Freitag, 10. September 2010

Für seinen Namen kann man ja nix...

Gerade bin ich über den Auftritt Thilo Sarrazins bei der Pilotsendung von Benjamin von Stuckrad-Barres Talkshow auf ZDFneo gestoßen. Den Inhalt will ich gar nicht kommentieren, sondern eine andere Kleinigkeit. Zugegebenermaßen ist das wohl ein wenig kindisch, aber bin ich der einzig, dem aufgefallen ist, dass der ZDF-neo-Leiter ausgerechnet Himmler heißt?

Nachzulesen hier auf SPON, der ZDF-neo-Leiter kommt im letzten Absatz zu Wort.

Mittwoch, 8. September 2010

Eine Unterart des Jurastudenten

Im Zuge der Reihe "Mikrokosmos Jurafakultät", möchte ich heute eine besondere Art des Jurastudenten vorstellen: Die Drecksau.
Kommt man mit Studenten anderer Fächer auf das Thema Hausarbeit zu sprechen, heißt es relativ bald "Boah, ich hab' gehört das muss bei euch voll schlimm sein, mit Bücher verstecken und so."
In der Tat blieb ich bislang immer ruhig und antwortete in der Richtung, das stimme schon, aber so schlimm wäre es nicht, man wisse sich schon zu helfen. Dies entsprach bis zuletzt auch der Wahrheit.

Nunja, bis ich mit meiner Studienarbeit begann. Da ich ein rechtshistorisches Thema behandle, ist das Literaturangebot relativ überschaubar. Zumindest sind die Bücher nicht doppelt, dreifach oder noch öfter, wie beispielsweise im Zivilrecht die Regel, verfügbar.
So begab es sich, dass ich am zweiten Tag meiner Recherche auf ein sehr gutes Buch stieß, es an mich nahm, las und wieder an den richtigen Regalplatz zurückstellte, um es am nächsten Tag erneut zu holen. Seitdem wart es nicht mehr gesehen.

Einer meiner Kommilitonen muss das Buch wohl dringender brauchen als ich, jedenfalls ist es schlicht und ergreifen weg. Auch die netten Bibliothekare konnten mir nicht weiterhelfen.
Ich kann mir nicht erklären, aus welcher Motivation der fragliche Mitstudent handelt. Falsches Konkurrenzverständnis? Angst vor anderen, die es vor ihm verstecken könnten? Glaubt er, seine Note wird besser, wenn meine schlechter ist? Das wäre einmal eine eigene Studienarbeit wert.
Sollte ich jemals einen dabei erwischen, wie er ein Buch versteckt, Zeilen schwärzt, Seiten herausreißt usw. könnte ich mir vorstellen, das "Silentium"-Schild in der Bibliothek kurzzeitig zu ignorieren.
Es trifft sich auch nicht schlecht, dass ich mich gerade in das Thema "Haberfeldtreiben" eingelesen habe, so bayerische Traditionen müssen ja auch gepflegt werden...

Nachdem das Buch nach einwöchiger Wartezeit nicht wieder aufgetaucht ist und sich auch keiner den Verbleib erklären kann, habe ich es mir gekauft.

Montag, 6. September 2010

Prozessende und Prozessbeginn

Im Prozess wegen dem Tod des Todes von Dominik Brunner gegen zwei Jugendliche, wurden am heutigen Montag die Urteile verlesen:
Der Haupttäter Markus Sch. wurde wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter räuberischer Erpressung zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt.
Sebastian L. erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieben Jahre Jugendhaft.

Das Gericht blieb unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für beide Täter die Höchststrafe verlangte. Die Verteidiger hatten auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert und beantragten sieben bzw. dreieinhalb Jahre.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beinahe Zeitgleich begann am LG Mannheim der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Dieser endete jedoch nach nur wenigen Minuten, da die Verteidigung Befangenheitsanträge gegen zwei Richter stellte.

Quellen: hier und hier

Sonntag, 5. September 2010

Schiedsrichter ersticht Spieler

In Brasilien hat ein Schiedsrichter im Spiel einer Amateurliga einen Spieler getötet und einen weiteren schwer verletzt.
Schiri Francisco Chaves hatte einen Freistoß gegeben. Der Spieler Jose da Silva war daraufhin so aufgebracht, dass er dem Unparteiischen einen Tritt versetzte.

Francisco da Silva, der Bruder des Angreifers, kam ihm zu Hilfe. Daraufhin zog Chaves ein Messer und stach auf die Brüder ein. Jose starb noch auf dem Feld, Francisco wurde schwer verletzt. Chaves konnte flüchten und wird von der Polizei gesucht.

So weit die Informationen aus den Nachrichten.

