Mittwoch, 30. September 2009

Wo lebe ich eigentlich!?

Das ist ja unglaublich... Ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll... Ich schaue grad nebenbei "Kontrovers - Das Politikmagazin" im Bayerischen Fernsehen. Das der Sender tiefschwarz ist, war mir ja klar... Aber das geht zu weit:
Ok, erster Beitrag, den ich sah, war das Ende eines aufgezeichneten Interviews mit Theo Weigel. Es ging um die momentanen Koalitionsverhandlungen und die Verteilung der Ministerien. Letzter Satz: "Wenn Edmund Stoiber Finanzminister geworden wäre, könnte er heute sagen, erst habe er Bayern saniert und dann Deutschland." Nun ja, kann man von halten was man will.
Das krasse war der nächste Beitrag:
In Balderschwang, einer CSU-Hochburg, gab es doch bei der Wahl tatsächlich zwei Stimmen für die Linke. Diese mussten selbstverständlich gefunden und interviewt werden. Natürlich wurde nix ausglassen. Man befragte Passanten, Bauern, Wirte. Schließlich war jemand schon verdächtig, wenn er einen roten Pullover trung. Allerdings fand man die Wähler nicht. Letzter Versuch war ein "Zuagroasder" (ein Saisonarbeiter aus den neuen Bundesländern). Erst begrüßt er die Reprterin mit "Guten Tag" anstelle von "Grüß Gott". Sehr verdächtig. Im weiteren Gespräch fällt natürlich sein fehlender Dialekt auf. Noch verdächtiger. Die Reporterin will wissen, ob er gewählt hat. Er sagt, natürlich hätte er das getan. Ob sie denn Fragen dürfe, was er angekreuzt hat. Er lächelt verschämt und sagt nein. Aha! Das muss der Linke sein! Warum er sich den schäme, wird er gefragt. Kurze Antwort: "Weil ich CSU gewäht hab..." SCHNITT.
War wohl nicht die erwartete Antwort.
Um natürlich keine Peinlichkeit auszulassen fragt man jetz noch schnell den Pfarrer, ob denn jemand gebeichtet hätte, die Linke gewählt zu haben. Natürlich nicht.
Also, damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin durchaus stolz, Bayer zu sein und auch weit davon entfernt Links zu wählen. Aber für solche Aktionen hab ich kein Verständnis. Ich schäme mich fast ein bisschen, dass sowas bei uns im Fernsehen kommt...

Ein Hoch auf juristische Blogs!

Ich habe schon seit langem vor, bisschen Stoff aus dem letzten Semester zu wiederholen. Strebsam, wie ich nun mal (eigentlich) bin, will ich im bevorstehenden Semster mal nen sauberen Schwung Scheine Einfahren. Aber Dank einer vielzahl juristischer Blogs, lässt es sich im Internet wunderbar Prokrastinieren. Weil streng genommen beschäftige ich mich ja den ganzen Tag mit Jura... nur nicht mit der richtigen...

Montag, 28. September 2009

Das ging ja schnell...


Die Werbewirtschaft scheint keine Zeit zu verschwenden...

"Naja so schlimm wars nicht..."

In meiner Gegend laufen schon robuste Gestalten rum. Diese Erkenntnis stammt aus einer Beweisaufnahme, der ich vor Kurzem beiwohnen durfte.

Es ging um eine Diskoschlägerei. Dem Angeklagten wurden eine Körperverletzung und eine schwere Körperverletzung zur Last gelegt.
Es wurden u.a. die beiden Geschädigten als Zeugen vernommen.
Dem Ersten (Student, 21 Jahre, groß, allerding eher "schmal gebaut") schlug der Angeklagte zunächst mit der Faust auf die Schulte (weil er alkoholbedingt dessen Gesicht verfehlte...) und trat ihm anschließend gegen die Hüfte. Der Richter fragte, wie stark die Schmerzen gewesen seien. Der Zeuge meinte dazu, es war eigtl. gar nicht so schlimm, er sei ja über zwei Meter groß. Daraufhin schauten ihn sämtliche Beteiligten aller Seiten ungläubig an. Auch auf mehrmaliges Nachfragen bestätigte der Zeuge, das er sowas schon aushalte.
Nun kam der zweite Zeuge (50, untersetzt, ebenfalls kein Schwarzenegger) an die Reihe. Ihm hatte der Angeklagte ein Cocktailglas an die Brust geworfen. Der Richter fragte wieder nach, wie schlimm denn die Schmerzen oder die Verletzungen waren. Und wieder löste die Antwort des Zeugen fragenden Blicke aus: Er hätte zwar einige Tage danach noch einen blauen Fleck an der Brust gehabt, es wäre aber gar nicht so tragisch gewesen. Schlimm wärs nur gewesen, wenn er sich gebückt hätte und dadurch das Glas an seinen Kopf geflogen wäre.
Kommentar des Richters: "Hm... Ein robustes Volk..."
Ich werd mir auf alle Fälle überlegen, ob ich in die fraglichen Etablissements noch einen Fuß rein setze. Nicht dass die noch meinen, ich gehör zu ihnen und werde getestet...

