Es soll ja Professoren geben, die Fragen stellen. Es soll durchaus auch solche geben, die tatsächlich Antworten erwarten! Und manchmal soll es sogar vorkommen, dass der Prof einzelne Studenten aufruft! Ungeheuerlich!
Einen solchen Prof haben wir in Strafrecht BT II. Da allgemein bekannt ist, dass die Zuhörer in den ersten Reihen aufgerufen werden, sind die vorderen Plätze regelmäßig sehr dünn besetzt. Also eigentlich gar nicht. Gestern scheint wohl wieder irgendeine Party gewesen zu sein*, jedenfalls waren in dem Hörsaal, der für 200 Leute ausgelegt ist, nur die allerletzten 5 Reihen besetzt.
Unser Prof hat die Angewohnheit, die leeren Reihen auszulassen und zu den wenigen besetzten Plätzen nach oben zu kommen. Er geht dann reihum um und stellt kleinere Fragen, die meist relativ schnell beantwortbar sind, idR ist wirklich nur die eigenen Meinung gefragt.
Was aber heute auffiel:
Viele wichen der Frage durch eine Gegenfrage aus. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen: Ich glaube die hatten einfach keine Lust, wirklich was zu sagen. So weit ich mich erinnern kann, waren die entsprechenden Fragen nämlich relativ leicht durch bisschen denken zu beantworten.
Die meiner Meinung nach noch eleganteste Ausweichvariante war, nach einem anderen Lösungsansatz zu fragen. Was natürlich dem Vorankommen im Stoff regelmäßig nur bedingt dienlich ist.** Das schlechteste Ausweichmanöver bestand darin, nach der Bedeutung eines Fachausdruckes zu fragen, der eigentlich für den Fall unwichtig war.
Nächste Woche versuche ich mal, in neue Dimensionen vorzudringen und frage den Herrn Professor wie es seiner Frau und den Kindern geht. Bisschen Smalltalk tut der Runde vielleicht gut.
*Ich kann mich rühmen, dass diese offensichtlich vollends an mir vorbeigegangen ist
**Auf diese Formulierung hatte ich jetzt richtig Bock!
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