Ich hatte niedrige Erwartungen und selbst diese wurden enttäuscht.
Vier Moderatoren wechseln sich mit harmlosen Fragen ab. Zwischendurch werden die Kandidaten ermahnt, ihre Redezeit nicht zu überschreiten. Und am Ende erklären Meinungsforscher, dass es ein Unentschieden war.
Letztlich war es nur eine Show fürs Volk. Man will Politik greifbar machen. Man lässt die Spitzenkandidaten der beiden größten (?) Parteien miteinander diskutieren. Wer mich am Ende überzeugt, hat meine Stimme verdient. Oder?
So einfach ist es aber nicht.
Weil wir zunächst einmal in Deutschland nicht den Bundeskanzler wählen (insofern schon mal gut, dass die Veranstaltung nicht "Kanzlerduell" hieß), sondern den Bundestag. Dieser wählt den Bundeskanzler. Im Mittelpunkt sollte also nicht die Person, ihr Aussehen, Outfit, Gestik, Mimik usw. stehen, sondern die Programme der Parteien.
Und da kommt man gleich zum zweiten Punkt: Es stehen mehr als zwei Parteien zur Wahl. Großzügig betrachtet sind es wohl 7 bis 9 Parteien, die tatsächlich Chancen auf einen Einzug in den Bundestag haben. Und nur zwei davon bekamen die Möglichkeit, ihre Programme zur Primetime im Fernsehen zu präsentieren.
Ein TV-Duell nach US-amerikanischem Vorbild taugt in Deutschland also nicht als Wahlhilfe. Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ein politikverdrossener Nichtwähler nach dem Genuss dieser selten kurzweiligen Diskussion zur Stimmenabgabe motiviert wird.
Anfangs war sogar Twitter etwas langweilig, gewann aber dann doch noch an Unterhaltungswert. Und dort findet sich auch der Sieger des Tages: @Schlandkette
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