Seit einigen Jahren (ich glaube seit mindestens 2007, wenn nicht noch länger) gilt in Bayern beim Fußball ein absolutes Schmuckverbot. Alles was Kette, Ohrring oder Piercing heißt, muss abgelegt werden, auch wenn es für den Gegner objektiv ungefährlich ist und den Spielbetrieb nicht beeinflusst.
Hintergrund war meines Wissens ein Fall, bei dem ein Spieler nach dem Torerfolg einen Zaun erkletterte und dann mit seinem Ehering so unglücklich hängen blieb, dass der Finger abgerissen wurde. Bis dato war nur solcher Schmuck verboten, der den ordnungsgemäßen Ablauf des Spieles störte oder für die Spieler gefährlich war, was auf einen normalen Ring nicht zutrifft.
Es dauerte eine Zeit, bis sich das Verbot durchsetzte. Einige Spieler hatten Probleme ihre Eheringe los zu werden, die sie nach eigenen Angaben seit der Hochzeit nicht mehr abgenommen hatten. Und wenn man die Anstrengungen sah, mit der sie versuchten, sich des Ringes mit Hilfe von Seifenwasser zu entledigen, könnte man ihnen direkt glauben.
Auch taten mir die zahlreichen Jugendspieler leid, die ihre Festivalbändchensammlung abschneiden mussten.
Aber mittlerweile hat sich die Regel so ziemlich durchgesetzt und nur ab und zu vergisst ein Spieler tatsächlich mal sein Kettchen, gibt es dann aber ohne Murren ab.
Interessant wird es nur, wenn eine Mannschaft mal einen personellen Engpass hat und "erfahrene" Spieler, die schon in Ruhestand waren, reaktiviert. Zum einen muss man denen dann erst erklären, warum es die Regel gibt. Zum anderen sind oft genau sie die Kandidaten für obige Eheringproblematik.
Letztens hatte ich einen Torwart, der mit Kette auflief. Nachdem ich ihn noch vor dem Anpfiff aufforderte, diese abzulegen, kam natürlich erst die Frage nach dem wieso, gepaart mit dem Argument, er würde doch nicht in den Zweikampf gehen, weswegen die Kette keinen stören würde. Aber nachdem ihm auch seine Mannschaftskameraden versicherten, dass mit dem Schmuckverbot würde schon stimmen, legte er das Schmuckstück ab.
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