Freitag, 16. August 2013

Umzug - Abschied vom Studentenwohnheim

Alte Leser meines Blogs wissen, dass ich in einem Studentenwohnheim wohne. Und das mittlerweile seit 12 Semestern. Da die Höchstwohndauer hier 13 Semester beträgt (wenn man, wie ich, einer oder mehrere Ehrenämter im Wohnheim übernommen hat), sah ich mich schon einige Weile nach einer neuen Bleibe um.
Durch Zufälle und Umwege habe ich eine solche jetzt auch gefunden.
Ich komme bei einer Kommilitonin in der 2-er-WG unter.
Das ganze war so spontan, dass ich nicht einmal Zeit für eine vernünftige Abschiedsparty habe.
Stattdessen heißt es jetzt Kisten packen und ab kommender Woche bin ich in der neuen Wohnung.

Vielleicht habe ich Anfang der Woche noch einmal Zeit, mich einigermaßen gebührend von meinem geliebten Wohnheim zu verabschieden, wenngleich es mir gar nicht so schwer fällt, wie ich vor einigen Monaten noch gedacht hätte.

Ich habe in diesem Wohnheim viele Freunde gefunden, die meisten sind allerdings schon wieder ausgezogen, weil sie weniger semesterfressende Fächer studieren. Somit gehöre ich mittlerweile auch zu den älteren Bewohnern.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Wohnheimgemeinschaft nicht mehr den Zusammenhalt hat, wie noch vor fünf Jahren. Das mag viele Gründe haben. Am wenigsten liegt es wohl an der Bologna-Reform. Zeit für ein Bierchen bleibt trotz Bachelor.
Viel mehr glaube ich ist eine neue Art von Studenten schuld. Ich habe das Gefühl, immer mehr Studenten leben nicht hier im Wohnheim, sondern schlafen hier nur. Montag Abend anreisen und Donnerstag Nachmittag wieder Heim zu Mutti ("Wer Freitags in die Uni geht, macht was falsch.").
Dem kommt hinzu, dass das Wohnheim Stück für Stück renoviert wird. Betreffende Zimmer werden dann kurz vor den Arbeiten (verständlicherweise) nur noch an Zwischenmieter vergeben, viele davon aus dem Ausland. Das soll jetzt nichts gegen die Ausländer sein, nur schaffen es die wenigsten davon, sich in die Wohnheimgemeinschaft einzufügen. Einige schaffen es nicht einmal, die Regeln in den Küchengemeinschaften einzuhalten, aber das ist eine andere Geschichte, der ich bei Gelegenheit einen eigenen Post widmen werde.

Ich blicke also nicht traurig zurück, sonder freue mich über die hier gemachten Erfahrungen, getrunkenen Biere, gefundenen und wieder verlorenen Freunde. Es war ein schöner Lebensabschnitt, aber jetzt geht es weiter zu einem Neuen.

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