eilen? Dieser hatte doch zuerst getreten. Und in wie weit bedrohten die Spieler den Schiedsrichter?
Ich will jetzt den Schiedsrichter nicht verteidigen, auch wenn ich zweifellos Parteiisch bin. Aber ich finde schade, dass zu diesem Fall nicht mehr Fakten zu finden sind.

Meiner erste Quelle befindet sich im Passwortgeschützten Bereich des Bayerischen Fußballverbandes, ist ergo nicht verlinkbar.
Google spuckt aber einen Haufen Ergebnisse aus, die so gut wie inhaltsgleich sind. Statt vieler sei hier ntv.de genannt.

Samstag, 4. September 2010

Doch mit Blick aufs Wesentliche

Das ging aber schnell! Vor wenigen Stunden äußerte ich noch Bedenken, die Integrationsdebatte würde im Streit um die Person Thilo Sarrazins untergehen und schon jetzt ist auf SPON zu lesen, dass Angela Merkel Defizite in der Integrationspolitik einräumt und eine Debatte "ohne Tabus" fordert.
Und auch Karl-Theodor zu Guttenberg hält es für wichtig, "einen offenen und breiten Diskurs zu führen".

Mutzumaßen, Angie und KT würden zu meinem Leserkreis gehören, wäre aber vermutlich etwas vermessen...

Thilo Sarrazin und das Polemikproblem

Der Kollege Mathias Rosenhahn, aka Rechtler, hat eine schöne Zusammenfassung über die bisherige Entwicklung im "Fall Sarrazin" geschrieben.

Durch den Beitrag bin ich jetzt auch fest entschlossen, Sarrazins Buch selbst zu lesen.
Einerseits, weil das Buch laut Financial Times Deutschland vom 30.8.2010, eher sachlich und sparsam an Polemik sein soll. Andererseits will ich mir als aufstrebende Jungakademiker natürlich ein eigenes Bild machen.

Um bei der Polemik zu bleiben: ich fand sie nämlich grundsätzlich gar nicht so daneben. Durch diese bekam Thilo Sarrazin und damit die Integrationsdebatte, sehr viel Aufmerksamkeit.
Nur leider ist das Schwert der Polemik ein zweischneidiges, was sich in der aktuellen Diskussion meines Erachtens nur allzu deutlich zeigt. Es ist nämlich einfacher, auf den Sarrazin-Bashing-Zug auf zuspringen und über Judengene zu schwadronieren, als sich sachlich mit der Integrationsproblematik auseinander zu setzen.
Einige Aussagen des Herrn Sarrazin waren zweifellos überflüssig (s.o.).
Aber das Diskussionsverhalten vieler, ich nenne als Beispiel hier statt mehrerer nur Renate Künast in der Talkshow "Beckmann", ist alles andere als vorbildlich.
Ergebnis: Im Mittelpunkt steht momentan nicht die kritische Auseinandersetzung mit der Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Titelthema in den Onlineportalen der großen Nachrichtenjournale ist vielmehr der Abberufungsantrag der Deutschen Bundesbank.

Sollte Sarrazin tatsächlich entlassen werden, bin ich sehr gespannt auf die Begründung. Nachdem es eine "inhaltliche Bewertung der Äußerungen Sarrazins" (FTD vom 3.9.2010) nicht geben wird, bleibt für mich als Grundlage nur noch die Tatsache, dass er sich überhaupt geäußert hat. Interessant wird dann, wie sich das mir der Meinungsfreiheit verträgt.

Mittwoch, 1. September 2010

Fulltimejob

So, Woche #1 der Studienarbeit liegt hinter mir. Leider ist schlecht einzuschätzen, ob ich nach 25% der Zeit, auch schon 25% der Arbeit geschafft habe.
geschrieben habe ich noch nichts, aber dafür gefühlte 472 Bücher zum Thema Ehre, Strafe, J.P.A. Feuerbach, bayerische Geschichte, deutsche Geschichte, Rechtsphilosophie, Semiotik und vielem mehr in den Händen gehabt.
Highlight war eines von Anfang des 19. Jahrhunderts, das keinen Einband hatte und von einem Gummiband zusammengehalten wurde. Nachdem ich das Inhaltsverzeichnis einigermaßen entziffert hatte, beschloss ich, es nicht zu brauchen.

An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, jenen Kommilitonen, die Bücher verstecken (ich weiß mindestens drei positiv!), aufs härteste zu verfluchen! Es soll sie der Blitz beim Sch**** Schreiben treffen!

Ansonsten bin ich mit der Arbeit so beschäftigt, dass ich die letzte Woche nicht 'mal dazu kam, zu bloggen.
Dabei liefert der gute Thilo doch gerade so viel Stoff...
Naja, vielleicht kann ich mir das ja aufheben...