Und wer tritt zurück? Michael Lerchenberg. Nein, er ist kein Politiker. Kein Manager. Hat nichts mit der katholischen Kirche zu tun. Eigentlich hat er keinen politischen Einfluss. Außer, dass er heuer zum zweiten und letzten Mal den Bruder Barnabas auf dem Nockherberg gab.
Laut PNP ist ihm „der politische und öffentliche Druck so groß geworden, dass eine Rückkehr auf den Nockherberg unmöglich erscheine“.
Auslöser waren folgende Zeilen:
„Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er [Guido Westerwelle] in den leeren verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge. Drumherum ein Stacheldraht – haben wir schon mal gehabt! Dann gibt’s jeden Tag eine Wassersuppe und eine Kante Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt es von Sarrazins Winterhilfswerk zwei Pullover. Und über dem Eingang steht, bewacht von neoliberalen Ichlingen im Gelbhemd, in eisernen Letter ‚Leistung muss sich wieder lohnen!‘.“der fragliche Teil beginnt bei 3:40
Beim darauf folgenden Stammtisch, waren diese Zeilen kein Thema.
Erst am nächsten Tag meldet sich Dr. Guido Westerwelle zu Wort. Er fühlt sich beleidigt. In die Nähe eines KZ-Betreibers gerückt.
Ausgerechnet er. Der momentan amtierende, aber leider ungekrönte König
Der Zentralrat der Juden ist übrigens auch empört.
Ich will jetzt keine Diskussion darüber anstoßen, ob man Witze über Konzentrationslager machen darf oder nicht.
Ich finde es aber bedauernswert, dass ein sehr guter Kabarettist wegen so etwas seinen Hut nimmt (nehmen muss?). Gerade auf dem Nockherberg, dem vielleicht letzten Zufluchtsort der Bissigkeit und Provokation. Dadurch gerät die ganze Veranstaltung in Schieflage.
Wer soll denn Nachfolger von Lerchenberg werden? Ich sehe da weniger ein Problem bei den Fähigkeiten der bayerischen Kabarettisten, es gibt sicher andere Kandidaten, die den Bruder Barnabas mindestens genauso gut geben. Doch wenn man von Haus aus mit der Angst leben muss, auf Grund eines Politikers, der sich beleidigt fühlt, rausgeworfen zu werden, wo ist dann die Motivation, überhaupt eine Rolle, die gerade das Ärgern der Politiker (bayerisch: „derblecken“) verlangt, anzutreten?
Folgendes sagte der Roider Jackl übrigens in einer Fastenpredigt auf dem Nockherberg in den 50ern über Franz-Josef Strauß (sinngemäß, den genauen Wortlaut kenne ich nicht):
„Der defiliert immer weiter auseinand,Ich bin gespannt auf die Fastenpredigt 2011.
da passt ihm bald dem Göring sein Gwand!“
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