Freitag, 25. September 2009

Das dicke rote Buch...

Er stellt einen Meilenstein im Jurastudium dar: Der Schönfelder. Er macht den unterschied zwischen einem Anfänger und einem respektablen Jurastudenten. Wer ihn mit sich rumschleppt signalisiert: "Schaut her!", "Ich bin Jurastundent!", "Ich nehms ernst!" und vor allem: "ich bin schon einige Zeit dabei und nicht mehr völlig ahnungslos!". Man wird ihn bis zum Ende seines Berufslebens nicht mehr los, egal ob Rechtsanwalt, Richter oder Staatsanwalt. Angeblich hat auch Harald Schmidt einen unter dem Studioschreibtisch stehen.

Mittlerweile bin auch ich an dem Punkt angelangt, an dem ich ernsthaft über die Anschaffung dieser Loseblattsammlung nachdenke. Meine Kommilitonen sind mir dabei nicht zwingend eine Hilfe: Ein Teil, ist schon seit dem 3. Semester nur noch in schönfelder'scher Begleitung anzutreffen. Andere sind gerade dabei (in 2 Wochen beginnt das 5. Semester) sich einen zuzulegen. Die ganz extreme Fraktion will sich bis zur Examensvorbereitung auf die dtv-Ausgaben beschränken.
Und ehrlich gesagt: Ich tendiere dazu, letzterer Meinung zu folgen. Aus den Gründen:
  1. dtv-Technisch bin ich vollends eingedeckt.
  2. Hab keine Lust, meine zahlreichen Kommentierungen abschreiben zu müssen.
  3. Das Einsortieren der Nachlieferungen schreckt mich ab. Hab das bei meiner Mitbewohnerin, die im Frühjahr 1. Examen geschrieben hat, mitbekommen. Zum einen is es Zeitraubend, zum anderen ist es direkt mit Punkt 2. verbunden.
  4. Naja das Trageproblem ist zwar nicht groß, aber es ist da!
  5. Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich jederzeit gegenüber meiner Umwelt als Jurastudent outen will, was nicht zu vermeiden sein wird, wenn ich mit dem Teil unterm Arm in die Uni gehe.
Das sind jetz zwar fünf Gegenargumente, aber die überzeugen mich nicht vollends.
Einer meiner Nachbarn, der mit mir studiert, macht es auf folgende Weise, die für mich als Kompromiss in Frage kommt: er hat sich zwar einen Schönenfelder zugelegt, jedoch ohne Ergänzungslieferungen. Mit dem Arbeitet er jetzt bis zur Examensvorbereitung.
Bis zum Semesterbeginn werd ich verusuchen, mich zu entscheiden...

Böser Assistent...

Grad drauf gestoßen: Der klägliche Versuch eines Spielers, dem Linienrichter eine Tätlichkeit anzuhängen:

Donnerstag, 24. September 2009

Frag doch deinen Linienrichter!

Zwischen dem Schiedsrichter und seinen Assistenten gibt es verschiedene Zeichenabsprachen. Unter anderem auch unauffällige Zeichen, die für den Außenstehenden nicht sofort als solche erkennbar sind. Diese nutzt man für Situationen, in denen man dem Schiri zwar etwas anzeigt, es ihm aber überlassen will, ob er so entscheidet. Z.B. werden so Karten angezeigt. Aber auch Strafstöße, wie im vorliegenden Fall, der mir neulich passiert ist, als ich an der Linie stand:

Am Strafraumeck vor mir brachte der Verteidiger den Stürmer durch Bein stellen zu Fall. Alles so, dass der Schiri, der am anderen Eck stand, nicht sehen konnte, warum genau der Stürmer fiel. Ich machte sofort das "versteckte" Zeichen, welchem auch unmittelbar der Pfiff folgte.

