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Donnerstag, 18. Februar 2010

Romantik im Recht III

Vor einiger Zeit habe ich hier über das vermeintlich überdenkenswerte Frauenbild der Juristen geschrieben.
Nun wird es Zeit für ein Gegenbeispiel. Hier wird der Frau immerhin schon ein Mitspracherecht eingeräumt:
"Im entschiedenen Fall steht außer Frage, dass der Beschwerdeführer heiraten konnte, wen er wollte (sofern die Auserwählte dazu bereit war)."
gefunden in NJW 2004, 2347, 2348, sog. "Hohenzollern-Entscheidung".

Ich glaub‘ solche Sätze sind der Grund dafür, warum ich doch ganz gern juristische Zeitschriften lese.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Ich find's herrlich!

Heute in der Jura-Cafete:
- "Habt ihr schon gehört? Die PT-Bib wird morgen abgerissen!"
- "Wie? und wo lernen die dann? Kommen die langhaarigen PTler dann zu uns!?"
- "Ich hab' gestern in der Bib schon eine mit einem "Fachschaft Pädagogik"-Pulli gesehen!"
Also zunächst die Fakten:
Es wird nicht die PT-Bibliothek abgerissen, sondern die dortige Cafete die nächsten neuen [sic! soll wohl "neun" heißen] Monate renoviert.

Zum Gespräch:
Ja wir Juristen halten uns offensichtlich für was Besseres. Aber weil ich so gerne die Moralkeule schwinge, hier ein Textauszug, auf den ich ebenfalls heute gestoßen bin:
"Unter den Studierten behaupten die Rechtsgelehrten, allen übrigen weit voraus zu sein; ich kenne überhaupt kaum Menschen, die auf sich so eingebildet wären wie diese. Im Grunde ist jedoch, was sie tun, nur eine Sisyphusarbeit. In einem Atemzug drechseln sie eine große Anzahl aus der Luft gegriffener Gesetze zusammen, und indem sie Auslegungen auf Auslegungen, Erläuterungen auf Erläuterungen häufen, erwecken sie bei dem Volke den Glaube, daß von allen Wissenschaften die ihrige die anstrengendste Tätigkeit erfordere; was aber schwer erscheint, das pflegt man ja stets auch herrlich zu finden."
aus: Erasmus von Rotterdam: "Das Lob der Torheit", gefunden in: JuS 1991, 769

Jura ist herrlich und die Pädagogen (und Pädagoginnen...) sind herzlich willkommen!