Bei diesem Artikel im UniSPIEGEL blieb mir ein wenig die Spucke weg. Er stand vor einigen Wochen schon in der gedruckten Ausgabe und ist jetzt online auf SPON verfügbar.
Ein bisschen schäme ich mich fast für solche Kommilitonen. Mittlerweile soll es ja bei uns in Regensburg zu ähnlichen Veranstaltungen kommen. Abgesehen von der "VIP-Area" auf der Jurafete, die ich im 3. Semester mal besuchte, habe ich sowas glücklicherweise noch nicht mitbekommen.
Überliefert wurde mir aber, wie eine Runde Erstis sich auf der Erstsemesterkneipentour in der Disco einen Bereich abtrennen ließ und einige Flaschen Moët orderte.
Weils grad passt, hier noch ein Link zum "Juristischen Dresscode" auf welt.de. Der ist allerdings schon etwas älter und ich glaube, diese Seite in einem anderen Blog damals schon gesehen zu haben, leider weiß ich nicht mehr bei wem :)
Ich persönlich habe es übrigens geschafft, dass man mir auch im 8. Semester meinen Studiengang noch nicht ansieht. Und da bin ich durchaus stolz drauf.
Vielen Dank an Daniel W. aus M. für den Hinweis auf den Artikel :)
Die Spucke bleibt einem tatsächlich weg, glücklicherweise aber nur weil der Artikel nichts, aber auch rein garnichts, mit der Realität zu tun hat. Klar gibt es auch in Passau ein paar Klischee-Jurastudenten aber das ist zum einen nur ein kleiner Teil, und zum anderen kein Stück mehr als Klischee-Nerds, Klischee-Müslis, etc. in den entsprechenden anderen Studiengängen.
AntwortenLöschenAuf der KuWi-Wiese (In meiner Zeit in Passau habe ich kein einziges mal das Wort Kuwi-Strich oder Bafög-Wiese gehört, ich tippe mal auf Eigenkreationen des "Journalisten") sitzen mindestens genauso viele Juristen wie Kuwis oder Politikwissenschaftler.
Das Frizz hat übrigens keinerlei Dresscode und man findet dort auch massenhaft Leute anderer Studiengänge, obwohl der Laden zugegebenermaßen schon als "Juristen-Club" bekannt ist.
Irgendwelches Möchtegern-Eliten-Gehabe ist mir ebenfalls noch nicht untergekommen, ganz im Gegenteil. Was mir aber untergekommen ist, ist teilweise schon Hass, der Juristen entgegengebracht wird - man unterhält sich nett mit ein paar Leuten und wenn man irgendwann auf die Frage nach dem Studiengang mit "Jura" antwortet gibt es häufig blöde Kommentare oder Beleidigungen; und zwar völlig egal ob man mit Jeans und T-Shirt in der Eckkneipe oder mit Polohemd auf dem Campus sitzt.
Die einzigen Juristen die akzeptiert werden sind die, die sagen "Ja, also ich schäme mich ja schon fast das zu sagen, aber ich studiere ja Jura. Aber keine Sorge, ich würde niemals ein Polohemd anziehen und mir sind alle meine Kommilitonen total peinlich und ich möchte unbedingt später Asylrecht machen, ich wähle ja auch die Linke, blablabla..."
Aber der "Journalist" lässt im "Artikel" ja durchaus durchblicken, zu welcher Sorte Mensch er gehört "Obwohl fast die Hälfte CSU wählt" - lies: "Jeder der nicht meiner politischen Ansicht ist, ist ein schlechter Mensch". Das ganze klingt einfach sehr nach einer gescheiterten Existenz, die mal Frust ablassen will - dass er sich mit Langzeitstudenten identifiziert und sein Bedürfnis zum Steinewerfen ausdrückt tut dann sein übriges.
-Ein Passauer Jurastudent
PS: Achso, was die Kinder von reichen Eltern angeht, das sind meist die unscheinbarsten bei denen man es nie vermutet hätte. Also nix mit "Was bist du von Beruf? - Zahnarztsohn."
Naja, so ist das eben.. was solls, lasst sie jung sein und sich wie Könige fühlen.. die Realität holt die allermeisten früh genug ein.
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