Die Verteidiger reklamierten natürlich, der Schiri hätte das doch gar nicht sehen können und er solle doch mich fragen, weil das ganze doch genau in meinem Blickfeld war. Mein Chef meinte nur, er hätte e wegen mir gepfiffen. Ich stand grinsend draußen und holte mir nach dem Spiel das Lob vom Beobachter...

//about the boy//

Ein sonniger Freitagvormittag in der stimmungsvollen Regensburger Innenstadt. Während sich draußen die Tauben im Justitiabrunnen vergnügen, treffen wir in der früheren Fürstenresidenz „Goldenes Kreuz“ auf den stillen Beobachter. Seine gute Laune kann nicht über den verschlafenen Blick hinwegtäuschen. Die offensichtlich lange letzte Nacht macht sich ansonsten nur noch durch das große Wasser, das er sich zu seinem Mocca Latte bestellt, bemerkbar. Ansonsten sitzt uns ein entspannter junger Mann gegenüber – ein Student in einer Studentenstadt.

Guten Morgen, Herr Beobachter.
- Servus.
Sie sehen ein wenig müde aus. Haben sie schlecht geschlafen?
- Über den Schlaf kann ich mich nicht beschweren. Allerdings war es eine lange Nacht…
Eine der berüchtigten Regensburger Studentenparties?
- (mit großen Augen) Ja! Man muss die nicht so lernintensive Zeit zu Beginn des Semesters doch ausnutzen! Gerade im Jurastudium, das einem ansonsten nicht einmal in der vorlesungsfreien Zeit besonders viele Entspannungsmöglichkeiten bietet.
Sie erwähnen gerade, dass Sie Jurastudent sind. Ein Kindheitstraum?
- So richtig Gedanken über ein mögliches Studium machte ich mir zum ersten Mal in der K12. Damals war ich fest davon überzeugt, Politologie und Slawistik zu studieren. Ein Jahr später, nach einer Info-Veranstaltung in der Uni Regensburg, schwenkte ich um auf IVWL mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa. Da bekam ich aber nicht auf Anhieb einen Studienplatz. Daraufhin entscheid ich mich für Jura. Dabei blieb ich dann auch, als ich im Nachrückverfahren einen Platz für IVWL bekommen hätte.
Sie sind also Jurist, weil ihre Noten für alles andere zu schlecht waren.
- (lächelnd) Arschloch!
Sie sind auch Fußballschiedsrichter. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass Sie einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Was haben ihre beiden Beschäftigungen, Schiedsrichter und Jurastudent, miteinander zu tun?
- (nachdenklich) Nun ich habe festgestellt, dass mir der tägliche Umgang mit Gesetzestexten auch beim Verstehen und Auslegen der Fußballregeln hilft, zumal ich in unserer Schiedsrichtergruppe im Lehrstab tätig bin. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass mir die Schiedsrichterei ein solides Selbstbewusstsein…
…böse Zungen würden sagen, die Arroganz…
- (grinst)…verschafft. Jede Woche 22 Fremden gegenüberzustehen und zu sagen, wo es lang geht, hinterlässt eben seine Spuren.
Sie schreiben in ihrem Blog über viele verschiedene Themen. Mit Verlaub, ich tue mich schwer da ein System zu erkennen. Um was geht es denn genau?
- Nun primär natürlich um das, was mich tagtäglich beschäftigt, also mein Studium und die Schiedsrichterei. Darüber hinaus schreibe ich über andere Themen, die mich gerade im Moment interessieren und nicht zwingend mit Recht oder Sport zu tun haben müssen. Da ich Halbkroate bin beispielsweise auch sehr oft über Geschehnisse auf dem Balkan.
Ihre Posts wimmeln oft nur so von, ja ich würde fast sagen haarsträubenden Rechtschreibfehlern. Manchmal bessern Sie diese schon kurz nach der Veröffentlichung aus. Oft genug bleiben Sie aber wochen- und monatelang stehen. Nicht selten sind Sie dabei auf die Hilfe Dritter angewiesen. Gerade in Zeiten der Bildungskrise sollten Sie als Jungakademiker doch Vorbild sein. Wird sich das in Zukunft ändern?
- (nickt kurz ein) Tschuldigung. (wieder hellwach) Äh, nö. Es stimmt schon, dass die Orthro… Orgo… Orthographie bei mir manchmal Raum für Verbesserungen lässt. Und ich bin auch bemüht in den Posts die Rechtschreibung zu beachten. Leider kann ich nicht versprechen, dass meine Posts in Zukunft fehlerfrei sein werden. Ich bin aber sicher keinem böse, der mich auf Unstimmigkeiten aufmerksam macht.
Mit diesem Kompromiss werden wir wohl leben müssen. Können Ihre Leser jeden Montag einen Bericht über Ihre Spiele vom Wochenende erwarten?
- Nein. Das mache ich ganz bewusst nicht. (wird ernst) Da ich auch über Dinge schreibe, die der durchschnittliche Zuschauer am Spielfeldrand nicht mitbekommt, was nicht selten so gewollt ist, will ich auch nicht, dass Spiele oder Spieler auf Anhieb erkennbar sind. Die Posts sind deshalb sehr allgemein gehalten und die Beteiligten anonymisiert. Der Leser kann davon ausgehen, dass alle Erfahrungen, die in den Blog einfließen mindestens drei, vier Wochen zurück liegen.
Wieso nennen Sie sich „stiller Beobachter“?
- Wo ich den Ausdruck genau her habe weiß ich nicht mehr. Jedenfalls gefiel er mir, weil in ihm eine gewisse Zurückhaltung, ein „über-den-Dingen-Stehen“ mitschwingt. Wenn ich auf dem Fußballplatz stehe ist es auch oft so, dass ich mich sehr zurück nehmen muss. Es passiert ja durchaus, dass Zuschauer meine Meinung nicht teilen. (lacht) Da sie dabei eine unglaubliche Resistenz gegen Argumente entwickeln, ist es da besser, einfach nichts zu sagen, da alles andere eigentlich kontraproduktiv ist. Ich kann meine Meinung ja im Blog los werden.
Vielen Dank für dieses Gespräch und viel Erfolg mit ihrem Blog.

