Ich stecke mitten drin im Recherchesumpf. In den letzten Wochen hab’ ich gefühlte 7000 Bücher in den Händen gehabt. Und mit jedem Buch merke ich, wie der Grat zwischen Zitat und Plagiat immer schmaler wird. Mittlerweile scheint sich alles zu wiederholen. Frei nach Karl Valentin: Es wurde schon alles geschrieben, nur nicht von jedem.
Außerdem hat das Jurastudium dazu geführt, dass ich keinen normalen Text mehr schreiben kann. Resultat ist, dass ich bei der Untersuchung, welche Alternativen der gute Visellius Varro mit seiner Otacilia hatte, immer wieder in den heißgeliebten Gutachtenstil verfallen bin. Dabei war doch genau das das Highlight bei der Seminararbeit: Man kann „normal“ schreiben!
Aber wenigstens funktioniert jetzt seit Dienstag das wlan in der Bib auf meinem Laptop. Wenn jetzt noch das Essen in der Mensa schmecken würde, müsste ich die Uni nicht mehr verlassen.
Erkenntnis dieser Woche: Der Römer an sich war ein Arschloch! Er erwartete für alles eine Gegenleistung. Selbstlosigkeit kannte der klassische Römer nicht, mithin war ihm die Schenkung "suspekt"*. Deswegen gab es, zumindest bei den Klassikern, kein einklagbares Schenkungsversprechen, das mit den §§ 518 ff. BGB vergleichbar gewesen wäre. Gleichwohl war er aber durch den Grundsatz der Treue (fides), die „eigentliche Römertugend“**, an sein Versprechen gebunden und riskierte bei Wortbruch Ehrverlust.
Hamma wieder was gelernt…
*Wacke, Circumscribere, gerechter Preis und die Arten der List, SZrom.abt. 94 (1977), S. 197.
**Gelzer, Römische Politik bei Fabius Pictor, Hermes 68 (1933), S. 146.
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