Einige Fragen bleiben leider offen: Wieso musste Francisco seinem Bruder zu Hilfe eilen? Dieser hatte doch zuerst getreten. Und in wie weit bedrohten die Spieler den Schiedsrichter?
Ich will jetzt den Schiedsrichter nicht verteidigen, auch wenn ich zweifellos Parteiisch bin. Aber ich finde schade, dass zu diesem Fall nicht mehr Fakten zu finden sind.

Meiner erste Quelle befindet sich im Passwortgeschützten Bereich des Bayerischen Fußballverbandes, ist ergo nicht verlinkbar.
Google spuckt aber einen Haufen Ergebnisse aus, die so gut wie inhaltsgleich sind. Statt vieler sei hier ntv.de genannt.

Samstag, 4. September 2010

Doch mit Blick aufs Wesentliche

Das ging aber schnell! Vor wenigen Stunden äußerte ich noch Bedenken, die Integrationsdebatte würde im Streit um die Person Thilo Sarrazins untergehen und schon jetzt ist auf SPON zu lesen, dass Angela Merkel Defizite in der Integrationspolitik einräumt und eine Debatte "ohne Tabus" fordert.
Und auch Karl-Theodor zu Guttenberg hält es für wichtig, "einen offenen und breiten Diskurs zu führen".

Mutzumaßen, Angie und KT würden zu meinem Leserkreis gehören, wäre aber vermutlich etwas vermessen...

Thilo Sarrazin und das Polemikproblem

Der Kollege Mathias Rosenhahn, aka Rechtler, hat eine schöne Zusammenfassung über die bisherige Entwicklung im "Fall Sarrazin" geschrieben.

Durch den Beitrag bin ich jetzt auch fest entschlossen, Sarrazins Buch selbst zu lesen.
Einerseits, weil das Buch laut Financial Times Deutschland vom 30.8.2010, eher sachlich und sparsam an Polemik sein soll. Andererseits will ich mir als aufstrebende Jungakademiker natürlich ein eigenes Bild machen.

Um bei der Polemik zu bleiben: ich fand sie nämlich grundsätzlich gar nicht so daneben. Durch diese bekam Thilo Sarrazin und damit die Integrationsdebatte, sehr viel Aufmerksamkeit.
Nur leider ist das Schwert der Polemik ein zweischneidiges, was sich in der aktuellen Diskussion meines Erachtens nur allzu deutlich zeigt. Es ist nämlich einfacher, auf den Sarrazin-Bashing-Zug auf zuspringen und über Judengene zu schwadronieren, als sich sachlich mit der Integrationsproblematik auseinander zu setzen.
Einige Aussagen des Herrn Sarrazin waren zweifellos überflüssig (s.o.).
Aber das Diskussionsverhalten vieler, ich nenne als Beispiel hier statt mehrerer nur Renate Künast in der Talkshow "Beckmann", ist alles andere als vorbildlich.
Ergebnis: Im Mittelpunkt steht momentan nicht die kritische Auseinandersetzung mit der Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Titelthema in den Onlineportalen der großen Nachrichtenjournale ist vielmehr der Abberufungsantrag der Deutschen Bundesbank.

Sollte Sarrazin tatsächlich entlassen werden, bin ich sehr gespannt auf die Begründung. Nachdem es eine "inhaltliche Bewertung der Äußerungen Sarrazins" (FTD vom 3.9.2010) nicht geben wird, bleibt für mich als Grundlage nur noch die Tatsache, dass er sich überhaupt geäußert hat. Interessant wird dann, wie sich das mir der Meinungsfreiheit verträgt.

Mittwoch, 1. September 2010

Fulltimejob

So, Woche #1 der Studienarbeit liegt hinter mir. Leider ist schlecht einzuschätzen, ob ich nach 25% der Zeit, auch schon 25% der Arbeit geschafft habe.
geschrieben habe ich noch nichts, aber dafür gefühlte 472 Bücher zum Thema Ehre, Strafe, J.P.A. Feuerbach, bayerische Geschichte, deutsche Geschichte, Rechtsphilosophie, Semiotik und vielem mehr in den Händen gehabt.
Highlight war eines von Anfang des 19. Jahrhunderts, das keinen Einband hatte und von einem Gummiband zusammengehalten wurde. Nachdem ich das Inhaltsverzeichnis einigermaßen entziffert hatte, beschloss ich, es nicht zu brauchen.

An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, jenen Kommilitonen, die Bücher verstecken (ich weiß mindestens drei positiv!), aufs härteste zu verfluchen! Es soll sie der Blitz beim Sch**** Schreiben treffen!

Ansonsten bin ich mit der Arbeit so beschäftigt, dass ich die letzte Woche nicht 'mal dazu kam, zu bloggen.
Dabei liefert der gute Thilo doch gerade so viel Stoff...
Naja, vielleicht kann ich mir das ja aufheben...