Mittwoch, 23. September 2009

Jura ./. Schiedsrichter

Jetzt mal ein allgemeiner Post, um die Brücke zur Schiedsrichterei zu schlagen.
Wenn ich mich vor oder nach einem Spiel mit Spielern, Vorständen, Zuschauern oder anderen ganz wichtigen Leuten unterhalte, kommt früher oder später die Frage, was ich denn im richtigen Leben mache (meist nach der Frage nach meinem Alter). Wenn die dann als Antwort "Jurastudent" bekommen, folgt einem erstaunten "oooh" regelmäßig der Kommentar: "Jura und Schiri, das passt ja gut zusammen!"

Sicher?

Gut, ein paar Gemeinsamkeiten kann ich nicht leugnen:
  • bessere Regel-/Rechtskenntnis als Spieler/Nichtjuristen
  • komische Kleidung, die sich deutlich vom Rest der Welt abhebt
  • Es gibt immer eine Partei, die sich hinterher ärgert
  • und schließlich: man trifft Entscheidungen
Aber in letzterer Gemeinsamkeit, seh ich auch gleichzeitig den größten Unterschied:
Nämlich in der Art und Weise, wie die Entscheidungen zu Stande kommen.

Einem Richter wird der Sachverhalt lang und breit vorgetragen, Beweise werden vorgebracht, er kann nachfragen und vor allem: er hat Zeit nachzudenken.
Ein Schiedsrichter nimmt eine Situation wahr und muss sofort entscheiden. Weder kann er sich die Beteiligten anhören oder sie befragen, noch hat er lange Zeit, sich das Geschehen durch den Kopf gehen zu lassen. In den ersten Semestern, lernt man, einen noch so einfachen Sachverhalt gründlich auf alle möglichen Probleme zu prüfen, während der Schiri innerhalb von Sekunden entscheiden soll, ob ein Foul vorlag, ob es innerhalb oder außerhalb des Strafraums war, ob er eine Karte ziehen muss...

Aber ich glaube, es ist gar kein Zufall, dass ich zwei Tätigkeiten nachgehe, die etwas mit Gerechtigkeit zu tun haben. Vielleicht liegt es mehr an mir?
Wahrscheinlich liegt es einfach an einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, dass jemand Schiedsrichter wird. Dies würde erklären, warum so viele Schiedsrichterkollegen (besonderes solche, die in höheren Ligen sind) oft ihre Berufung in der Exekutive oder Judikative gefunden haben.

