Montag, 11. April 2011

Fast wie Fahrradfahren

So, die ersten beiden Spiele nach der Winterpause liegen nun hinter mir. Nach der langen Pause dauerte es ein wenig, wieder rein zukommen, aber ich habe beide Spiele gut über die Bühne gebracht.
Was mir aber besonders auffiel: Ich tat mich schwerer als sonst, nicht zu viel mit den Spielern zu reden. Ständig hatte ich das Bedürfnis, Entscheidungen, die nicht sofort akzeptiert wurden, zu erklären. Hoffe, das geht in den nächsten Spielen besser.

Und beinahe wäre mir in einem Spiel ein typischer Anfängerfehler passiert. Es gibt im Fußball sogenannte "Pflichtverwarnungen", also gelbe Karten, die im Regelwerk zwingen vorgeschrieben sind und bei denen der Schiri keinen Ermessensspielraum hat. Eine solche gibt es beispielsweise beim unsportlichen Halten (der ballführende Spieler ist zu schnell für den Verteidiger und letzterer hält ihn an Arm/Trikot/Hose/usw. fest).
Dies geschah bereits in der 4. Minute und ich zeigte pflichtbewusst die gelbe Karte. Schon beim Zeigen, dachte ich mir, ob ich mich damit nicht in Zugzwang brächte. Im Folgenden kam es nämlich zu weiteren Fouls, die ich normalerweise mit Ermahnungen und paar blöden Sprüchen locker im Griff gehabt hätte. Wegen der frühen Verwarnung musste ich aber bis zur Pause doch noch zwei Mal in die Tasche greifen.
Glücklicherweise wollten die Mannschaften nur Fußball spielen und verzichteten auf weitere Unsportlichkeiten (was natürlich auch auf meine souveräne Spielleitung zurück zu führen ist ;) ) und ich ging mit insgesamt fünf Verwarnungen und zwei relativ zufriedenen Mannschaften aus der Partie hinaus.
Obwohl das Spiel, trotz der frühen Karte, ruhig verlief, bin ich immer noch am überlegen, ob es nicht besser gewesen wäre, am Anfang auf die Verwarnung zu verzichten, also zugunsten des Spielcharakters einen relativ unbedeutenden Regelverstoß zu begehen. Den Spielern und Zuschauern hätte es sicher nichts ausgemacht.

2 Kommentare:

  1. Wenn ich als Verteidiger den schnellen Stürmer am Trikot festhalte, bekomme ich Gelb, wenn ich ihn "nur" geschickt genug trete und dabei vielleicht verletze, kann ich mit einem Freistoß davon kommen. Ich finde es sportlicher eine Verletzung zu vermeiden, als in aussichtsloser Situation mit vollem Körpereinsatz zu spielen.
    (Nicht falsch verstehen, ich kenne den Unterschied zwischen Fußball und freestyle wrestling und propagiere auch nicht Fußball im griechisch-römischen Stil, bei dem alle nackt und mit verschiedenfarbig eingeölten Körpern antreten)

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  2. Überspitzt formuliert ist das richtig. Jedenfalls hat der Schiedsrichter bei einem "normalen" Foul einen gewissen Ermessensspielraum.
    Beim Halten wird der Spieler auch nicht für das Foul bestraft, sondern für das unsportliche Verhalten, weil er einen schnelleren Gegner nicht ziehen lässt. Juristisch gesprochen wird durch die Unsportlichkeit "das Ermessen auf Null reduziert".
    Ha, den musste ich noch los werden ;)

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