Letztlich passen Jura und Schiri wohl doch zusammen. Das Verbindende ist aber nicht primär die Regel-/Rechtsanwendung oder das fällen von Entscheidungen/Urteilen.
Vielmehr gehts um die innere Einstellung jedes Einzelnen.

Dienstag, 22. September 2009

Was für die Kategorie "Silberblick"...



Die Idee, uns zum 30ten gegenseitig Festschriften zu schreiben, hatten wir auch schon. Offensichtlich sind wir nicht der erste Jahrgang, der da drauf gekommen ist. Hab kurz überlegt, das Ding in meiner Hausarbeit zu zitieren. Ich hatte es schon eingebaut, hab mich aber letztendlich doch nicht getraut...
Aber ich glaub, wir werden unser Vorhaben, uns gegenseitig zu beschreiben, wohl doch in die Tat umsetzen, allein schon wegen den Beiträgen. Die Texte in obigem Werk beschäftigen sich gänzlich mit Fragen, die schon zur genüge durchgekaut wurden.
Aber wer kümmert sich mal ums Eigentumsrecht am Goldtopf am Ende des Regenbogens?
Oder das Knusperhäuschen der Hexe aus baurechtlicher Sicht?
Oder wann kommt mal eine Anleitung zum Nassauskiesen?

Routinierter Sachverständiger

Wieder ein erfolgreicher Praktikumstag hinter mir. Vormittag Zivilrecht mit einem VU (unfassbar spannend; hat 15 min gedauert, davon 8 min. gewartet ob der Beklagte vielleicht doch noch kommt), Nachmittag bei drei Strafverfahren zugesehen.

Von Polizeibeamten kennt man ja das Runterleiern der Personalien, das geht zwar schnell, aber zumindest versteht man noch alles. Sachverständige machen das, meiner Erfahrung nach, ähnlich, nur: die, die ich bisher kennen gelernt habe, sind wohl unglaublich routiniert (oder gelangweilt?). Jedenfalls schaffte es der Kollege heute, seine Personalien in unter 3 Sekunden runterzurattern. Das einzig versändliche war "Dr. kuddlmuddl, hadadadadaa, dibadubidu daddadadadad, mit dem gegaga nicht verwandt oder verschwägert." Natürlich gefolgt von der Anrede "Hohes Gericht". Und der Satz ging ohne Bezug zur Anrede weiter. Nach seiner Befragung packte er seine sieben Sachen und verließ, während des Plädoyers des Staatsanwalts, fluchtartig den Saal. Er sparte sich so vielleicht 15 Minuten. Gemessen an den 4 Stunden, die er bereits im Gericht war, also nicht viel. Meiner Meinung nach zeugt das nicht gerade von Respekt.

Von seinem Auftreten brauch ich gar nicht anzufangen. Das er ein älterer Herr ist, rechtfertigt in meinen Augen nicht, dass das Alter seines Anzugs mit dem der Gerichtsmöblierung (schätze 70er...) korrespondiert. Nicht, dass jetzt hier ein falscher Eindruck entsteht: ich bin nicht oberflächlich (glaub ich zumindest). Der Typ ist fachlich sicher Top. Zwar wird auch, zB hier, die Meinung vertreten, dass nur Blender Wert auf Äußerlichkeiten legen. Aber was würde das denn für einen Eindruck machen, wenn einer 1. kompetent ist, 2. respektvoll auftritt (zB deutlich redet) und 3. ordentlich gekleidet ist? Wär doch ne super Kombi. Und Mängel an den Punkten 2. und 3. sollten doch wirklich nicht schwer zu beheben sein...

Chuck Norris setzt verjährte Ansprüche durch...

Ein hoch auf die Semesterferien. Hab es geschafft heute das Haus nicht zu verlassen. Zunächst war ja geplant ein bisschen Erbrecht zu lernen. Dank dem Internet hat sich dieses Vorhaben ziemlich schnell erledigt. Meine Onlineaktivitäten gipfelten schließlich in der Eröffnung dieses Blogs.
Zur Beruhigung meines Gewissens hab ich mich hauptsächlich auf juristischen Seiten rumgetieben und bin im Zuge dessen auf diesen Beitrag gestoßen...

Montag, 21. September 2009

Ausblick

Yeah, mein eigener Blog. Das war aber leicht. Einfach nebenbei beim Fernsehen.
Schau ma mal was daraus wird. Jetz muss ich wohl regelmäßig Internetexibitionismus betreiben.